IQNA

Erste Rede von Ayatollah Seyyed Modschtaba Khamenei

Der Wunsch der Volksmassen ist die Fortsetzung einer wirksamen und den Feind zur Reue zwingenden Verteidigung.

19:29 - March 12, 2026
Nachrichten-ID: 3014493
Teheran IQNA- Ayatollah Seyyed Modschtaba Khamenei sagte: Liebe kämpfende Brüder! Der Wunsch der Volksmassen ist die Fortsetzung einer wirksamen und den Feind zur Reue zwingenden Verteidigung. Ebenso muss das Druckmittel der Blockade der Straße von Hormus weiterhin genutzt werden. Über die Öffnung weiterer Fronten in denen der Feind nur geringe Erfahrung hat und in denen er äußerst verwundbar wäre wurden Studien durchgeführt. Ihre Aktivierung wird im Falle einer Fortsetzung des Kriegszustandes und unter Berücksichtigung der Interessen erfolgen.

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

مَا نَنسَخْ مِنْ ءَآیَةٍ أَوْ نُنسِهَا نَأتِ بِخَیْرٍ مِّنْهَآ اَوْ مِثْلِها.

Keinen Vers heben wir auf noch lassen ihn in Vergessenheit geraten ohne einen besseren oder gleichen an seine Stelle zu bringen. (Koran 2:106)

Friede sei mit dir, Rufer zu Gott und göttlicher Ausleger Seiner Zeichen.

Friede sei mit dir, Tor Gottes und Wahrer seiner Religion.

Friede sei mit dir, Stellvertreter Gottes und Helfer Seiner Wahrheit.

Friede sei mit dir, Beweis Gottes und Wegweiser Seines Willens.

Friede sei mit dir, du! Der vorausgeht und auf den Hoffnung gesetzt wird.

Friede sei mit dir mit allen Formen des Friedens.

Friede sei mit dir, mein Gebieter! Besitzer der Zeit (Imam der Zeit).

Zu Beginn meiner Worte muss ich meinem Herrn – möge Gott seine Erscheinung beschleunigen – anlässlich des schmerzlichen Märtyrertodes des großen Oberhaupts der edlen Revolution, des geliebten und weisen Khamenei, mein Beileid aussprechen. Von jener erhabenen Persönlichkeit erbitte ich ein gutes Gebet für jedes einzelne Mitglied der großen Nation Irans. Ja! Für alle Muslime der Welt sowie für alle Diener des Islams und der Revolution, für die Aufopferungsvollen und für die Hinterbliebenen der Märtyrer der islamischen Bewegung, insbesondere des jüngsten Krieges und auch für mich, den Geringsten.

Der zweite Teil meiner Worte richtet sich an das große Volk Irans. Zunächst muss ich meine Haltung zur Abstimmung der ehrwürdigen Expertenversammlung kurz darlegen. Dieser Diener von euch, Seyyed Mojtaba Hosseini Khamenei, erfuhr – wie auch ihr – über den Rundfunk und das Fernsehen der Islamischen Republik vom Ergebnis der Abstimmung der ehrwürdigen Expertenversammlung. Für mich ist es eine schwere Aufgabe mich auf einen Platz zu setzen, der der Sitz zweier großer Oberhäupter war: Des großen Khomeini und des Märtyrers Khamenei. Denn dieser Sitz wurde zuvor von jemandem eingenommen der nach mehr als sechzig Jahren Kampf auf dem Wege Gottes und nach dem Verzicht auf verschiedenste Genüsse und Bequemlichkeiten zu einem strahlenden Juwel und zu einer herausragenden Gestalt wurde – nicht nur in unserer Zeit, sondern in der gesamten Geschichte der Herrscher dieses Landes. Sowohl sein Leben als auch die Art seines Todes waren von einer Größe und Würde geprägt, die aus der Anlehnung an die Wahrheit hervorgingen.

Ich hatte die Ehre seinen Körper nach seinem Märtyrertod zu sehen; was ich sah war ein Berg der Standhaftigkeit und man berichtete mir, dass seine unverletzte Hand zur Faust geballt war. Über die verschiedenen Aspekte seiner Persönlichkeit müssten die Wissenden lange sprechen. In diesem Rahmen begnüge ich mich mit dieser kurzen Bemerkung und überlasse die Einzelheiten anderen geeigneten Gelegenheiten. Dies ist der Grund, warum es schwer ist, nach einer solchen Persönlichkeit den Platz des Oberhaupts einzunehmen. Diese Distanz kann nur durch die Hilfe Gottes und durch eure Unterstützung, ihr Menschen, überbrückt werden.

Weiterhin muss ich einen Punkt betonen, der direkt mit dem Kern meiner Worte zusammenhängt. Zu den großen Fähigkeiten des Märtyreroberhaupts und seines großen Vorgängers gehörte es das Volk in alle Bereiche einzubeziehen, ihm fortwährend Einsicht und Bewusstsein zu vermitteln und sich in der Praxis auf seine Kraft zu stützen. Auf diese Weise verwirklichten sie die wahre Bedeutung des Volkes und der Republik und glaubten aus tiefstem Herzen daran. Das klare Ergebnis davon konnte man in den vergangenen Tagen sehen als das Land ohne Führer und ohne Oberbefehlshaber war. Die Einsicht und Klugheit des großen iranischen Volkes in den jüngsten Ereignissen sowie seine Standhaftigkeit, Tapferkeit und Präsenz versetzten die Freunde in Bewunderung und die Feinde in Erstaunen. Ihr! Das Volk! Führtet das Land und garantiertet seine Stärke. Der Vers den ich zu Beginn dieses Schreibens anführte bedeutet, dass kein Zeichen Gottes endet oder in Vergessenheit gerät ohne dass Gott der Erhabene etwas Gleiches oder Besseres an seine Stelle setzt.

Die Verwendung dieses edlen Verses bedeutet nicht, dass dieser Diener auf der Stufe des Märtyrerführers stehen würde – geschweige denn, dass ich mich höher als ihn betrachten wollte. Der Zweck der Erwähnung dieses gesegneten Verses ist vielmehr euch, dem edlen Volk, eure wichtige und herausragende Rolle bewusst zu machen. Wenn uns jene große Gnade genommen wurde, so wurde dem System stattdessen erneut die Präsenz des iranischen Volkes – wie die der Gefährten Ammars – geschenkt. Wisst: Wenn eure Kraft auf der Bühne nicht sichtbar wird werden weder Führung noch irgendeine der verschiedenen Institutionen – deren eigentliche Aufgabe der Dienst am Volk ist – ihre notwendige Wirksamkeit entfalten.

Damit sich diese Bedeutung besser verwirklicht muss erstens an Gott den Erhabenen gedacht werden, mit Vertrauen auf Ihn und mit Zuflucht zu den reinen Lichtern der Unfehlbaren – Friede sei mit ihnen allen –, wie zu einem großen Elixier und einem seltenen Wunderstoff, der jede Öffnung und sicheren Sieg über den Feind garantiert. Dies ist ein gewaltiger Vorteil den ihr besitzt und den eure Feinde nicht besitzen.

Zweitens darf die Einheit zwischen den einzelnen Menschen und den verschiedenen Schichten der Nation – die gewöhnlich in Zeiten der Not besonders sichtbar wird – nicht beschädigt werden. Dies wird erreicht indem man von Streitpunkten absieht.

Drittens muss eine wirksame Präsenz aufrechterhalten werden – sei es so wie ihr sie in diesen Tagen und Nächten des Krieges zeigtet oder durch verschiedenste konstruktive Rollen in sozialen, politischen, erzieherischen, kulturellen und sogar sicherheitsbezogenen Bereichen. Wichtig ist, dass die richtige Rolle erkannt und – ohne die soziale Einheit zu beschädigen – so weit wie möglich umgesetzt wird. Eine der Aufgaben der Führung und einiger anderer Verantwortlicher ist es auf manche dieser Rollen für einzelne Gruppen der Gesellschaft hinzuweisen. Deshalb erinnere ich an die Bedeutung der Teilnahme an den Veranstaltungen des Quds-Tages 1447, bei denen das Element der Feindüberwindung im Mittelpunkt stehen muss.

Viertens sollt ihr nicht davon ablassen einander zu helfen. Gott sei Dank war dies immer eine Eigenschaft der meisten Iraner und man erwartet, dass sie in diesen besonderen Tagen – in denen es manchen Menschen naturgemäß schwerer fällt als anderen – noch stärker sichtbar wird. Bei dieser Gelegenheit fordere ich auch die Dienstinstitutionen auf jede mögliche Unterstützung für diese geschätzten Bürger und für die Hilfsstrukturen der Bevölkerung zu leisten.

Wenn diese Punkte beachtet werden wird der Weg für euch, ihr edles Volk, zu Tagen der Größe und des Glanzes geebnet sein. Das nächstliegende Beispiel dafür könnte – so Gott will – der Sieg über den Feind im gegenwärtigen Krieg sein.

Der dritte Teil meiner Worte ist ein aufrichtiger Dank an unsere tapferen Kämpfer. In einer Situation, in der unser Volk und unser geliebtes Heimatland auf ungerechte Weise von den Führern der Front der Arroganz angegriffen wurden versperrten sie mit ihren kraftvollen Schlägen den Weg des Feindes und beraubten ihn von der Illusion unser Land zu beherrschen oder gar aufteilen zu können.

Liebe kämpfende Brüder! Der Wunsch der Volksmassen ist die Fortsetzung einer wirksamen und den Feind zur Reue zwingenden Verteidigung. Ebenso muss das Druckmittel der Blockade der Straße von Hormus weiterhin genutzt werden. Über die Öffnung weiterer Fronten in denen der Feind nur geringe Erfahrung hat und in denen er äußerst verwundbar wäre wurden Studien durchgeführt. Ihre Aktivierung wird im Falle einer Fortsetzung des Kriegszustandes und unter Berücksichtigung der Interessen erfolgen.

Ebenso spreche ich den Kämpfern der Widerstandsfront meinen aufrichtigen Dank aus. Wir betrachten die Länder der Widerstandsfront als unsere besten Freunde und der Widerstand sowie die Widerstandsfront sind ein untrennbarer Bestandteil der Werte der Islamischen Revolution. Zweifellos verkürzt die Zusammenarbeit der Teile dieser Front den Weg zur Befreiung von der zionistischen Versuchung. Wir sahen, dass das mutige und gläubige Jemen nicht aufhörte das unterdrückte Volk von Gaza zu verteidigen und dass die aufopferungsvolle Hisbollah trotz aller Hindernisse der Islamischen Republik zu Hilfe kam. Auch der Widerstand im Irak folgt mutig demselben Weg.

Der vierte Teil meiner Worte richtet sich an jene, die in den vergangenen Tagen in irgendeiner Weise Schaden erlitten – sei es diejenigen die den Märtyrertod eines geliebten Menschen betrauern, Verwundete oder diejenigen deren Häuser oder Arbeitsstätten beschädigt wurden. Zunächst spreche ich den Hinterbliebenen der edlen Märtyrer mein tiefes Mitgefühl aus. Dies geschieht auf Grundlage einer gemeinsamen Erfahrung, die ich mit ihnen teile. Neben meinem Vater, dessen Verlust zu einer Angelegenheit der ganzen Nation wurde, habe ich auch meine geliebte und treue Ehefrau auf die ich große Hoffnungen setzte, meine aufopferungsvolle Schwester, die ihr Leben dem Dienst an ihren Eltern widmete und schließlich ihren Lohn erhielt, ebenso ihr kleines Kind sowie den Ehemann meiner anderen Schwester – einen gelehrten und edlen Menschen – der Karawane der Märtyrer übergeben. Doch was Geduld angesichts von Prüfungen möglich und sogar leichter macht ist die Aufmerksamkeit auf das sichere und feste Versprechen Gottes eines großen Lohnes für die Geduldigen. Daher muss man geduldig sein und auf die Gnade und Hilfe Gottes vertrauen.

Zweitens versichere ich euch allen, dass wir auf die Rache für das Blut eurer Märtyrer nicht verzichten werden. Die Rache, die wir im Auge haben, betrifft nicht nur den Märtyrertod des großen Oberhaupts der edlen Revolution; vielmehr ist jedes Mitglied der Nationdas vom Feind getötet wird ein eigenständiger Fall in der Akte der Vergeltung. Ein begrenzter Teil dieser Vergeltung nahm bereits konkrete Form an, doch solange sie nicht vollständig verwirklicht ist bleibt diese Akte oben auf allen anderen. Besonders sensibel werden wir gegenüber dem Blut unserer Kinder sein. Daher hat das Verbrechen das der Feind vorsätzlich an der Schule „Schadschare-Tayyibe“ in Minab und in ähnlichen Fällen beging eine besondere Bedeutung in dieser Untersuchung.

Drittens müssen die Verwundeten dieser Angriffe angemessene medizinische Behandlung kostenlos erhalten und von weiteren Vorteilen profitieren.

Viertens müssen – soweit es die derzeitige Situation erlaubt – ausreichende Maßnahmen zur Entschädigung der finanziellen Schäden an Gebäuden und persönlichem Eigentum definiert und umgesetzt werden. Die beiden letztgenannten Punkte sind eine verbindliche Pflicht für die verantwortlichen Behörden; sie müssen umgesetzt und mir darüber Bericht erstattet werden.

Ein weiterer Punkt den ich betonen muss ist, dass wir in jedem Fall vom Feind Entschädigung verlangen werden! Wenn er sich weigert werden wir in dem Maße, das wir für angemessen halten von seinem Vermögen nehmen; und wenn auch das nicht möglich ist, werden wir Vermögen in gleichem Umfang zerstören.

Der fünfte Teil meiner Worte richtet sich an die Führungen und einflussreichen Ebenen einiger Länder der Region. Wir haben mit fünfzehn Staaten Land- oder Seegrenzen und waren stets an warmen und konstruktiven Beziehungen mit ihnen interessiert. Doch der Feind errichtete seit Jahren schrittweise Militär- und Finanzstützpunkte in einigen dieser Länder, um seine Vorherrschaft in der Region zu sichern. Beim jüngsten Angriff wurden einige dieser Militärstützpunkte genutzt. Daher griffen wir – wie zuvor ausdrücklich gewarnt – ausschließlich diese Stützpunkte an ohne die betreffenden Länder selbst anzugreifen. Auch in Zukunft werden wir gezwungen sein dies fortzusetzen, obwohl wir weiterhin an die Notwendigkeit freundschaftlicher Beziehungen mit unseren Nachbarn glauben. Diese Länder müssen ihre Haltung gegenüber den Angreifern unseres Landes und den Mördern unseres Volkes klären. Ich empfehle ihnen diese Stützpunkte so schnell wie möglich zu schließen, denn inzwischen sollten sie verstanden haben, dass das US-Versprechen von Sicherheit und Frieden nichts als eine Lüge war.

Dies würde ihnen ermöglichen eine stärkere Verbindung zu ihren eigenen Völkern herzustellen, die größtenteils unzufrieden mit der Zusammenarbeit mit der Front des Unglaubens und deren herabwürdigendem Verhalten sind und dadurch ihren Reichtum und ihre Macht zu vermehren. Ich wiederhole: Die Islamische Republik ist – ohne irgendeine Form von Vorherrschaft oder Kolonialismus in der Region anzustreben – vollständig bereit für Einheit und warme, aufrichtige Beziehungen mit allen Nachbarn.

Im sechsten Teil meiner Worte richte ich mich an unser Märtyreroberhaupt. Oberhaupt! Mit deinem Weggang legtest du eine schwere Trauer in die Herzen aller. Du sehntest dich immer nach diesem Ende und schließlich gewährte Gott dies dir während du am Morgen des zehnten Tages des gesegneten Monats Ramadan den edlen Koran rezitiertest. Viele Ungerechtigkeiten ertrugst du mit Stärke und Geduld ohne auch nur die Stirn zu runzeln. Viele erkannten deinen wahren Wert nicht und vielleicht wird es lange dauern bis die Schleier und Hindernisse verschwinden und einige Aspekte davon sichtbar werden.

Wir hoffen, dass du aufgrund deiner Nähe zu den reinen Lichtern, den Wahrhaftigen, den Märtyrern und den Freunden Gottes weiterhin an den Fortschritt dieses Volkes und aller Völker der Widerstandsfront denkst und dafür Fürsprache einlegst – so wie du es auch in deinem irdischen Leben tatest. Wir schließen mit dir den Bund, mit all unserer Kraft für die Erhebung dieses Banners – des Banners der Front der Wahrheit – und für die Verwirklichung deiner heiligen Ziele zu kämpfen.

Im siebten Teil danke ich allen geehrten Persönlichkeiten, die mich unterstützten – darunter die hohen religiösen Autoritäten, verschiedene kulturelle, politische und gesellschaftliche Persönlichkeiten sowie die Menschen, die in großen Versammlungen ihre erneute Treue zum System bekundeten. Ebenso danke ich den Verantwortlichen der drei Staatsgewalten und dem provisorischen Führungsrat für ihre klugen Maßnahmen und ihr Handeln.

Ich hoffe, dass die besonderen göttlichen Gnaden in diesen gesegneten Stunden und Tagen über das gesamte Volk Irans, ja über alle Muslime und Unterdrückten der Welt kommen.

Und schließlich bitte ich unseren Herrn – möge Gott seine Erscheinung beschleunigen – in den verbleibenden Nächten und Tagen der Bestimmung und des gesegneten Monats Ramadan bei Gott dem Erhabenen für unser Volk den entscheidenden Sieg über den Feind sowie Würde, Weite und Wohlergehen zu erbitten und für unsere Verstorbenen hohe Stellungen und jenseitiges Heil.

Friede sei mit euch und Gottes Barmherzigkeit und Seine Segnungen.

Seyyed Mojtaba Hosseini Khamenei

21. Esfand 1404

12. März 2026

entsprechend dem 22. Ramadan 1447.

 

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