IQNA

Koranische Stiftung „Nun“ im Jemen:

Erklärung von al-Azhar widerspricht Aufruf des Korans zur Unterstützung der Wahrheit

18:04 - March 29, 2026
Nachrichten-ID: 3014577
IQNA- Die koranische Stiftung „Nun“ im Jemen betonte in einer Erklärung, dass die Haltung der ehrwürdigen Azhar-Institution, welche die Angriffe Irans auf die Militärbasen des Feindes in den Golfstaaten verurteilt, dem Aufruf des edlen Korans zur Unterstützung von Recht und Wahrheit widerspricht.

IQNA: Vor einigen Tagen verurteilte eine der Universität al-Azhar in Ägypten zugeschriebene Seite in einem sozialen Netzwerk mit einer Erklärung das, was sie als „unbegründete Angriffe Irans“ auf die Mitgliedsstaaten des Golfkooperationsrats sowie einige arabische Staaten und islamische Nachbarländer bezeichnete. In dieser Erklärung forderte al-Azhar, ohne auf die offenkundige Aggression der USA und des zionistischen Regimes sowie die Bereitstellung von Boden, Luftraum und Infrastruktur arabischer Staaten für Angriffe auf die Islamische Republik Iran hinzuweisen unser Land auf unverzüglich jede militärische Maßnahme gegen arabische Länder zu stoppen und ihre Souveränität zu respektieren.

Als Reaktion auf diese Äußerungen hat die koranische Stiftung „Nun“ im Jemen eine Erklärung zur Verfügung gestellt, die wie folgt lautet:

Ihr die Ihr glaubt! Steht beständig für die Gerechtigkeit ein und legt für Gott Zeugnis ab.“ (4:135)

In einer Zeit, in der Begriffe durcheinandergeraten sind, die Maßstäbe auf den Kopf gestellt wurden, die Wahrheit verurteilt und Widerstand kriminalisiert wird, entsteht der Bedarf nach einem koranischen, wahrhaftigen Wort, das die Dinge wieder in ihre richtige Ordnung bringt und die Unrichtigkeit des zerstückelten Bildes der Realität enthüllt.

Die koranische Stiftung „Nun“ im Jemen erkennt – angesichts der Erklärungen, die von einigen großen religiösen Institutionen und allen voran von al-Azhar veröffentlicht wurden und die sich von den Prinzipien des edlen Korans entfernen, der die Bewahrung der Wahrheit fordert – die Gefahr von Worten die aus ihrem Kontext gerissen werden und bei Ausblendung der Wurzeln des Konflikts ignoriert werden. Solche Erklärungen setzen – sei es absichtlich oder unabsichtlich – diejenigen, die Aggression begehen, mit denen gleich, die das Volk und seine Würde verteidigen.

Die aktuelle Phase, die die muslimische Gemeinschaft durchlebt, ist keine Phase flüchtiger Stellungnahmen, sondern eine Phase der Unterscheidung zwischen Haltungen, die die Unterdrückten unterstützen und solchen, die die Präsenz der Wahrheit im öffentlichen Bewusstsein schwächen. Daher ist es notwendig, dass die Wahrheit in ihrer Gesamtheit, auf der Grundlage des Buches Gottes, frei von Druck und Fanatismus und im Einklang mit der unverrückbaren Waage der Gerechtigkeit dargelegt wird.

Aus diesem Grund waren wir darauf bedacht, die Gelehrten von al-Azhar aus einer Position religiöser Verantwortung und nicht aus Feindschaft heraus anzusprechen und sie daran zu erinnern, dass sie gerecht sprechen müssen, so wie Gott der Erhabene sagt:

…und wenn ihr redet, dann seid gerecht…

Und wenn sie sprechen, so üben sie Gerechtigkeit… (6:152)

Wir kritisieren die Erklärung von al-Azhar zu den Ereignissen in der Region und ihre Darstellungen in denen eine bestimmte Seite – nämlich die Islamische Republik Iran – für die Aggression verantwortlich gemacht wurde; eine Erklärung die weder den vollständigen Kontext des Konflikts ausreichend erläutert noch einen klaren Unterschied zwischen verbotener Aggression und legitimer Verteidigung macht. Auf der Grundlage der Lehren des edlen Korans betonen wir, dass Krieg im Islam keine absolute Aggression ist, sondern auf die Abwehr von Unrecht und Vergeltung gegenüber Aggression begrenzt ist. Gott der Erhabene sagt:

Denjenigen, die bekämpft werden wurde (zum Kampf) die Erlaubnis gegeben, weil ihnen Unrecht zugefügt wurde und Gott hat wahrlich die Macht ihnen zum Sieg zu verhelfen. (22:39)

Das Angreifen von US-Militärstützpunkten in der Region, die für Aggression gegen muslimische Länder genutzt werden, unterscheidet sich im Kern von Angriffen auf Zivilisten. Dies muss im islam-rechtlichen Diskurs klar zum Ausdruck kommen.

Wir betonen zudem, dass die Unantastbarkeit des Blutes von Zivilisten ein unabstreitbares Prinzip und ein Maßstab ist an dem wir alle Handlungen ohne Auswahl und ohne Generalisierung messen. Gerechtigkeit erfordert zwischen denen zu unterscheiden die ihre Angriffe auf militärische Ziele richten und denen, die den Kreis des Schadens ausweiten, sodass er unschuldige Zivilisten einschließt.

Die Stellung der ehrwürdigen Azhar im Bewusstsein der islamischen Gemeinschaft (Umma) erfordert, dass sie eine Stimme der Einheit und nicht eine Partei der Spaltung ist; ein Maßstab der Gerechtigkeit, nicht Echo politischer Zwänge und dass sie die Wahrheit vollständig ausspricht, nicht fragmentarisch und selektiv.

Daher befürchtet die koranische Stiftung Nun, dass unausgewogene Äußerungen, die nicht die ganze Wahrheit wiedergeben zu Verwirrung im Bewusstsein der Gemeinschaft führen und das Vertrauen in den religiösen Diskurs schwächen – insbesondere da Ihre jüngste Erklärung losgelöst ist von dem klaren Kontext in dem die islamische islamische Gemeinschaft (Umma) seit Jahrzehnten lebt: einem Kontext in dem sie Projekten der Vorherrschaft und andauernden Aggression ausgesetzt ist, während gleichzeitig eine Widerstandsfront zur Konfrontation mit dieser Realität entstanden ist, die heute als „Achse des Widerstands“ bekannt ist.

Wir betonen, dass diese Achse – einschließlich der Islamischen Republik Iran – sich lediglich als Front gegen Aggression und zur Unterstützung der Unterdrückten versteht, insbesondere in Bezug auf die Sache Palästina, gestützt auf die Aussage:

Und Wir wollen denjenigen die im Land als schwach angesehen wurden Wohltaten erweisen sie zu Oberhäuptern machen und sie zu Erben (des Landes) einsetzen. (28:5)

Darüber hinaus erfolgen ihre militärischen Maßnahmen, wenn sie gegen Stützpunkte und Einrichtungen gerichtet sind die zur Aggression genutzt werden im Rahmen einer legitimen Verteidigung, die vom Koran bestätigt wird und nicht im Sinne verbotener Aggression wie Gott der Erhabene sagt:

Wenn jemand gegen euch vorgeht dann geht in gleichem Maße gegen ihn vor, wie er gegen euch vorging. (2:194)

Die Ignorierung dieser natürlichen Ausweitung des Prinzips der Unterstützung der Unterdrückten und die Darstellung der Widerstandskräfte als Gefahrenquelle stellen eine Abweichung vom koranischen Verständnis der Wirklichkeit dar. Daher fordern wir Sie auf Ihre Positionen so zu überdenken, dass sie die umfassende koranische Gerechtigkeit verwirklichen und einen Diskurs präsentieren der jede Handlung in ihren angemessenen Kontext stellt und diejenigen zur Rechenschaft zieht die Aggression begingen – ohne Verallgemeinerung und ohne Verharmlosung.

Wir erinnern Sie an das Wort Gottes des Erhabenen:

Und der Hass auf ein Volk soll euch nicht davon abhalten gerecht zu sein.

Denn Worte sind ein anvertrautes Gut und Erklärungen sind Zeugnisse und die Geschichte wird die Haltungen der Gelehrten angesichts von Prüfungen und Katastrophen nicht vergessen. Wir bitten Gott, dass er Sie zu dem leitet was die Wahrheit unterstützt, die muslimische Gemeinschaft eint und die Aufgabe der Darlegung der Wahrheit so erfüllt, wie Gott der Erhabene es wollte.

Und Gott ist es, der zum geraden Weg leitet.

 

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