IQNA

Rechtsextremismus
11:04 - August 05, 2020
Nachrichten-ID: 3002925
Teheran (IQNA)- Der türkischstämmige Anwalt Yalçın Tekinoğlu erhielt am Montag in seiner Kanzlei einen Drohbrief. Zuletzt hatte er eine junge muslimische Schülerin vertreten, die in einer Edeka-Filiale rassistisch diskriminiert wurde. Der Staatsschutz ermittelt.

Der türkischstämmige Anwalt Yalçın Tekinoğlu erhielt am Montag in seiner Kanzlei einen Drohbrief. Nach angaben des Anwalts, soll sich auch eine weiße pulverartige Substanz in dem Umschlag befunden haben. Tekinoğlu hatte zuletzt eine junge muslimische Schülerin vertreten, die in einer Edeka-Filiale rassistisch diskriminiert wurde. Nach Erhalt des Briefes wurde umgehend die Polizei alarmiert. Die Ermittlungen hat der Staatsschutz übernommen.

 

„Mich hat der Drohbrief nicht eingeschüchtert!“

Der Anwalt berichtet gegenüber IslamiQ, dass die Polizei und ein Sprengstoffteam am Montag sofort das Büro und ein Teil des Gebäudes geräumt haben. Zudem sei eine Probe des Pulvers umgehend in ein Labor geschickt worden um zu überprüfen, ob es sich um eine gefährliche Substanz handle. „Wir haben dann zum Glück schnell die Nachricht erhalten, dass es kein Sprengstoff war“, so Tekinoğlu. Zu dem Inhalt des Briefes wollte der Anwalt keine genauen Angaben geben, da er befürchte, dem Täter somit die Gelegenheit zu bieten, die „Tat weiterhin zu verstecken“. Jedoch habe die Polizei einige Hinweise auf ein Täterprofil aus dem Brief entnehmen können. Auch habe Tekinoğlu eine Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt.

Yalçın Tekinoğlu setzt sich als Anwalt stark gegen Rassismus sowie Diskriminierung ein. Tekinoğlu erzählt, dass er im letzten und diesem Jahr knapp 1000 erfolgreiche Verfahren diesbezüglich geführt habe. Obwohl er gelegentlich Hassnachrichten erhalte, sei er das erste Mal so offensichtlich bedroht worden. „Dies sehe ich aber als Bestätigung für meine gute und wichtige Arbeit und fühle mich in keinster Weise eingeschüchtert – im Gegenteil – ich fühle mich bestärkt“, so der Anwalt. Auch sei er nicht sonderlich überrascht über den Drohbrief. „Ich habe nach meinen zwei letzteren Fällen schon damit gerechnet, bedroht zu werden. Daher war der Drohbrief für mich keine große Überraschung“, erklärt Tekinoğlu weiter.


„Eine Hassbotschaft steht 1000 positiven Botschaften entgegen“

Der Anwalt Yalçın Tekinoğlu erzählte zudem, dass er nach dem Drohbrief sehr viele positive Nachrichten erhalten habe und die Unterstützung seiner Familie, Freunde, Kollegen und Klienten sehr schätze. „Die Unterstützung der Community, meiner Familie, Klienten, Kollegen und Freunde gibt mir sehr viel Kraft und Mut, weiterzumachen“, so der Anwalt. Die negativen Nachrichten oder Bedrohungen seien eine Motivation für den jungen Anwalt. „Eine Hassbotschaft steht 1000 positiven Botschaften entgegen – und dafür lohnt es sich, weiterzumachen“, sagte Yalçın Tekinoğlu abschließend.

 

islamiq.de

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