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Türkischer Gelehrter: Nach Koran ist Gottes Gnade unendlich

8:02 - September 25, 2022
Nachrichten-ID: 3006909
TEHERAN (IQNA) – Ein türkischer Gelehrter sagte, dass Muslime: „Ruhe in Frieden“ sagen dürfen, wenn sie einem Nicht-Muslim kondolieren.

Mustafa Akyol sagte, dass Gottes Gnade nicht auf Muslime beschränkt sei und dass seine Ansicht, die er mit anderen führenden Theologen teile, auf den fast identischen Koranversen Sure 2, Vers und Sure 5, Vers 69 basiert sei, in denen es heißt, dass alle guten Menschen , die an Gott glauben, errettet werden.

In diesen Versen heißt es ausdrücklich, dass Gläubige (Muslime), Juden, Christen und Sabäer (eine besondere religiöse Gruppe) im jenseitigen Leben errettet werden.

Im Vers 2:62 heißt es: „All diejenigen, die an Gott und an den Jüngsten Tag glauben sowie Gutes tun, werden von ihrem Herrn belohnt werden. Sie werden sich nicht fürchten noch traurig sein.“

Akyol sagte „Free Malaysia Today“:  ,,Also ist der Segen Gottes nicht nur auf Muslime begrenzt. Daher können wir für Nicht-Muslime „Ruhe in Frieden“ sagen und für ihre Seele beten, wenn sie gute Leute gewesen sind.“

Aykol hatte sich auf einen Bericht von dem Büro für die malaysischen Bundesstaaten des Mufti Luqman Abdullahs bezogen, in welchem er Muslimen verboten hatte, „Ruhe in Frieden“ zu sagen, als ob es Muslimen nicht erlaubt wäre, für Vergebung für Nicht-Muslime zu beten, so wie es verschiedenen Überlieferungen beschrieben ist.

Nach dem Büro handelt es sich bei „Ruhe in Frieden“ oder RIP (rest in peace) um eine Gebetsform, und Muslimen sei es verboten, sie zu äußern.

Aykol sagte, dass der Bericht des Büros des Muftis die allgemeine Ansicht der heutigen Muslime über das Leben nach dem Tod, dass Nicht-Muslime in die Hölle fahren, und es Muslimen nicht erlaubt sei, für ihre Seelen zu beten, widerspiegele. Er argumentierte, dass diese Ansicht existiere, weil die Hauptrichtung der islamischen Tradition zu einer Zeit der religiösen Konflikte und Vorherrschaft entstanden war und daher eine tolerante, universale Botschaft des Korans nicht akzeptieren konnte. Daher waren die zuvor erwähnten Verse auf eine Weise ausgelegt worden, dass Nicht-Muslime nur dann erretet werden würden, wenn sie zum Islam übergetreten wären.

Aykol sagte ebenfalls, dass der allseits bekannte Imam al-Ghazali behauptet hätte, dass Nicht-Muslime errettet werden könnten, auch wenn sie den Islam nicht vollkommen verstanden hätten.

Ein weiterer islamischer Gelehrter aus dem 9. Jahrhundert, Al-Jahiz, behauptete, dass Juden, Christen und Andere, die zwar etwas über den Islam gelernt, aber von ihm nicht überzeugt gewesen seien, von Gott „entschuldigt“ werden würden.

Akyol sagte: „ Ich glaube, dass das islamische Heilsversprechen viel weiter geht als das, was Muslime heutzutage glauben.“

Aykol rief Muslime dazu auf, darüber nachzudenken, was „religiöse Exklusivität“ bedeutet.

Muslime, die darauf bestehen, dass alle Nicht-Muslime für die Hölle bestimmt seien, sollten sich dieses fragen: „Sie sind von einem Versuch motiviert, zu Gott, dessen Gnade grenzenlos ist und die gesamte Menschheit umfasst, zu beten, oder sind sie von einem religiösen Tribalismus motiviert, der Gottes Gnade auf seine eigene Gruppe begrenzen möchte, nur um die Egos der Mitglieder dieser Gruppe zu befriedigen?

Ich glaube, dass das Letztere der Fall ist.“

Quelle: freemalaysiatoday,com

 

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