IQNA

Ein nigerianischer Denker:

Arbaʿin-Marsch Erscheinungsform der öffentlichen Diplomatie zur Ausbreitung des Friedens

10:28 - August 08, 2026
Nachrichten-ID: 3015218
Teheran (IQNA)- Ein nigerianischer Denker ist der Ansicht: In dieser von Herausforderungen geprägten Welt, besonders im Jahrhundert des Sektierertums, Rassismus und westlichen Wettrüstens ist der Arbaʿin-Marsch eine Erscheinungsform der öffentlichen Diplomatie zur Verbreitung der Kultur des Friedens und dies ist eines der Ziele des Islams damit die Menschheit zu einer Familie wird in der Frieden, Harmonie und Verständigung herrschen.

Das Mitglied der Islamischen Bewegung Nigerias Scheich Yaʿqub Yahya erklärte im Interview mit IQNA, dass der Arbaʿin-Marsch als eine Art öffentliche Diplomatie zur Verbreitung der Kultur des Friedens in einer Welt voller Herausforderungen wirkt und betonte, dass die Teilnehmer dieses Marsches sich an die islamische Ethik halten müssen, darunter Geduld und Kraftschöpfen aus dem Glauben, Aufrichtigkeit und Opferbereitschaft und sich Imam Hussein (a.) und seine Gefährten zum Vorbild nehmen sollten.

 

Arbaʿin-Marsch Erscheinungsform der öffentlichen Diplomatie zur Ausbreitung des Friedens

 

Wortlaut des Interviews folgt:

 

IQNA – Was ist Ihrer Ansicht nach die Philosophie und Bedeutung des Arbaʿin-Marsches Imam Husseins (a.)?

Gott der Erhabene verhieß die Standhaftigkeit und endgültigen Sieg des Islams über alle anderen Religionen und bricht niemals sein Versprechen. Um im Gottes Willen dieses Versprechen zu verwirklichen bereitete er die Mittel vor und ebnete den Weg. Er bereitete Imam Hussein (a.) darauf vor das Ideal der Propheten und Gesandten zu verwirklichen – nämlich Einheit der Menschheit und Führung zu ihrem Schöpfer. Diese Führung geschieht entweder durch den Glauben an Gott oder durch die menschliche Naturanlage. Vielleicht lässt sich die Philosophie des Arbaʿin-Marsches Imam Husseins (a.) aus dieser Perspektive verstehen.

 

IQNA – Was sind die wichtigsten Handlungen sowie ethischen und spirituellen Empfehlungen für die Pilger während der Arbaʿin-Pilgerfahrt?

Imam Hussein (a.) erhob sich um die Gemeinschaft seines Großvaters (a.) zu reformieren. Solche Reformen beschränken sich nicht auf politische Veränderungen. Die Teilnehmer dieses Marsches müssen die islamische Ethik, darunter Geduld und das Kraftschöpfen aus Glauben, Aufrichtigkeit und Opferbereitschaft zeigen indem sie dem Vorbild Imam Husseins (a.) und seiner Gefährten folgen. Sie sollen auch Wahrhaftigkeit und Vertrauenswürdigkeit praktizieren und ihre Nächsten gut behandeln, ungeachtet von Rasse, Hautfarbe oder sogar Religion. Denn Imam Hussein (a.) gehört allen und die Liebe zu ihm vereint uns alle. Er war gütig gegenüber den Schutzbedürftigen, nämlich Frauen und Kindern und sogar Tieren.

 

IQNA – Wie bewerten Sie die Bedeutung des Erlernens der korrekten Rezitation der Verse und Suren des Korans sowie islamischen Rechtsbestimmungen an den Koran-Stationen, die entlang des Weges der Arbaʿin-Pilgerfahrt eingerichtet wurden?

Da diese Pilgerfahrt eine gottesdienstliche Handlung ist durch die wir uns Gott nähern ist die beste Wegzehrung für diese Reise Gottesfurcht und das Festhalten an empfohlenen Handlungen. Zu den edelsten dieser Handlungen gehört die Rezitation des Korans mit korrekter Ausspracheweise (Tadschwid). Tatsächlich kann es sein, dass ohne Beachtung der richtigen Aussprache der Buchstaben und übrigen Regeln der Rezitation der spirituelle Lohn nicht vollständig verwirklicht wird. Es ziemt sich, dass der gläubige Pilger das Buch Gottes beherrscht. Abgesehen von all dem bat Imam Hussein (a.) in der Nacht des zehnten Muharram die terroristischen Mörder den Kampf für jene Nacht aufzuschieben, damit er beten und den Koran rezitieren kann. Eine Bitte, die erfüllt wurde.

 

Arbaʿin-Marsch Erscheinungsform der öffentlichen Diplomatie zur Ausbreitung des Friedens

 

IQNA – Welche Bedeutung hat die Zeremonie der Arbaʿin-Pilgerfahrt zur Stärkung der Annäherung zwischen den islamischen Rechtsschulen und Förderung des friedlichen Zusammenlebens zwischen den Religionen?

Einer der zentralen Aspekte dieser husseinischen Zeremonie ist die Einheit verschiedener Religionen, Konfessionen und Denkschulen, denn alle vereinen sich in ihrer Hingabe an Imam Hussein (a.). Unterschiede verschwinden und nur Lauterkeit, Liebe und Brüderlichkeit bleiben. Es wäre großartig, wenn dieses Gefühl füreinander nach unserer Rückkehr in unsere Länder fortbestünde – als eine Handlung der Treue zu Imam Hussein (a.) und Widerspiegelung seines Wunsches die Gemeinschaft seines Großvaters zu reformieren –, sodass wir Freude in sein Herz und in die Herzen der übrigen Imame (a.) bringen.

 

IQNA – Was ist Ihrer Ansicht nach die wichtigste Botschaft und die zentrale Lehre dieser spirituellen Bewegung sowie ihre kulturellen und sozialen Auswirkungen auf die weltweite öffentliche Meinung?

Die Botschaft dieser spirituellen Bewegung besteht darin den Austausch von Ansichten und Kulturen unter den Teilnehmern zu stärken, ganz ähnlich dem was wir bei den Ritualen des Haddsch sehen. Dies erleichtert den Austausch von Ideen und geschäftliche Interaktionen zwischen unterschiedlichen Menschen aus verschiedenen Nationen sowie Teilen von Kontaktdaten zur Kommunikation über soziale Medien weltweit und beseitigt Unterschiede der Rasse, Hautfarbe und Sprache. Diese Szene wiederholt sich jedes Jahr und ist das Ergebnis der Verwirklichung des Wortes Gottes des Erhabenen:

«أَيُّهَا النَّاسُ إِنَّا خَلَقْنَاكُمْ مِنْ ذَكَرٍ وَأُنْثَى وَجَعَلْنَاكُمْ شُعُوبًا وَقَبَائِلَ لِتَعَارَفُوا...»  (۱۳/ حجرات).

«Ihr Menschen! Wir erschufen euch aus Mann und Frau und machten euch zu Völkern und Stämmen damit ihr einander kennenlernt ...» (13 / al-Hudschurāt).

 

IQNA – Wie schafft die Teilnahme von Anhängern anderer Religionen wie des Christentums, des Zoroastrismus und der Sabier usw. an der Arbaʿin-Pilgerfahrt eine Grundlage für Dialog und Verständigung zwischen den Religionen?

Imam Hussein (a.) ist ein Symbol der Einheit; seine Botschaft steht vollkommen im Einklang mit diesem Wort Gottes:

«قُلْ يَا أَهْلَ الْكِتَابِ تَعَالَوْا إِلَى كَلِمَةٍ سَوَاءٍ بَيْنَنَا وَبَيْنَكُمْ أَلَّا نَعْبُدَ إِلَّا اللَّهَ...»(۶۴/ آل‌عمران).

«Sprich: Leute der Schrift! Kommt her zu einem gemeinsamen Wort zwischen uns und euch: dass wir niemandem dienen außer Gott dehnen ...» (64 / Āl ʿImrān).

Der reformerische Ruf Imam Husseins (a.) verkörpert diese koranische Wahrheit. Heute, nach mehr als tausend Jahren sehen wir die Früchte seiner Bewegung. Ein Christ steht neben einem Muslim, ein Sabier neben einem Zoroastrier und sogar ein Buddhist neben einem Atheisten. Alle wünschen sich ein friedliches Zusammenleben. Dies bringt die Worte Imam Alis (a.) zum Ausdruck, der sagt: „Die Menschen sind für dich zweierlei: entweder dein Bruder in der Religion oder deinesgleichen in der Schöpfung.“

 

IQNA – Kann die Anwesenheit von Anhängern verschiedener Religionen und Nationalitäten bei Arbaʿin als eine Art „öffentliche Diplomatie“ zur Verbreitung der Kultur des Friedens in der Welt betrachtet werden?

Dieses Phänomen – der Arbaʿin-Marsch – gilt als öffentliche Diplomatie zur Verbreitung der Kultur des Friedens in dieser von Herausforderungen geprägten Welt, besonders im gegenwärtigen Jahrhundert, dem Jahrhundert des Sektierertums, Rassismus und Wettrüstens. Millionen Menschen kommen im erhabenen Karbala, in Nadschaf und an allen Heiligtümern zusammen und nur selten sieht man, dass jemand mit einem anderen streitet oder etwas über Diebstahl und Veruntreuung hört. Dabei ist es nicht so, dass überall Sicherheitskräfte anwesend wären. Dies ist eines der Ziele des Islams, damit die Menschheit zu einer Familie wird in der Frieden, Harmonie und Verständigung herrschen. Imam Rida (a.) sagt: „Wenn die Menschen die Vorzüge unserer Worte hörten, würden sie uns gewiss folgen.“

 

IQNA – Wie kann die Erfahrung des Dienstes an den Pilgern in den husseinischen Maukibs unter Anwesenheit von Anhängern verschiedener Religionen und Konfessionen ein neues Modell sozialer Solidarität bieten?

Humanitäre Dienste waren und sind in den Lehren aller Religionen etwas Lobenswertes. Auch der Islam ist von dieser Tugend nicht getrennt, sondern ist auf diesem Gebiet vielmehr führend. Man sieht niemanden der sich weigert irgendeinem der Pilger zu dienen, ungeachtet seines Erscheinungsbildes und nicht Gottes Wohlgefallen anstrebt. Der Irak ist das Land der Großzügigkeit und Tapferkeit, sodass der Bediente wegen der Fülle der Großzügigkeit des Dienenden kaum in der Lage ist sie anzunehmen und der Dienende macht dem Bedienten keine Vorhaltung, sondern dankt dem Bedienten und zeigt ihm Wertschätzung dafür, dass er den ihm erwiesenen Dienst annimmt. Wenn man euch fragt: Wo sind Großzügigkeit und Edelmut? Dann muss man sagen: Sie sind im Irak herabgekommen.

 

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