IQNA: Fußballfans auf der ganzen Welt verfolgten am Abend des Sonntags den 19. Juli das WM-Finale, bei dem Spanien und Argentinien in einem spektakulären Spiel um den Titel gegeneinander antraten.
Doch diesmal beschränkte sich das Ereignis nicht auf den Wettbewerb auf dem grünen Rasen, da es mit unterschiedlichen politischen und diplomatischen Positionen zusammenfiel, die Madrid und Buenos Aires in den letzten zwei Jahren zum Gazakrieg einnahmen und das Finale Dimensionen annahm die über die sportlichen Grenzen hinausgingen.

Laut Sada El-Balad erkannte Spanien am 28. Mai 2024 offiziell den Staat Palästina an, ein Schritt den die spanische Regierung als Unterstützung der Zwei-Staaten-Lösung und Stärkung der Friedensaussichten im Nahen Osten beschrieb.
Spaniens Position beschränkte sich nicht nur auf Anerkennung des Staates Palästina. Am 29. Juni 2024 stellte Madrid einen Interventionsantrag in dem Verfahren das Südafrika vor dem Internationalen Gerichtshof gegen das israelische Regime wegen Vorwürfen des Völkermords im Gazakrieg angestrengt hatte.
Das spanische Außenministerium erklärte, dass dieser Schritt auf Grundlage der UN-Konvention von 1948 über Verhütung und Bestrafung des Völkermordes sowie Artikel 63 des Römischen Statuts des Internationalen Gerichtshofs erfolgte.

Die spanische Regierung erklärte, dass ihre Intervention darauf abzielt zur Wiederherstellung des Friedens in Gaza und im Nahen Osten beizutragen, den Krieg zu beenden und die Zwei-Staaten-Lösung zu unterstützen, um so ein friedliches Zusammenleben beider Seiten zu gewährleisten.
Auf der anderen Seite stärkte Argentinien unter Präsidentschaft von Javier Milei seit dessen Amtsantritt seine Beziehungen zum zionistischen Regime und nahm eine Reihe von Positionen zur Unterstützung von Tel Aviv ein.
Am 11. März 2026 erklärte sich Milei zum zionistischsten Präsidenten der Welt und bekräftigte seine volle Unterstützung für das besetzende israelische Regime.

Am 19. April 2026 reiste der argentinische Präsident in das besetzte Palästina, um die Botschaft seines Landes in Jerusalem zu eröffnen – ein Schritt der die Stärke der Beziehungen zwischen den beiden Seiten verdeutlichte. Während dieses Besuchs wurden zudem Absichtserklärungen unterzeichnet und die Einrichtung einer Direktflugverbindung zwischen dem Flughafen Ben-Gurion und Buenos Aires angekündigt.
Stunden vor dem WM-Finale erklärte der Premierminister des zionistischen Regimes Benjamin Netanjahu angesichts seiner engen Beziehungen zum argentinischen Präsidenten Javier Milei seine volle Unterstützung für die Nationalmannschaft dieses Landes.

Nachdem Netanjahu den argentinischen Botschafter in Tel Aviv Rabbi Shimon Axel in seinem Büro empfangen hatte veröffentlichte er eine offizielle Erklärung auf seinen Social-Media-Kanälen.
Während dieses Treffens überbrachte der Botschafter die Grüße des argentinischen Präsidenten, der Netanjahu als engen Freund und standhaften Unterstützer seines Landes beschrieb.
In dieser Erklärung antwortete Netanjahu und sagte: Javier! Du bist ein wahrer Freund. Wir unterstützen dich und Argentinien in allen Bereichen, auch beim WM-Finale. Viel Erfolg.
Dennoch zeigen Daten des Pew Research Center, dass trotz der starken offiziellen Beziehungen zwischen den beiden Seiten die Beliebtheitswerte von Netanjahu in Argentinien niedrig sind.
Und obwohl das Ergebnis des Spiels auf dem Spielfeld entschieden wurde, stand es vor dem Hintergrund offener Differenzen in den Positionen beider Länder zum Gazakrieg.
Während Spanien beschloss den Staat Palästina anzuerkennen und sich dem Gerichtsverfahren vor dem Internationalen Gerichtshof anzuschließen, stärkte Argentinien sein politisches und diplomatisches Bündnis mit dem zionistischen Regime was dazu führte, dass das WM-Finale den sportlichen Rahmen sprengte und im Hintergrund eine Szenerie bot, die die unterschiedlichen politischen Perspektiven zwischen Madrid und Buenos Aires widerspiegelte.
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