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10:19 - August 10, 2026
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Schließung einer Moschee in Frankreich unter Vorwand der Koranrezitation

IQNA- Ein Gericht in Frankreich bestätigte unter dem Vorwand der Koranrezitation in einer Moschee nahe Paris deren sechsmonatige Schließung; dieser Fall löste neue Sorgen hinsichtlich der staatlichen Überwachung islamischer Glaubensüberzeugungen und Religionsausübung aus.

IQNA: Ein Gericht in Frankreich bestätigte die sechsmonatige Schließung einer Moschee nahe Paris; dieser Fall löste neue Sorgen hinsichtlich der staatlichen Überwachung islamischer Glaubensüberzeugungen und Religionsausübung aus. (Quelle: Middle East Eye)

 

Schließung einer Moschee in Frankreich unter Vorwand der Koranrezitation

 

Das Verwaltungsgericht Montreuil wies am Freitag den Versuch die im Juli erlassene Verfügung gegen die Moschee Chanteloup in Aulnay-sous-Bois auszusetzen zurück. Die Moschee bleibt bis Januar geschlossen.

Der die Moschee vertretende Menschenrechtsanwalt Rafiq Chekkat stellte die Frage, ob Moscheeprediger in Frankreich weiterhin frei sind die heilige Schrift des Islam zu rezitieren. Chekkat sagte: Kann ein Imam in Frankreich noch den Koran in der Moschee rezitieren in der er predigt?“

Er fügte hinzu, die Behörden stützten einen Teil ihres Falls auf Zitierung von sieben Koranversen durch Imame sowie auf Verweise auf grundlegende Werke der islamischen Tradition wie „Riyad as-Salihin“ und die „Vierzig Hadithe“.

Die betreffenden grundlegenden Werke sind Teil des Gesamtwerks des syrischen Gelehrten des 13. Jahrhunderts an-Nawawis, der als einer der Denker der islamischen Welt gilt.

Chekkat fügte hinzu: Zur Verteidigung der Glaubensfreiheit, Meinungsfreiheit und Prinzip des Säkularismus werden wir beim Staatsrat Berufung einlegen.

Die Behörden beanstandeten außerdem Predigten, die auf die Hölle und die den Ungläubigen vorbehaltene Grabesqual Bezug nehmen, obwohl es entsprechende Lehren auch in religiösen Predigten in Kirchen und anderen Gotteshäusern gibt.

Die Richter entschieden, dass der Präfekt von Seine-Saint-Denis Julien Charles durch Schließung der Moschee keine schwerwiegende und offensichtlich rechtswidrige Verletzung der Religionsfreiheit oder Meinungsfreiheit begangen habe.

Chekkat sagte gegenüber der Agence France-Presse: Wir sind von dieser Entscheidung sehr enttäuscht und über ihren Inhalt sehr überrascht. Selbstverständlich werden wir den Staatsrat anrufen.

Er fügte hinzu Teile dieses Urteils richteten sich vollständig gegen die Religionsfreiheit.

Er sagte: Ich verstehe, dass der Verwaltungsrichter dem Präfekten von Seine-Saint-Denis nicht widersprechen wollte. Nun denke ich, dass wir vor dem Staatsrat bessere Chancen haben werden; dort wird es etwas rechtlicher und etwas weniger politisch sein.

Diese Entscheidung wurde nach Jahren zunehmenden staatlichen Drucks auf islamische Institutionen getroffen. Die französischen Behörden schlossen bis April 2022 innerhalb von 18 Monaten 22 Moscheen. Die Regierung löste zudem islamische Organisationen auf, darunter das „Kollektiv gegen Islamfeindlichkeit in Frankreich“ und die Wohltätigkeitsorganisation „Baraka City“; dies verstärkte die Sorgen, dass Frankreich Sicherheitsgesetze nutzt um die Glaubensfreiheit von Muslimen einzuschränken.

Laut einer Umfrage sind acht von zehn Muslimen in Frankreich schwerem Hass ausgesetzt.

 

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Stichworte: Koranrezitation ، moschee ، frankreich
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