IQNA

10:24 - August 10, 2026
Nachrichten-ID: 3015237
Politiker Jemen:

Riadische Militär- und Sicherheitsallianzen; Spiegelbild des strukturellen Mangels des saudischen Systems

IQNA- Der stellvertretende Außenminister für politische Angelegenheiten erklärte, dass die wiederholte Hinwendung Saudi-Arabiens zur Bildung militärischer und sicherheitspolitischer Allianzen einen strukturellen Mangel im Staat und System dieses Landes widerspiegelt; Institutionen die seiner Aussage nach unter ausländischer Unterstützung zunächst von Großbritannien und dann von den USA aufgebaut wurden.

IQNA: Der stellvertretende Außenminister Jemens für politische Angelegenheiten Abdullah Ali Sabri betonte in einer Rede, dass Riad derzeit mit einer realen Lage sicherheitlicher Verwundbarkeit konfrontiert ist; einer Lage die dieses Land dazu zwang in dem Bemühen, wegen der Lücke des Rückgangs des US-Schutzschirms nach der Bildung neuer Allianzen mit regionalen Mächten, darunter die Türkei und Pakistan zu suchen. (Quelle al-Masira)

 

Riadische Militär- und Sicherheitsallianzen; Spiegelbild des strukturellen Mangels des saudischen Systems

 

Sabri verwies auf die Bildung des Golf-Kooperationsrats während des Iran-Irak-Krieges, das Bündnis zwischen den USA, Saudi-Arabien und den Golfstaaten nach dem Angriff auf Kuwait sowie Errichtung der Schildstreitmacht der Halbinsel und erklärte, dass Saudi-Arabien diese Politik im Verlauf seiner Geschichte stets verfolgte.

Er verwies zudem auf die von Riad in den vergangenen Jahren angeführten Bündnisse. Dazu gehörten unter anderem das im Jahr 2015 den Militärangriff gegen den Jemen begonnene Bündnis, das vor wenigen Tagen angekündigte maritime Bündnis sowie das trilaterale Bündnis mit der Türkei und Pakistan.

Er erläuterte, dass Saudi-Arabien trotz seiner enormen finanziellen Mittel und seines wirtschaftlichen Potenzials daran scheiterte eine Armee aufzubauen, die das Land verteidigen kann oder gute nachbarschaftliche Beziehungen zu den Ländern der Region herzustellen; er argumentierte, dass diese finanziellen Ressourcen stattdessen dazu genutzt werden könnten, anstatt sich in Kriege und Bündnisse zu verstricken die Annäherung an die Nachbarländer zu stärken und den Weg für Investitionen und Entwicklung zu ebnen.

 

Ungelöste Krise des Hauses Saud

Sabri betonte, dass die Ausweitung der saudischen Allianzen auf einen strukturellen Mangel im Staat und System dieses Landes sowie auf tiefe Sorgen über regionaler Entwicklungen in seiner Umgebung hinweist. Er verwies außerdem auf eine ungelöste Krise innerhalb der herrschenden Familie und stellte fest, dass Mohammed bin Salman zwar der faktische Machthaber ist, aber weiterhin im Schatten anhaltender innerfamiliärer Spannungen nur Kronprinz bleibt.

Er fügte hinzu, dass es noch eine weitere strukturelle Krise gibt: Saudi-Arabien wurde – trotz seines enormen Reichtums – zu einem Ziel der Ambitionen anderer und mischt sich gleichzeitig mit Rückhalt des Westens insbesondere der USA in Angelegenheiten anderer Länder ein.

Sabri betonte, die wichtigste Entwicklung in dieser Phase ist die tatsächliche sicherheitspolitische Verwundbarkeit Saudi-Arabiens. Er hob hervor, dass sich diese Verwundbarkeit nicht nur auf das Königreich selbst beschränkt, sondern auch die Golfstaaten umfasst, die für ihre Führung nach Riad blickten; denn diese Staaten erkannten, dass sie sich für ihre Sicherheit nicht auf Saudi-Arabien verlassen können, so wie Saudi-Arabien auch erkannte, dass es sich für seine Sicherheit nicht auf die USA stützen kann.

Er erklärte weiter Riad versucht durch Bildung eines Bündnisses seine Abschreckungskraft wiederherzustellen. Er fügte hinzu, dass die USA in der jüngsten Konfrontation eine strategische Niederlage erlitten und diese Lage macht die Länder der Region jedoch gegenüber anderen Regionalmächten verwundbar.

Er wies darauf hin, dass die neuen Daten zu den Beständen der saudischen Verteidigungswaffen auf einen deutlichen Rückgang hindeuteten; eine Lage die mit einer ähnlichen Krise bei den Waffenbeständen der USA zusammenfällt. Er argumentierte, dass dies bedeutet, dass Saudi-Arabien wenn es in einen langwierigen Konflikt mit irgendeinem Gegner eintretet – insbesondere mit Jemen –, über unzureichende Verteidigungsfähigkeiten verfügen wird; außerdem wird auch die USA nicht in der Lage sein dieses Defizit auszugleichen, da sie selbst mit derselben Krise zu kämpfen haben.

 

Riads Flucht nach vorn

Sabri beschrieb den Kauf von Verteidigungswaffen aus der Türkei und Pakistan als Teil eines Versuchs die Unterstützung dieser beiden Länder unter verschiedenen Vorwänden zu gewinnen und argumentierte, dass die Erzählung über die internationale Krise im Roten Meer allein die Bildung dieses neuen Bündnisses nicht rechtfertigt; denn wenn sich das Thema lediglich auf das Rote Meer beschränkt hätte, hätte das vor wenigen Tagen angekündigte maritime Bündnis ausgereicht, zumal die Türkei daran beteiligt ist.

Er bezeichnete die Türkei als das neue Element in dieser Gleichung und stellte fest, dass Ankara unter einem mit dem Roten Meer verknüpften Vorwand in dieses Bündnis hineingezogen worden sei. Er erwähnte auch, dass die Türkei in Somalia und am Horn von Afrika präsent gewesen sei, mit der somalischen Seite Abkommen unterzeichnet habe und auch im Roten Meer Interessen habe.

 

Betonung guter Nachbarschaft statt falscher Kalkulationen

Er betonte, all dies zeige eine Form von Schwäche in Saudi-Arabien und einen Versuch der Flucht nach vorn; er stellte fest, dass Riad sich als ein Land präsentiere, mit dem ein Bündnis finanzielle Vorteile bringen könne.

Im Hinblick auf Pakistan erklärte Sabri, dass die strategischen und historischen Beziehungen zwischen Islamabad und Riad ebenfalls auf dem Tausch wirtschaftlicher Interessen gegen Sicherheitsgewährleistung beruhten, und verwies auf die Türkei als neuen Faktor, der möglicherweise eingreifen könne, um die durch den Rückzug der USA entstandene Lücke zu füllen.

Sabri brachte dies mit dem Abkommen zwischen Iran und den USA in Verbindung und stellte fest, dass einer seiner Punkte eine besondere Form des militärischen Rückzugs der USA aus der Region festlegt. Er hält es für möglich, dass die engen Beziehungen zwischen der Türkei und den USA – angesichts der Stellung der Türkei als herausragendes NATO-Mitglied – dieses Land dazu veranlassen könnte im Falle eines Rückzugs der USA und der dadurch entstehenden Machtlücke eine Rolle bei der Beruhigung Riads zu spielen. Dennoch bezeichnete er diese Kalkulationen als falsch und betonte, dass die wirkliche Garantie nicht im Versuch liegt arabische und islamische Anliegen zu umgehen, sondern in guten nachbarschaftlichen Beziehungen und ehrlichen Verpflichtung gegenüber diesen Anliegen.

Der jemenitische Botschafter in Syrien wies darauf hin, dass das saudische Regime seit mehr als sechzig Jahren unter US-Schutz steht und verglich dies mit der Unterstützung der USA für das zionistische Regime; er betonte, dass das israelische Regime ohne eine solche Unterstützung faktisch keine Existenzberechtigung hat.

 

Notwendigkeit einer Neubewertung der Bündnisse arabischer Regime mit den USA

Er verwies außerdem auf Äußerungen wonach es ohne Saudi-Arabien das zionistische Regime weder gibt noch die Möglichkeit hat in der Region einen Fuß zu fassen. Er hob hervor, dass der paradox wirkende Punkt in der Fortsetzung der Verbindungen zwischen dem Dreieck Saudi Arabien, Israel und USA liegt und das trotz der Verwundbarkeiten, die die USA jüngst zeigten.

Dieser jemenitische politische Vertreter erklärte, dass die enge Ausrichtung in den seit mehr als einem Jahrhundert bestehenden Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und den USA dem zionistischen Regime diente; er betonte, dass dieses Regime in Saudi-Arabien, ob heimlich oder offen, nichts anderes als einen Verbündeten und Unterstützer finden wird.

Er fügte hinzu, dass vor dem 7. Oktober und der Operation „Sturm al-Aqsa“ ernsthafte Bemühungen im Gange waren eine strategische Beziehung zwischen Saudi-Arabien und dem israelischen Regime zu erklären – ein Schritt, der kurz vor der Verwirklichung stand –, doch die Entwicklungen danach beide Seiten beeinflussten; insbesondere das zionistische Regime, das nun verwundbar ist.

Abdullah Ali Sabri stellte fest, dass das zionistische Regime weder das Ende des Krieges will noch dass die USA sich zurückziehen und angesichts der neuen aus der Aggression gegen den Iran entstandenen Lage allein lassen. Mit Verweis darauf, dass alle Parteien nun mit den Folgen einer Entwicklung ringen in der die Islamische Republik Iran einen militärischen und strategischen Sieg errang betonte er, dass die Verbündeten, Partner und Stellvertreterkräfte der USA in der Region ihre Bündnisse mit den USA überdenken müssten.

Er wies darauf hin, dass es eine unausgesprochene Meinungsverschiedenheit zwischen Riad und Washington und offenen Streit zwischen dem zionistischen Feind und Washington gibt; einen Streit, der aus Unfähigkeit der USA resultiert einen echten und ausreichenden Schutz sowohl für die Existenz Israels als auch Saudi-Arabien zu gewährleisten. Gleichzeitig verwies er auf den Unterschied im Ausmaß der US-Unterstützung für die israelische Existenz und führte ihn auf eine feste Doktrin sowie Einfluss des globalen Zionismus auf den Entscheidungsprozess in den USA zurück.

Sabri bezeichnete zudem das Verlassen Saudi-Arabiens und der Golfstaaten durch die USA als offensichtlich beschämend und unverhüllt und stellte fest, dass die USA in ihren Verständigungen mit dem Iran nicht einmal die Sicherheit dieser Länder und insbesondere die Sicherheit Saudi-Arabiens ansprachen.

 

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