IQNA

23:38 - October 02, 2019
Nachrichten-ID: 3001759
Am morgigen Tag der offenen Moschee (TOM) öffnen mehr als tausend Gemeinden ihre Türen. IslamiQ beantwortet häufig gestellte Fragen von nichtmuslimischen Moscheebesuchern.

Was genau ist der TOM?

„TOM“ steht für den Tag der offenen Moschee, der seit 1997 jährlich am 3. Oktober stattfindet. Seit 2007 wird am 3. Oktober der Tag der offenen Moschee unter dem Schirm des Koordinationsrats der Muslime (KRM) und mit einem neuen Motto organisiert. Der jeweils festgelegte Themenschwerpunkt soll verdeutlichen, dass Muslime, die in Moscheen, Vereinen, Bildungs- und Kultureinrichtungen, Initiativgruppen und Aktionsbündnissen aktiv sind, sich längst mit den Themen der Gesamtgesellschaft auseinandersetzen und positiv hineinwirken möchten. Ebenso ermöglicht es dieses Schwerpunktthema, ein reales Bild der Muslime, das in der breiten Öffentlichkeit kaum Beachtung findet, in die Gesamtgesellschaft hineinzutragen. Zudem eröffnen die Themen jedes Jahr die Möglichkeit, das muslimische Selbstverständnis aus einer anderen Perspektive wiederzugeben.

 

Welches Motto wurde in diesem Jahr gewählt?

Unter dem Motto „Menschen machen Heimat/en“ ruft der Koordinationsrat der Muslime (KRM) zum diesjährigen Tag der offenen Moschee (TOM) am 3. Oktober auf. Ziel der alljährlichen Veranstaltung ist es, ein Kennenlernen der Muslime und ihrer Gemeinden zu ermöglichen und Vorurteile und Missverständnisse zu überwinden. Mit dem diesjährigen Thema möchten Muslime das „eindimensionale Heimatverständnis um die weitgehend unbekannte islamische Perspektive erweitern“, heißt es auf der offiziellen TOM-Seite. Diese könne mit ihrer gelasseneren Herangehensweise zu einer anderen Wahrnehmung von „Heimat“ in einer globalisierten Welt beitragen. Muslime können sich in der Regel dort heimisch fühlen, wo sie sich im Alltagsleben bewegen können, ohne viel darüber nachdenken zu müssen, ob sie „die richtige Worte finden oder mit ihrer Kleidung anecken“, so der KRM. Denn eine Zugehörigkeit schaffe Vertrautheit und gebe Handlungssicherheit.


Wie erfährt man, welche Moschee mitmacht?

Auf der offiziellen TOM-Homepage findet man eine Liste mit den bundesweit teilnehmenden Moscheen. Die Liste wird bis zum 3. Oktober laufend aktualisiert. In den letzten Jahren nahmen deutschlandweit immer rund tausend Moscheen teil. Weitere Informationen gibt es auf den jeweiligen Internetauftritten der islamischen Religionsgemeinschaften. Es ist ratsam, sich direkt in der Gemeinde oder auf deren Homepages bzw. sozialen Medien über das anstehende Programm zu informieren.


Muss ich mich anmelden, um eine Moschee zu besuchen?

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die teilnehmenden Moscheen haben ihre Türen am 3. Oktober normalerweise von Mittag bis zum Abend geöffnet und freuen sich über jeden Gast. Da die einzelnen Moscheen aber unterschiedliche Programmabläufe für diesen Tag vorbereitet haben, empfiehlt es sich, sich vorher darüber zu informieren, um bestimmte Programmpunkte wie beispielsweise Vorträge oder künstlerische Darbietungen nicht zu verpassen.


Warum gibt es den TOM?

Der TOM wurde vor zwanzig Jahren ins Leben gerufen, um den Austausch und Dialog zwischen Muslimen und Nichtmuslimen zu fördern. Gerade in Zeiten zunehmender Vorbehalte gegenüber Muslimen und ihren Moscheen und steigenden antimuslimischen Ressentiments erschien es Muslimen und Gemeinden naheliegend, ihre Türen für Interessierte zu öffnen, um diesen Vorbehalten entgegenzuwirken. In den einzelnen Moscheen wird das ganze Jahr über gute religiöse und soziale Arbeit geleistet, die fast ausschließlich von ehrenamtlichen Mitgliedern getragen wird. Einmal im Jahr versuchen die Gemeinden diese Arbeit nach außen zu tragen und mit Anderen in den Austausch darüber zu treten.


Muss ich etwas Bestimmtes anziehen?

Für Besucher von Moscheen existiert keine Kleidervorschrift. Ein Zeichen des Respekts wäre es, wenn man vor allem beim Betreten der Gebetsräume nicht zu freizügig gekleidet ist. Dies ist in Deutschland gängige Praxis, auch beim Besuch von anderen Gotteshäusern wie beispielsweise Kirchen oder Synagogen. In einer Moschee sitzt man meistens auf dem Boden, der mit einem weichen Teppich ausgelegt ist. Außerdem betritt man einen Gebetsraum ohne Schuhwerk – deshalb auch auf saubere Socken achten.


Wie lange dauert ein Moscheebesuch?

Die Dauer eines Moscheebesuchs hängt im Prinzip vom eigenen Interesse ab. Darüber hinaus bieten die einzelnen Moscheen unterschiedliche Programmabläufe an, sodass die Dauer des Aufenthalts auch deshalb variieren kann. Eine Moscheeführung dauert im Durchschnitt etwa eine halbe Stunde. Je nachdem wie viele Fragen dabei gestellt werden und was für Gespräche zustande kommen, kann auch diese Zeit erheblich variieren. Grundsätzlich steht es selbstverständlich jedem Besucher frei, die Dauer seines Aufenthalts in den Moscheen selbst zu bestimmen.


Mit wem kann ich dort sprechen?

Die Moscheen bereiten sich gut auf den TOM vor. In der Regel bietet sich der Imam der Moschee für religiöse Fragen und Gespräche an. Außerdem stehen aktive Gemeindemitglieder, vor allem Jugendliche sowie Vorstandsmitglieder für Gespräche zur Verfügung. Einige Gemeinden laden für Vorträge oder Diskussionsrunden Experten, beispielsweise aus dem Fachbereich Islamische Theologie, ein.

 

http://www.islamiq.de/2019/10/02/fragen-zum-tag-der-offenen-moschee-2/

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