IQNA

20:39 - September 22, 2020
Nachrichten-ID: 3003134
Teheran (IQNA)- Im Interview mit khamenei.ir enthüllt Schahid Qassem Soleimani kurz vor seinem Martyrium spannende Einzelheiten des 33-Tage-Krieges des zionistisches Regimes gegen den Widerstand im Libanon... Übersetzt von Offenkundiges.de

Wenige Monate vor seinem Martyrium wurde General Qassem Soleimani zum 33-Tage-Krieg zwischen Libanon und Israel im Jahr 2006 von Khamenei.ir interviewt. Wir haben das Interview mit erstaunlichen Insiderinformationen aus dem Englischen übersetzt. Dies ist der dritte und letzte Teil. (Teil 1 und Teil 2)

Interviewer: Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Begnadenden. Sie sagten, dass Sie nach Teheran zurückkehrten und noch in derselben Nacht in den Libanon aufbrachen.

Schahid Soleimani: Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Begnadenden. Ich bin im Anschluss sofort nach Syrien zurückgekehrt. Aber ich hatte ein sehr gutes Gefühl, ich hatte eine Botschaft, die vielleicht das Wertvollste überhaupt für Sayyid Hassan war. Imad (Mughniyya) kam, um mich wieder abzuholen und wir nahmen den gleichen Weg in den Libanon. Ich stattete dem Sayyid einen Besuch ab und erzählte ihm von der Botschaft des Imams. Nichts hätte seine Moral so heben können wie diese Worte.

Erstens: Der Sayyid hat eine wichtige Eigenschaft, dessen Niveau keiner von uns bisher erreicht hat. Ich denke, wir sollten seinem Modell des Verständnisses der Wilaya folgen. Er glaubt fest an die Aussagen des Imam und betrachtet sie als göttlich und orakelhaft. Deshalb schenkt er jeder Botschaft und Äußerung, die der Imam herausgibt, sorgfältige Aufmerksamkeit und widmet sich ihr.

Ich überbrachte dem Sayyid die Worte, über die er sich sehr freute. Danach wurde der erste Punkt, den der Imam ansprach unter allen Kämpfern – einschließlich derer an der Front und auf verschiedenen Ebenen – verbreitet: „Der Ausgang dieses Krieges wird wie der Sieg in der Grabenschlacht sein, und auch wenn damit große Entbehrungen einhergehen, wird es ein großer Sieg werden.“

Zweitens: Die Analyse, dass der Feind bereits eine Invasion geplant hatte, wurde zur Grundlage für die Arbeit von Sayyid Hassan, um die öffentliche Meinung von den Absichten des Feindes zu überzeugen und dessen Bewusstsein für die Absichten des Feindes zu schärfen.

Was den dritten Punkt anbelangt, so wurde Dschauschan al-Saghir sehr populär; denn dieses Bittgebet hat tiefe spirituelle, gottesdienstliche und mystische Bedeutungen. Man kann sogar sagen, dass es eines der besten Bittgebete aus Mafatih-ul-Dschinan ist. Das Bittgebet verbreitete sich; es wurde oft im Fernsehkanal Al-Manar mit einer schönen und melancholischen Stimme vorgetragen. Es wurde so populär, dass auch die Christen begannen, es zu rezitieren, denn das Bittgebet ist göttlich und mystisch. Es ist nicht auf eine einzige Gemeinschaft beschränkt. Jeder, der Gott anbetet und vor der göttlichen reinen Kraft demütig ist, wird das Flehen als einflussreich empfinden. Diese Botschaft war also sehr einflussreich und markierte einen Neuanfang, indem sie frisches Blut in die Adern der Hisbullah pumpte, so dass sie mit größerer Hoffnung und Zuversicht auf das Schlachtfeld gegen den Feind zogen.

Interviewer: Wir hatten ein Interview mit Sayyid Hassan, das etwa fünf Stunden dauerte. Er erzählte Anekdoten. Zu der Anekdote, die Sie gerade erzählt haben, sagte er: „Hadsch Qassim kam und brachte diese Botschaft und zitierte den Imam mit den Worten: ‚Sie werden nicht nur den Krieg gewinnen, sondern auch eine Macht in der Region werden.‘“ Und der Sayyid fuhr fort: „Ich schaute Hadsch Qassim an und sagte: ‚Wir streben nicht danach, eine Macht zu werden, wir wollen nur überleben.‘“

Nun möchte ich Sie fragen: Haben Sie Sayyid Hassan Nasrallah und anderen Befehlshabern der Hisbullah im Namen von Imam Chamenei noch eine andere Botschaft überbracht?

Schahid Soleimani: Ich kehrte erst am Ende des Krieges zurück und blieb die 33 Tage im Libanon. Nachdem der Krieg geendet hatte, kehrte ich in den Iran zurück und wir hatten ein Treffen in Teheran, wie wir es in Maschhad hatten. Das Treffen fand in Anwesenheit des Imams, der Leiter der drei Verfassungsorgane und wichtiger Beamter statt. Ich legte einen Bericht über die Ereignisse vor, der zum Teil bereits veröffentlicht worden war. Als ich im Libanon war, schickte ich über unsere sichere Leitung täglich Berichte nach Teheran, so dass sie bereits über die allgemeinen Informationen des Krieges verfügten.

Interviewer: Wie waren die Meinungen innerhalb des Iran über die Erwiderung und die Reaktion der Islamischen Republik? Gab es Meinungsverschiedenheiten unter den Beamten oder waren alle damit einverstanden?

Schahid Soleimani: Zu dieser Zeit gab es keine Meinungsverschiedenheiten. Das heißt, alle Behörden teilten die gleiche Ansicht und stimmten darin überein, dass der Iran die Hisbullah in unterschiedlichen Aspekten unterstützen sollte, einschließlich geistiger und materieller Unterstützung (d. h. durch die Bereitstellung von Waffen, Ausrüstung, Einrichtungen), medienbezogener Unterstützung und all dessen, was der Islamischen Republik zur Verfügung stand – innerhalb des Systems zögerte zumindest damals niemand. Auch als ich im Libanon war, hörte ich, dass es in dieser Hinsicht keine Bedenken gab. Es herrschte völlige Einigkeit in der Islamischen Republik, was die Unterstützung der Hisbullah und den Versuch anbelangt, der Hisbullah zu helfen, den Krieg zu gewinnen.

Denn der Hauptbefürworter dieser Unterstützung war der Imam, und so gab es im Iran kein Zögern, diese Sache in die Hand zu nehmen und die Zweckmäßigkeit der Islamischen Republik, des Islam und der islamischen Gelehrten zu erkennen. Natürlich kann es auch jetzt noch Meinungsverschiedenheiten in bestimmten Fragen geben, aber in Bezug auf die Hisbullah herrschte auf allen Ebenen Konsens.

Interviewer: Die operativen Aspekte des 33-Tage-Kriegs sind wenig diskutiert worden. Es wurde hauptsächlich über die Lage des zionistischen Regimes in diesem Krieg diskutiert. Es wäre interessant, von Ihnen – der Sie bei dieser Konfrontation anwesend und aktiv waren – einige Einzelheiten über die operative Strategie der Hisbullah und der Widerstandsfront im 33-Tage-Krieg zu erfahren. Und bitte erzählen Sie uns auch von Ihrer Präsenz während dieser Zeit im Libanon.

Schahid Soleimani: Nun, es gibt immer noch Themen im Zusammenhang mit dem 33-Tage-Krieg, die nicht näher erläutert werden können. Obwohl der Krieg bereits 13 Jahre zurückliegt, gibt es rund um den Krieg und der Art und Weise, wie die Hisbullah operierte, Geheimnisse, die noch (in Zukunft) geheim bleiben werden. Aber unter den Aspekten, die öffentlich diskutiert werden können und nützlich sind, gibt es einige wichtige Punkte, auf die ich hier eingehen möchte. Die Hisbullah hatte einen Kommandoraum im Herzen der Dahia. Die umliegenden Gebäude wurden in der Regel bombardiert und zerstört. Jede Nacht wurden zwei oder drei hohe Gebäude mit 12 oder 13 Stockwerken – manchmal mehr – dem Erdboden gleichgemacht. Dieses Zimmer war nicht unterirdisch, sondern ein klassisches Zimmer, in dem bestimmte Geräte, Anschlüsse und Netzwerke bereitgestellt wurden. Eines Nachts hatten sich fast alle, die den Krieg führten, im Kommandoraum versammelt. Gegen 23 Uhr, nachdem die Gebäude um uns herum getroffen und niedergerissen worden waren, spürte ich, dass Sayyid Hassan wirklich in Gefahr war. Also beschloss ich, dass er fort müsse. Imad und ich tauschten uns dazu aus. Sayyid Hassan wollte es jedoch nicht einfach so hinnehmen, den Kommandoraum zu verlassen. Vielmehr ging es darum, ihn in ein anderes Gebäude zu bringen, falls der Feind aufmerksam auf das Gebäude geworden war, indem wir uns befanden. Israelische MK-Drohnen flogen ständig in 3er-Gruppen über die Dahia und verfolgten jede Bewegung genauestens, selbst wenn es sich um ein Motorrad handelte. Gegen Mitternacht war niemand auf den Straßen – als ob es im Herzen der Dahia, dem Zentrum der Aktivitäten der Hisbullah, keine lebende Seele gäbe.

Wir kamen überein, das Gebäude zu wechseln. Und das taten wir auch. Die Entfernung zwischen den Gebäuden war gering. Während wir das andere Gebäude betraten, gab es ein weiteres Bombardement: eine Stelle unmittelbar neben dem alten Gebäude wurde getroffen. Wir warteten im gleichen Gebäude, weil wir dort eine sichere Leitung hatten und unsere Kommunikation nicht verlieren wollten. Sayyids Kommunikation, und insbesondere die von Imad, durften nicht verloren gehen. Dann gab es eine weitere Reihe von Bombardierungen und eine Brücke in der Nähe dieses Gebäudes wurde getroffen. Wir befürchteten, dass es eine dritte Runde geben würde, die das Gebäude selbst treffen könnte. Wir waren allein in dem Gebäude, wir drei: Sayyid Hassan, Imad und ich. Wir beschlossen, das Gebäude zu verlassen und in ein anderes zu gehen. Wir verließen das Gebäude. Wir waren zu Fuß, wir hatten kein Auto. Dahia war in völliger Dunkelheit und Stille getaucht. Das einzige Geräusch, das die Stille durchbrach, war das Geräusch der Flugzeuge des Feindes, die über uns flogen. Ich trug eine Militärausrüstung. Ich zog mein Militärhemd aus, da ich darunter ein einfaches Hemd trug, aber ich hatte immer noch meine Militärhose an.

Imad riet dem Sayyid und mir, unter einem Baum zu warten, der uns vor den Blicken des Feindes verdeckte. Wobei die MK-Drohnen Wärmekameras besitzen, die auch nachts menschliche Körper wahrnehmen können. Daher war es unmöglich, sich vor ihnen zu verstecken. Wir warteten dort und ich erinnerte mich an die Geschichte von Muslim ibn Aqil. Nicht für mich, sondern für den Sayyid. Er war der Anführer dieses Ortes.

Imad ging, um ein Auto zu holen. Schnell kam er mit einem zurück. Er brauchte dafür wahrscheinlich nicht mehr als ein paar Minuten. Ich spreche sehr gerne über Imad, befürchte aber, dass die Sitzung wie gestern unterbrochen werden könnte. Er war unübertroffen, vor allem in der Planung. Als das Auto uns erreichte, nahm eine knapp über uns fliegende MK-Drohne das Fahrzeug ins Visier. Sie wissen, dass diese Drohnen das Bildmaterial nach Tel Aviv schickten und es auf einem Bildschirm in ihrer Kommandozentrale zu sehen war. Wir brauchten einige Zeit, um den Feind zu verwirren, indem wir uns von einem unterirdischen Raum zum nächsten und von diesem Auto in ein anderes bewegten. Gegen zwei Uhr morgens kehrten wir wieder in das Kommandozimmer zurück. Der wichtige Punkt an dieser Stelle ist, dass in einem Krieg normalerweise viel Eile geboten ist. Nach 40 Jahren militärischer Sicherheitsarbeit verstehe ich das sehr gut. In Kriegen muss man in großer Eile handeln, bevor man die Gelegenheit verliert.

Während dieses Krieges überraschte und verwirrte die Hisbullah den Feind in jeder Phase mit einem neuen Hilfsmittel oder einer neuen Aktion. Das heißt, sie haben ihre Karten nicht alle auf einmal aufgedeckt. Sayyid Hassan hatte einen Begriff für diese Strategie, die den Feind im Dunkeln und in Angst hielt. Er operierte Schritt für Schritt. Er pflegte zu sagen, die nächste Etappe sei Haifa, die Etappe nach Haifa sei Folgendes und dann die zweite Etappe nach der Etappe von Haifa sei Folgendes. Sie [Sayyid Hassan und Mitglieder der Hisbullah] schritten Stufe für Stufe voran, um dem Feind die Situation zu diktieren. In jeder Etappe enthüllten sie eine neue Waffe, um dem Feind in jeder Situation ihre Fähigkeit, hart und tief zuschlagen zu können, unter Beweis zu stellen.

So wurde dem Feind damals, im Jahr 2006, bewusst, dass die Hisbullah die Macht hatte, den Krieg in die nächste Phase zu führen. Das heißt, in die rote Stufe der Gefährdung, und es gab keine gefährlichere Stufe als diese. Mit anderen Worten, die Hisbullah hatte die Macht, den Krieg nach Tel Aviv zu tragen. Die Maßnahmen der Hisbullah umfassten also nicht nur einen militärischen Aspekt, sondern auch einen starken psychologischen Aspekt. Das bedeutet, dass die Hisbullah jedes Mal, wenn sie eine militärische Operation durchführte und den Feind an einem anderen geografischen Punkt im besetzten Palästina herausforderte, den Feind verwirrte und ihm damit einen gewaltigen psychologischen Schlag versetzte.

Der zweite Punkt betrifft die Nutzung militärischer Instrumente. Der Feind ging davon aus, dass er mit seinen umfangreichen Militäraktionen die Stärke der Hisbullah reduziert oder vollständig neutralisiert hatte. Doch jedes Mal, wenn sie verkündeten, dass die Hisbullah ihre Fähigkeit verloren habe, zum Beispiel Raketen abzufeuern, feuerte die Hisbullah am selben Tag oder am Tag darauf mehr Raketen ab als am Vortag. Raketen abzufeuern war keine einfache Aufgabe. Das bedeutet, wenn ein Gebiet ständig unter Bedrohung aus der Luft steht, durch eine sich bewegende und schwere Luftwaffe, muss die Rakete aus ihrem Bunker herausfahren, das Ziel anvisieren, feuern und an einem anderen sicheren Ort ankommen, ohne den Raketenwerfer zu beschädigen. Es war eine sehr schwierige Aufgabe.

Interviewer: Wie lange und welche Schritte hat es bedurft, bis sich solche Fähigkeiten entwickelt haben?

Schahid Soleimani: Die Bereitschaft und Agilität der Hisbullah-Kämpfer war den präzisen und intensiven Manövern zu verdanken, die zwischen den Jahren 2000 und 2006, als das zionistische Regime aus dem Südlibanon floh beziehungsweise besiegt wurde, begonnen hatten. Diese Übungen und diese Bereitschaft wurden ohne Unterbrechung bis 2006 im Rahmen eines zuvor von der Hisbullah umrissenen Plans – des Sayyid-ul-Schuhada-Plans – fortgesetzt.

Der Organisator dieses Plans war Imad. Der Gestalter war ebenfalls Imad. Er hatte genau umrissen, wie man sich aufstellen und verhalten sollte, wenn man dem Feind gegenübersteht.

Der dritte Punkt ist die Taktik der Hisbullah. Im Gegensatz zu anderen Kriegen, in denen es einen Stützpunkt an der Front gibt, gab es in diesem Krieg keinen Stützpunkt an der Front. Vielmehr war jeder Ort in diesem Krieg ein Stützpunkt. Jeder Ort, das heißt vom Kontaktpunkt, der den Schnittpunkt der Grenze zwischen dem besetzten Palästina und dem Libanon bildete, bis zumindest zum Litani-Fluss – jeder Punkt in diesem Gebiet, einschließlich jedes Bergs, jedes Dorfs oder sogar jedes Haus – war ein Stützpunkt. Aber kein Stützpunkt im traditionellen Sinne, wie sie in einem klassischen Krieg üblich sind und die wir auch gegen die Invasion Saddams einsetzten. Vielmehr ein Stützpunkt mit einer besonderen Taktik.

Man könnte sich die Taktik der Hisbullah als ein riesiges Minenfeld vorstellen. Ein riesiges, intelligentes Minenfeld ohne leeren oder sicheren Raum innerhalb seiner Grenzen.

Wenn Sie also die Bewegungen des Feindes beobachtet hätten, hätten Sie sehen können, dass der Feind nicht durch die Dörfer eindringen konnte. Auch nicht durch die Dörfer direkt an der Grenze. Sie konnten nicht eindringen.

Auch in die Städte konnten sie nicht eindringen. Schließlich beschlossen sie, durch das Tal Wadi-al-Hadschar einzudringen und in Richtung Litani vorzustoßen. Das war in der Tat der Wendepunkt und der Punkt der Niederlage des Feindes.

Es gibt einen wichtigen Punkt in Bezug auf den 33-Tage-Krieg, und zwar, dass manchmal ein von der Hisbullah ausgeführter Schlag eine erstaunliche Wirkung hatte. Genau wie der Schlag, den Amir al-Mu’minin während der Grabenschlacht gegen Amr ibn Abd al-Wudd ausführte. Der Schlag, über den der Prophet (s.) sagte: „Der Schlag von Amir al-Mu’minin ist gleichbedeutend mit den Gebeten aller Dschinn und aller Menschen.“ Warum? Weil er den Islam gerettet hat.

Die Hisbullah gestaltete jeden Treffer so, dass er manchmal die gesamte Einheit des zionistischen Regimes auf einmal außer Gefecht setzte. Ein Beispiel dafür war die Marineeinheit des Regimes. Sie wissen, dass es eine Verbindungsstraße gibt, um den Südlibanon zu erreichen. Diese Straße erstreckt sich entlang der Küste des Mittelmeers, führt durch Saida und Sour und schließlich zu den Frontlinien des Südens.

In jedem Krieg setzte das zionistische Regime Fregatten ein und blockierten diese Straße vom Meer aus mit präziser Artillerie. Während dieses Krieges taten sie in der ersten Woche dasselbe. Was sich der Feind nicht vorstellen konnte – und die Hisbullah überraschte sie damit –, waren die Seezielraketen. Diese Raketen sollten an diesem Tag zum ersten Mal getestet werden. Im Vorfeld waren all diese Raketen versteckt worden und bisher noch nicht getestet.

Die Raketen waren alle versteckt. Es war eine schwierige Operation. Die Rakete musste aus einem versteckten Bunker herauskommen und mit einem Fahrzeug, auf das sie geladen war, zu einer Abschussbasis auf ein offenes Gelände gefahren werden, während drei oder vier israelische Fregatten vor ihnen warteten. Es war geplant, dies zu tun, während Sayyid Hassan seine Rede halten sollte. Denn es gab Gerüchte, dass er verletzt worden sei, und dies hatte die libanesische Öffentlichkeit beunruhigt. Der Sayyid hatte sich mit Imad darauf geeinigt, eine Rede zu halten.

In dieser Woche hatte der Feind die Oberhand, während wir abgesehen von der Raketenabwehr nichts Bedeutendes getan hatten. Es musste etwas getan werden. Die Rakete wurde auf ihren Raketenwerfer geladen und war mehrmals feuerbereit. Jedes Mal gab es ein Problem mit dem Start. Der Sayyid wollte es in seiner Rede als einen überraschenden Schritt und eine wichtige überraschende Operation ankündigen. Er hielt seine Rede. Sie musste aufgezeichnet werden, um zu einem späteren Zeitpunkt ausgestrahlt zu werden. Genauso, wie Sie das, was ich in diesem Raum sage, aufzeichnen und dann bearbeiten oder später mit mir absprechen und ich im Anschluss einige Teile davon streichen lasse.

Der Sayyid sollte in einem Raum sprechen, während wir mit Imad und einem weiteren Bruder in einem angrenzenden Raum saßen. Seine Rede neigte sich dem Ende zu, aber die Rakete wollte nicht starten. Die Schlacht tobte. Als er den letzten Friedensgruß (Salam) aussprechen wollte, als er diesen Punkt erreichte, kurz bevor er diese Worte aussprach, wurde die Rakete gestartet. Die Rakete flog mit Überschallgeschwindigkeit und traf die Fregatte sofort. Als er fertig war, sagte er – wie aus der metaphysischen Welt inspiriert und als ob er die Szene vor sich sah –, dass sie [die Zuschauer] jetzt die brennende israelische Fregatte vor sich sehen können.

Die Rhetorik von Sayyid Hassan fiel mit dem Auftreffen der Rakete auf das Ziel zusammen. Dahinter steckt eine Philosophie, die für die Öffentlichkeit vielleicht nicht akzeptabel ist, aber Gott hat diesen Satz mit dem Schlag zusammenfallen lassen. Das regt zum Nachdenken an. Obwohl diese Kriegsschiffe über elektronische Kriegsführungssysteme verfügen und ankommende Raketen umleiten oder mit Raketenabwehrsystemen treffen können, traf die Rakete das Ziel und zerstückelte es.

Dies läutete die Beseitigung der Marineeinheiten des zionistischen Regimes ein, die bis zum Kriegsende nie wieder gesehen wurden. Mit einer einzigen Rakete wurde die gesamte Marineeinheit des zionistischen Regimes außer Gefecht gesetzt. Dies kann natürlich ausführlich analysiert und diskutiert werden. Ein Aspekt davon sind die Fähigkeiten des zionistischen Regimes. Das bedeutet, dass man daraus versteht, dass ein Regime, dessen Seestreitkräfte mit einer einzigen Rakete neutralisiert werden können, unabhängig davon, wie viele Fregatten es besitzt, beim nächsten Mal mit zwei oder drei Raketen vollständig vernichtet werden kann. Dieses Mal reichte eine Reichweite von 100 km. Das nächste Mal könnte es mit einer Reichweite der Rakete von 300 km passieren.

Nun, dies wurde zu einem Wunder und einem großen Sieg. Die Menschen, die aus ihren Häusern vertrieben worden waren oder die zu dieser Zeit unter Beschuss standen, brachten ihre Freude mit Allahu-Akbar-Rufen zum Ausdruck. Dies war ein weiterer überraschender Schritt der Hisbullah, der das Gleichgewicht verschob und auf den das zionistische Regime nicht reagieren konnte, bis sie entschieden, sich in Richtung des Chiyam-Tals und des Litani-Flusses zu bewegen. Dort wurden sie erneut besiegt. Der 27. Tag und der 28. Tag waren schwierige Tage. Imad und ich trennten uns. Der Sayyid war an einem anderen Ort. Wir mussten besondere Maßnahmen durchlaufen, um uns mit ihm treffen zu können. Wir trafen uns abends, und Imad berichtete ausführlich über die Zusammenstöße.

Er erhielt auch Anweisungen von Sayyid Hassan. Die Tage vom 20. bis zum 28. Tag waren sehr schwierig. Es war überwältigend und hart. Es waren wahrscheinlich die schwierigsten Tage dieser 33 Tage. Einige Themen können jetzt nicht diskutiert werden. Einmal machte Imad eine wichtige Improvisation. Sie war sehr effektiv. Wenn ich ihre Wirkung messen wollte, sollte ich sie mit der Botschaft und dem Versprechen des Imams bezüglich des Sieges in diesem Krieg vergleichen. Es war so wichtig! Es war ein Brief von den Kämpfern an den Fronten, die den Feind bekämpften und unter Beschuss standen, gerichtet an Sayyid Hassan. Es war ein erstaunlicher Brief. Am Tag, als er vorgelesen wurde, weinte Imad laut. Ich habe niemanden gesehen, der diesen Brief las und nicht weinte. Wichtiger war jedoch Sayyid Hassans Antwort auf diesen Brief.

Wenn wir vielleicht eine Analogie ziehen wollten, wäre es vergleichbar mit den Gedichten, die von den Gefährten Imam Hussains (a.) in Kerbala zur Verteidigung gegen die Feinde vorgetragen wurden. Und Sayyid Hassans Antwort an seine Kämpfer war wie die Rede Imam Hussains (a.) zum Lob seiner eigenen Gefährten am Vorabend von Aschura. Diese beiden Gespräche – der Brief der Kämpfer an Sayyid Hassan und seine Antwort darauf – waren beide sehr einflussreich und göttlich. Die bloße schriftliche Äußerung der Kämpfer auf dem Schlachtfeld und Sayyids Antwort darauf hatten eine große Wirkung und erzeugten eine Menge Energie. Ab dem 28. Tag nahm der Krieg eine Wendung. Ich muss alle, die dies hören, auf einen Punkt hinweisen: Es gab viele Szenen wie diese während unserer heiligen Verteidigung im Iran. Ich habe immer gesagt, dass einer der Gründe dafür, dass wir während dieses Krieges auf der richtigen Seite standen, der Geist unserer Kämpfer war, der dem Zustand einer spirituellen Reise zu Gott glich, wo die Schleier entfernt werden, wo die Kämpfer aus der metaphysischen Welt sprechen.

Einmal waren wir in Schalamscheh – vielleicht anderthalb Jahre vor der Operation Karbala 5 – und bereiteten uns auf eine Operation vor. Natürlich hatten unsere Geheimdienste zuvor die Operationszone identifiziert und sich dort postiert, um zu verhindern, dass der Feind uns sieht. Vor uns lag ein Gewässer. An diesem Tag zogen zwei unserer Kämpfer namens Hussein Sadeghi und Akbar Mousaiepour ab, um Informationen zu sammeln. Sie kehrten aber nie zurück. Es gab einen unserer Brüder, der eine mystische Verbindung mit Gott hatte. Er war ein junger Student, aber sehr mystisch. Es gab wahrscheinlich nicht viele wie ihn in der praktischen Mystik. Er hatte eine Stufe erreicht, die viele Mystik-Gurus erst nach 70 oder 80 Jahren erreichen.

Er nahm Kontakt mit mir auf und bat um ein Treffen mit mir. Wir benutzten damals Funkgeräte. Ich war in Ahvaz, als er mich kontaktierte. Ich ging, um ihn zu treffen. Er sagte mir, dass Akbar Mousaiepour und Sadeghi nicht zurückgekehrt seien. Ich war sehr betrübt. Ich sagte ihm, dass wir noch nicht einmal begonnen hätten und der Feind jetzt schon Gefangene genommen hätte und dass die ganze Operation aufgedeckt worden sei. Ich sprach wütend mit ihm. Ich blieb einen Tag lang dort und kehrte am nächsten Tag zurück, weil wir an mehreren Fronten aktiv waren. Zwei Tage später meldete er sich erneut bei mir und bat um ein Wiedersehen. Ich ging, um ihn wieder zu treffen.

Er – sein Name war Hussein – sagte mir, dass Akbar Mousaiepour am nächsten Tag zurückkehren werde. Ich fragte ihn: „Hussein, wovon redest du?“ Er lächelte und sagte: „Hussein, Sohn von Qalam Hussein, sagt das.“ Der Name seines Vaters war Qalam Hussein, welcher ein wertvoller Lehrer war. Seine Mutter war auch Lehrerin. Er war der Sohn von zwei Lehrern. Er selbst war wie ein Lehrer in seiner Jugend. Wenn die Leute von Herrn Hussein sprachen, meinten sie ihn. Es gab dort viele, die Hussein hießen. Aber nur einer von ihnen war gemeint, wenn von Herrn Hussein die Rede war. Jedenfalls fragte ich ihn, wovon er sprach. Er sagte: „Morgen wird Akbar Mousaiepour zurückkehren und Sadeghi wird als nächster zurückkehren.“

Ich fragte ihn, woher das kommt. Er sagte: „Bleiben Sie einfach hier.“ Ich bin geblieben. Wir hatten ein Militärfernglas – wir nannten es Kaninchen-Fernglas –, das in einer Art Stützpunkt aus Sandsäcken stand. Es war gegen 13 Uhr, als Brüder vom Geheimdienst, die das Fernglas nutzten, etwas auf dem Wasser sahen. Ich ging hin, um selbst zu gucken. Es lag eine Leiche auf dem Wasser. Die Brüder bargen sie. Es war Akbar Mousaiepour.

Am nächsten Tag kam Hussein Sadeghi. Das Erstaunliche daran war, dass das Wasser sie trotz der Strömung an ihren Ausgangspunkt zurückgebracht hatte. Sie wurden beide im Wasser Märtyrer und das Wasser brachte ihre Körper an den gleichen Punkt zurück. Es war so erstaunlich. Ich fragte Hussein: „Hussein! Woher wussten Sie das?“ Er sagte zu mir: „Ich hatte in der Nacht zuvor einen Traum. In meinem Traum sah ich Akbar Mousaiepour, der mir sagte: ‚Wir sind keine Gefangene, sondern Märtyrer. Ich werde morgen um diese Stunde zurückkehren, und Sadeghi wird am nächsten Tag wiederkommen.‘“ Dann erzählte mir Hussein etwas Wichtiges. Er fragte mich: „Wissen Sie, warum Akbar Mousaiepour mit mir sprechen konnte? Weil er zwei wichtige Tugenden hatte. Erstens: Er war verheiratet. Zweitens: Er hat immer seine Nachtgebete verrichtet, auch wenn er im Wasser war. Es war seine Tugend, die es ihm ermöglichte, mich in meinem Traum zu besuchen.“

Hussein selbst wurde später zum Märtyrer. Ich wollte darauf hinweisen, dass in diesen schwierigen Tagen einer der Hisbullah-Brüder, der fleißig in der Religionsausübung war, im Süden Verantwortung trug. Er erzählte einmal, dass er, wenn auch nicht schlafend, einen Traum sah, der eher einer Vision glich: „Ich sah eine Dame in Begleitung von ein oder zwei anderen Damen. In meiner Vision fühlte ich, dass sie Fatima al-Zahra (a.) war. Ich ging auf sie zu, warf mich ihr zu Füßen und sagte ihr, sie solle sich unser Elend ansehen: ‚Sehen Sie sich an, wie es uns geht.‘ Die Dame sagte, dass alles gut werden wird. Ich sagte: ‚Nein.‘ Als ich darauf bestand, sagte sie, dass alles gut werden würde, winkte mit einem Taschentuch, das sie aus ihrer Robe zog, und sagte: ‚Es ist vorbei.‘“

Einen Augenblick später wurde ein israelischer Hubschrauber von einer Rakete getroffen und dann begannen die Einschläge auf die Panzer. Die Einschläge auf die Panzer markierten den Anfang vom Ende für das Regime. Zu diesem Zeitpunkt tauchte eine neue Variable auf und zum ersten Mal wurden in diesem Krieg Kornet-Raketen enthüllt. Die Merkava-Panzer wurden zum ersten Mal getroffen. Etwa sieben Panzer wurden an einem Tag zerstört.

Interviewer: Wie endete der Krieg?

Schahid Soleimani: Damals war Hamad al-Chalifah der Außenminister von Katar. Er war bei der UNO und vermittelte, da er immer wieder in den Libanon reiste. Später erzählte er: „An jenen Tagen wollten die Amerikaner keinesfalls zulassen, dass ein Waffenstillstand zustande kommen konnte. Ich war enttäuscht und ging nach Hause, um mich auszuruhen. Plötzlich hatte der israelische Botschafter bei den Vereinten Nationen es eilig, zu mir zu kommen. Er war ängstlich und in Eile. Er fragte, wo ich bin, und ich fragte, was los sei. Er sagte, wir sollten zur UNO kommen. Als wir ankamen, sah ich diesen bösartigen John Bolton nervös auf und ab gehen. Beide sagten mir, der Krieg müsse sofort aufhören. Ich fragte, warum? Sie sagten, wenn der Krieg nicht beendet wird, würde die israelische Armee implodieren und auseinanderfallen.“

Folglich mussten sie auf alle ihre Bedingungen verzichten und die Bedingungen der Hisbullah und den Waffenstillstand akzeptieren. Das war ein großer Sieg für die Hisbullah. Tatsächlich war es nicht nur ein Sieg in diesem Krieg, sondern auch ein Wendepunkt: Das Ende der Angst vor der israelischen Aggression gegen den Libanon. Das hat bis heute angehalten. Die Hisbullah hat nicht nur die Aggressionen Israels gegen den Libanon beeinflusst, sondern auch die Annahmen des zionistischen Regimes für jegliche Aggression. Ich kann bestätigen, dass beim zionistischen Regime nach dem 33-Tage-Krieg die Ben-Gurion-Strategie, eine Strategie des Präventiv- und Offensivschlags, allmählich einer defensiven Strategie wich.

Sie haben gesehen, was vor einigen Wochen geschah, als die Hisbullah Israel mit Vergeltung durch eine militärische Reaktion für zwei Märtyrer drohte. Israel zog sich 3 bis 5 km von der Grenze zurück, so dass ein Reporter von Al-Mayadeen die Stacheldrähte an der Grenze überqueren konnte und sagte, dass er aus dem besetzten Palästina berichte, während er fröhlich einen Segensgruß (Salawat) rezitierte. Dies war eine Folge des 33-Tage-Kriegs.

Interviewer: In diesen Tagen feiern wir die Nationale Woche der heiligen Verteidigung. Wie hat die Kultur und Literatur der heiligen Verteidigung die Widerstandsfront in der Region beeinflusst?

Schahid Soleimani: Wenn Sie sich die Geschichte und den Verlauf der Ereignisse im Islam ansehen, sehen Sie, dass Amir al-Mu’min (a.) dem Propheten (s.) folgte. Wenn Amir al-Mu’minin (a.) lehrte, wenn er einen Brief schrieb oder wenn er eine Predigt hielt, war seine Quelle immer der Prophet (s.) gewesen – seine Handlungen und Verfahrensweise. Wenn Imam Hassan (a.) und der Herr der Märtyrer (Imam Hussain (a.)) jemandem folgen wollten, folgten sie Amir al-Mu’minin (a.) als jemanden, der genau nach den Handlungen und dem Verhalten des Propheten (s.) handelte. Unsere Heilige Verteidigung ist von der gleichen Art.

Das heißt, es ist der Verweis und die Mutter aller anderen heiligen Verteidigungen. Sie hat einen zentralen und heiligen Zustand. Während der Heiligen Verteidigung manifestierten sich die Spiritualität auf ihrem Höhepunkt. Religiöse Förderungen tauchten bis zum Äußersten auf und Angelegenheiten des Glaubens und der Anbetung wurden in ihrer perfekten Form ohne Abweichung zur Schau gestellt. Opfer, Dschihad und Märtyrertod wurden auf elegantester Weise präsentiert. Das Verhältnis zwischen Vorgesetzten und Untergebenen in unserer Heiligen Verteidigung kann nur mit den raffiniertesten und einzigartigen Szenen aus der Frühzeit des Islam verglichen werden.

Die Heilige Verteidigung war also in jeder Hinsicht ein Höhepunkt. Nehmen wir zum Beispiel das Alborz-Gebirge. Es erstreckt sich über mehr als 1000 km. Aber sein höchster und berühmtester Gipfel ist der Damavand. Die Heilige Verteidigung ist wie der Damavand im Vergleich zu anderen Verteidigungen. Er ist der höchste von allen und sie liegen in seinem Herrschaftsgebiet oder in den Bergen seines Gebirges. So können wir sie vergleichen.

Interviewer: Ich danke Ihnen vielmals.

 

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