IQNA

Israel verletzt weiterhin Genfer Abkommen

23:26 - August 15, 2022
Nachrichten-ID: 3006673
TEHERAN (IQNA) – Mohammad Nassar, 62 Jahre alt, hatte seinen Sohn Schadi, etwa 20 Jahre alt, verloren. Schadi hatte an Widerstandsaktivitäten gegen die israelische Besetzung während der zweiten palästinensischen Infada teilgenommen.

Seitdem hatte Nasser ständig darum gekämpft, Schadis Leiche von den israelischen Behörden zurückzuerhalten.

Nasser sagte der Andalou Agency: „Ich möchte ihn mit voller Würde beerdigen, ich möchte mit dem Wissen sterben, dass er ein bekanntes Grab hat. Ich bin jetzt 62 Jahre alt und habe fast 20 Jahre lang nie aufgehört, hierfür zu kämpfen.“

Seit 2008 ist Nasser eine zentrale Persönlichkeit in der Nationalen Kampagne für die Rückführung der sterblichen Überreste von Märtyrern.

Die Eltern verstorbener Palästinenser sind Mitglied dieser Kampagne und kämpfen dafür, dass ihre Kinder ein Grab mit Namen erhalten.

Nasser sagte: „Unsere Erinnerungen sind in jeder Ecke dieses Hauses miteinander verschlungen. Sein Name wird in unseren täglichen Gespräche immer erwähnt.“

Er sagte, dass der Name fünf seiner Enkel Schadi sein- ein Tribut an ihren Onkel, der nicht mehr nach Hause kam.

Nach Hussein Schedschaea, dem Koordinator dieser Kampagne, waren seit 2015 102 Leichen von den israelischen Behörden zurückgehalten worden.

Acht sind palästinensische Gefangene, die im Gefängnis gestorben waren, aber die Behörden des israelischen Regimes hatten sich geweigert, sie an ihre Familien auszuliefern. Auf der Liste stehen zehn Kinder und drei Frauen.

Dokumente des Jerusalem Legal Aid and Human Rights Centre (JALIC), welche die nationale Kampagne ins Leben gerufen hatte, zeigen, dass auf dem Friedhof mit Nummerierungen, auf dem die Namen der Toten durch Nummern ersetzt sind, 256 Leichen begraben sind.

Mohammad Schehadeh vom Euro-Med Human Rights Monitor sagte, dass Israel ständig absolute Verbote unter dem internationalen Gewohnheitsgesetz auf drei wichtigen Ebenen verletzen würde. Seine Politik verletzt die vier Genfer Abkommen hinsichtlich der Rückführung der Toten zu ihren Familien.

Schedschaea sagte: „Die Zurückhaltung der Körper ist Politik der kollektiven Strafe, die das Leben nach dem Tod für die Palästinenser kontrolliert. Es ist eine Strafe für die Familien, die für ihren Sohn ein Grab ausgehoben hatten und deren Hoffnung zu wissen, wo sich dieses Grab befindet, um es an bestimmten Tagen zu besuchen. Eine palästinensische Mutter erzählte mir, dass dies eine Wunde sei, die niemals heilen wird.“

Das Zurückhalten palästinensischer Leichen ist ein Bestandteil der Politik der kollektiven Strafe durch Israel, welche durch die Hagueer Gesetze der Vierten Genfer Kovention verboten ist.

Und die Politik steht im Gegensatz zum Folterverbot sowie unmenschlicher und herabwürdigender Behandlung, welches in dem internationalen Bündnis über zivile und politische Rechte hervorgehoben ist. Sie verletzt die Vierte Genfer Konvention, nach der es verboten ist, Geißel sowie Leichen als Geißel oder Verhandlungschips zu nehmen.

Israels Politik, Leichen von Palästinensern als Verhandlungschips auf unbestimmte Zeit zurückzuhalten, verursacht Harm und Pein über leidtragende Familien, die Nähe und einen letzten Blick auf ihren Verstorbenen suchen, bevor sie ihn würdig begraben.

Schehadeh sagte: „Ein weiteres Beispiel für das Ausmaß der Entmenschlichung, Verrohung und Quälerei, das auf Millionen angewendet wird, die unter der Besetzung leiden, ist, den Palästinensern das Recht, ihre Toten beklagen zu dürfen, zu verweigern. Er betonte, dass diese Gruppe permanent die israelischen Behörden dazu aufgefordert hätten, sofort und bedingungslos die sterblichen Überreste der Palästinenser freizugeben. Die Gruppe hatte dieses Problem vor den Rat für Menschenrechte der Vereinten Nationen und einige ihrer Agenturen gebracht. Er sagte: „Wir haben auch die Aufmerksamkeit des Europäischen Parlaments und des Externen Handlungsdienstes auf diese Problem gelenkt und gefordert, dass auf Israel Druck ausgeübt wird, um diese schädliche und schmerzhafte Politik zu beenden. Unsere ständige Fürsprache und das Eintreten für diesen Fall wird fortgesetzt werden, bis alle 103 palästinensische Leichen herausgegeben worden sind.“

(Quelle: Middle East Monitor)

 

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