IQNA: Die Rolle einer Moschee beschränkt sich nicht auf Verrichten von Gebeten und einige von ihnen werden zu einer Brücke die Kulturen und Religionen verbindet. Seit fast neunzig Jahren erfüllt die die älteste Moschee Japans mit Namen Kobe-Moschee diese Rolle weiterhin und bietet ein praktisches Modell für Zusammenleben, Offenheit und soziale Dienste, sodass sie zu einem der herausragendsten Symbole der Präsenz des Islams in diesem Land und einem Ziel für Vorstellung des Islams sowie Stärkung des Vertrauens zwischen Muslimen und der japanischen Gesellschaft wurde. (Quelle: NHK)
Die Kobe-Moschee befindet sich im historischen für seine kulturelle Vielfalt und seinen ausgeprägten Architekturstil bekannten Bezirk Kitano. Diese Moschee wurde im Jahr 1935 gegründet und wurde zur ersten dauerhaften Moschee in Japan. In den vergangenen Jahrzehnten diente dieses religiöse und kulturelle Zentrum Muslimen verschiedener Nationalitäten und entwickelte sich zudem zu einem der herausragendsten islamischen Bauwerke des Landes.
Die Bedeutung der Moschee beschränkte sich nicht auf ihre religiöse Rolle, sondern erlangte einen besonderen Stellenwert nachdem sie den Luftangriffen während des Zweiten Weltkriegs standhielt und anschließend das große Hanshin-Erdbeben im Jahr 1995 überstand, weshalb viele sie als „Wunder-Moschee“ bezeichneten.
Diese Moschee zeigte ihre humanitäre Rolle bei Katastrophen indem sie nach dem verheerenden Erdbeben von Kobe ihre Türen öffnete um Betroffene aufzunehmen wobei Hilfsgüter von Muslimen innerhalb und außerhalb Japans eintrafen, die anschließend ohne Unterschied von Religion und Rasse unter den Bedürftigen verteilt wurden was das gegenseitige Vertrauen zwischen der Moschee und den Bewohnern der Stadt stärkte.
Der Leiter dieser Moschee Asif Mohamed betont, dass diese Erfahrungen eine starke Verbindung zur lokalen Gemeinschaft aufbauten und Bau von Brücken des Vertrauens stets die Priorität der Leitung der Moschee war.
Mit der steigenden Zahl von Muslimen und ausländischen Einwohnern in Japan entstanden neue Herausforderungen im Zusammenhang mit der Organisation großer religiöser Zeremonien. Nachdem in den sozialen Netzwerken Clips vom Festgebet zum Eid al-Fitr verbreitet wurden, die Betende außerhalb der Moschee zeigten und dies von Kritik und fremdenfeindlichen Kommentaren begleitet wurde ergriff die Moscheeleitung die Initiative, um präzisere organisatorische Maßnahmen zu ergreifen.
Bei den Feierlichkeiten zum Eid al-Adha wurde das Verrichten des Gebets mithilfe von Sicherheitsteams und Regelung des Verkehrs der Betenden um Menschenansammlungen außerhalb der Moschee zu verhindern in drei Schichten aufgeteilt was dazu führte, dass diese Zeremonie ruhig und ohne Störung des Fußgängerverkehrs zu Ende ging.
Die Kobe-Moschee empfängt an sieben Tagen der Woche Besucher verschiedener Religionen und Herkünfte mit Ausnahme des Freitagsgebets wobei sie Einführungsführungen und kulturelle Aktivitäten organisiert die darauf abzielen der japanischen Gesellschaft den Islam und die Muslime nahezubringen.
Im vergangenen Juni war diese Moschee Gastgeber für die Mitglieder der lokalen Nachbarschaftsvereinigung die an einer Moscheeführung teilnahmen die islamische Kultur kennenlernten und nach islamischen Speisevorschriften zubereitete Speisen aßen. Sie hatten zudem die Gelegenheit ihre Fragen zu stellen und über jegliche Bedenken bezüglich der Rolle der Moschee in der Gemeinschaft zu sprechen.
Die Verantwortlichen der Moschee glauben, dass der Erfolg der Erfahrung des Zusammenlebens von kontinuierlichem Dialog und gegenseitigem Respekt abhängt, während gleichzeitig die islamische Identität gewahrt bleibt und man sich der japanischen Gesellschaft gegenüber öffnet. Der Leiter der Moschee bestätigt, dass sich das Ziel nicht auf Dienst an Muslimen beschränkt, sondern auch Hilfe beim Aufbau einer Gesellschaft umfasst die mehr Verständnis für kulturelle und religiöse Vielfalt aufbringt und Neuankömmlingen hilft sich positiv in ihre neue Umgebung zu integrieren.
Die Kobe-Moschee vermittelt in ihrer 90-jährigen Geschichte eine auf Dialog und Offenheit basierende Botschaft die betont, dass Vertrauensbildung nicht durch Parolen erreicht wird, sondern durch tägliche Praxis und dass eine Moschee gleichzeitig eine Gebetsstätte und Brücke des Kennenlernens sein kann sowie Zeugnis dafür, dass islamische Werte dazu beitragen die Gesellschaft besser zu verstehen.
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