IQNA

22:08 - May 06, 2022
Nachrichten-ID: 3006068
TEHERAN (IQNA) – Ein französisches Polizeidepartement hat aufgrund einer Beschwerde zweier Musliminnen gegen die Polizei, welche sie gewaltsam angegriffen hatte, Untersuchungen angeordnet.

Frankreichs Generalinspektorat der Nationalen Polizei (IGPN) hat laut „Morocco World News“ die Untersuchung eröffnet.

Die AFP berichtete, dass die Frauen Polizeipersonal wegen öffentlicher Beleidigung und Gewaltausübung am 14. April auf der Clichy-Brücke in der Hauts-de-Seine angeklagt hatten.

Nach Le Figaro waren die Untersuchungen am 28. April eröffnet worden.

Der Anwalt der beiden Frauen, Nabil Boudi, sagte der AFP, dass er mit dem Tempo, mit dem der Fall am 21. April aufgenommen worden war, zufrieden sei.

Dennoch bemerkte der Anwalt, dass es bedauerlich sei, dass es solche rassistische und islamfeindliche Angriffe noch immer in Frankreich gäbe.

In dem Bericht über diesen Fall bemerkte Le Figaro, dass die beiden 23 und 24 Jahre alten Opfer drei Polizeibeamte, von denen sie auf der Clichy-Brücke mehrmals geschlagen worden waren, angeklagt hatten.

Eine der beiden Frauen sagte, dass ein Polizeibeamter versucht hätte, ihr das Kopftuch wegzuziehen.

Die Opfer sagten, dass sie gerade einen Zebrastreifen überquert hätten, als ein Polizeifahrzeug sein Blaulicht einsetzte, um eine Bahn freizumachen, als es plötzlich auf der Höhe der Frauen in die Mitte ausbrach.

Einer der Polizeibeamten verließ das Auto, um die Frauen zu „kontrollieren“, und er schlug die eine der Frauen mehrere Male.

Die anderen beiden Polizisten stehen Anklagen gegenüber, nach denen sie eine Frau bewusstlosgeschlagen haben sollen.

Nach der AFP hatten die Polizeibeamten ebenfalls eine Klage am 16. April gegen die Frauen eingereicht, worin sie die Frauen wegen Missachtung und Rebellion sowie Gewalt gegen die Behörden angeklagt hatten. Die Polizeibeamten hatten die Frauen angeklagt, weil sie die Straße überqueren wollten, obwohl die Polizei das Blaulicht eingeschaltet hatte, um ein auffälliges Fahrzeug unter Kontrolle zu bringen.

Frankreich hatte während der letzten Monate eine alarmierende Welle an Berichten über Angriffe auf Muslime erlebt.

Im April hatten weltweit Muslime und Nicht-Muslime ihren Ärger ausgedrückt, nachdem ein Video in Umlauf gekommen war, auf dem ein Mann zwei Frauen, von denen eine ein Kopftuch trug, angegriffen hatte.

Die Bevölkerungsdichte Frankreichs war 2019 auf 65,10 Millionen geschätzt worden, 8% davon waren Muslime.

Die muslimische Gemeinschaft dieses Landes hatte wiederholt ihren Ärger über die steigende Islamfeindlichkeit während der letzten Jahre geäußert.

Im Wahlkampf vor den letzten Wahlen hatte die Frustration einen neuen Höhepunkt erreicht.

Marine LePen, die extrem rechte Kandidatin, die den amtierenden Emmanuel Macron in der zweiten Wahlrunde im letzten Monat herausgefordert hatte, hatte schon lange geschworen, den Hijab aus der Öffentlichkeit zu verbannen.

Während einer Präsidentschaftskampagne sagte sie: „Leute werden genauso eine Strafe zahlen, wie dafür, wenn sie unangeschnallt im Auto fahren. Es scheint mir, dass die Polizei sehr willig ist, diese Maßnahme durchzusetzen.“

 

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