IQNA- Mary Batool Al-Toma widmete über drei Jahrzehnte ihres Lebens dem Dienst an Konvertiten zum Islam in Großbritannien. Sie erhielt im Jahr 2026 den Preis für ihr Lebenswerk als Anerkennung für ihre bleibenden Verdienste bei Unterstützung von Neubekehrten zum Islam.
IQNA: Jeder, der den Geschichten von Personen lauschte bemerkte, dass die in westlichen Ländern zum Islam konvertierten, eine beachtliche Anzahl von ihnen insbesondere Frauen, nach der Entscheidung zur Annahme des Islams vor beträchtlichen Herausforderungen standen. Manche kämpften mit angespannten Beziehungen zu Familie oder Freunden, während andere sich nach anfänglichen Feierlichkeiten zur Konvertierung zum Islam ohne Unterstützung wiederfanden. (Quelle: Muslim News)

Die meisten dieser Schwierigkeiten entsprangen dem angeborenen menschlichen Bedürfnis nach Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft, die bei Überwindung von Herausforderungen Unterstützung und Hilfe anbot. In diesem Zusammenhang hoben sich die Bemühungen von Mary Batool Al-Toma hervor. Sie widmete ihr Leben dem Dienst an den neu konvertierten Muslimen Großbritanniens; eine Verpflichtung, die am 6. Juli 2026 mit dem Erhalt des Preises für das Lebenswerk von der britischen Zeitung Muslim News als Anerkennung für mehr als drei Jahrzehnte kontinuierlicher Arbeit auf diesem Gebiet ihren Höhepunkt fand.
Al-Toma ist Gründerin und Mitglied des 2019 gegründeten Kuratoriums der Stiftung für Neubekehrte. Diese Reise war eine Fortsetzung des Weges den sie im Jahr 1993 begann als sie die Leitung des Projekts für Neukonvertierte an der Islamischen Stiftung Leicester übernahm. Diese Position hatte sie bis zum Jahr 2018 inne. Während dieser Jahre gründete und redigierte sie das Magazin „Meeting Point“, die erste Zeitschrift, die sich dem Dienst an Neukonvertierten zum Islam widmete.
Mary wurde im Jahr 1955 in einer gläubigen irischen katholischen Familie in einer Vorstadt geboren. Sie schloss ihre voruniversitäre Ausbildung an einem Internat ab und zog dann nach Dublin, wo sie in den 1970er Jahren eine Gruppe malaysischer muslimischer Studenten kennenlernte. Sie war fasziniert von deren gefestigtem Charakter, gutem Benehmen und starken sozialen Bindungen, weshalb sie jahrelang an deren religiösen Versammlungen teilnahm und mit ihnen diskutierte. Schließlich fand sie Antworten auf ihre Fragen und entdeckte eine tiefe Übereinstimmung zwischen den Werten mit denen sie aufgewachsen war und den Lehren des Islams. Sie konvertierte im Jahr 1979 zum Islam.
Aus der Tiefe dieser persönlichen Erfahrung und den damit einhergehenden familiären Spannungen sowie dem Gefühl der Isolation heraus entschied sie ihre Kämpfe zu einem Sprungbrett für den Dienst an anderen zu machen, damit neue Muslime nicht denselben Herausforderungen gegenüberstanden die sie allein ertragen hatte. Daher wurde ihre Erfahrung zur Grundlage einer langen Reise des Gebens und Unterstützung.
Über fünfundzwanzig Jahre lang leitete Mary Batool das Projekt für Neubekehrte zum Islam und bot tausenden Neubekehrten praktische Anleitung, Bildung und psychologische Unterstützung an. Dieses Projekt wurde zu einer verlässlichen Quelle für jeden der religiöses Wissen suchte, Unterstützung bei der Familiengründung, Aufbau einer islamischen Identität oder Integration in die muslimische Gemeinschaft benötigte.
Ihre Arbeit entsprang einer einfachen, aber tiefgründigen Sichtweise: Diejenigen die den Islam angenommen hatten verfügten über die beste Position, um die Bedürfnisse derjenigen zu verstehen, die sich auf demselben Weg befanden. Diese Philosophie wurde später in der Stiftung für Neukonvertierte angewandt.
Mary Batool versuchte durch Anbieten von Lehrmaterialien und Ressourcen, die bei spirituellen Wachstum und beim Erlangen eines praktischen Verständnisses des Islams halfen eine zusammenhängende Gemeinschaft für Neukonvertierte zum Islam zu schaffen. Eine ihrer bemerkenswertesten Errungenschaften war die Gründung und Redaktion des Magazins „Meeting Point“, das als kleine Publikation begann und zu einer anerkannten lokalen und internationalen Quelle für Neukonvertierte zum Islam wurde.
Dieses Magazin, das von der Kaaba, dem spirituellen Treffpunkt der Muslime auf der ganzen Welt, inspiriert war, bot jahrzehntelang Anleitung, Nachrichten aus der Gemeinschaft und ermutigende Botschaften. Es wurde zudem über 25 Jahre lang in britischen Gefängnissen verteilt und unterstützte Gefangene, die während ihrer Haft zum Islam konvertiert waren.
Zudem verfasste sie neben der Konzeption und dem Angebot zahlreicher Bildungsprogramme, wie etwa „Die letzte Reise“, mehrere wichtige Lehrmaterialien, darunter den „Einfachen Gebetsführer für Anfänger“, und verband dabei gleichzeitig korrekte islamische Prinzipien mit dem Verständnis der spezifischen Herausforderungen, denen Neubekehrte zum Islam in der britischen Gesellschaft gegenüberstanden.
Mary Batool organisierte im Glauben an die Wichtigkeit der Schaffung eines echten Zugehörigkeitsgefühls zahlreiche Aktivitäten und Programme, insbesondere die jährlichen Ramadan-Einkehrzeiten (Itikaf), die einen Raum der Kameradschaft, spiritueller Unterstützung und sozialen Interaktion für neue Muslime boten.
Sie ließ sich zudem von der Erfahrung von Lady Evelyn Cobbold, der ersten in GB geborenen Frau, die nach ihrer Konvertierung zum Islam die Pilgerfahrt (Haddsch) vollzog, inspirieren und organisierte sowie leitete Gruppen für Haddsch und Umra für konvertierte Muslime in der Überzeugung, dass diese spirituelle Reise ein unterstützendes Umfeld erforderte, das Ruhe und Vertrauen stärkte.
Die Rolle von Mary Batool ging über die Feldarbeit hinaus und führte zur Steigerung des sozialen Verständnisses für das Phänomen der Konvertierung zum Islam in Großbritannien. Sie lieferte wertvolle Einblicke bezüglich der Konvertierung zum Islam, des Familienlebens und Realitäten muslimischer Gemeinschaften und trug zur Korrektur vieler falscher Vorstellungen bei.
Sie nahm zudem an Forschungs- und Entwicklungsprojekten in Zusammenarbeit mit der Universität Cambridge teil und wirkte an Studien und Berichten mit, die sich mit der Konvertierung zum Islam in Gefängnissen sowie Bedürfnissen nach Rehabilitation und Wiedereingliederung nach der Freilassung befassten und trug infolgedessen zur Entwicklung wissenschaftlicher Erkenntnisse bei.
Mary Batool setzte nach fünfundzwanzig Jahren der Zusammenarbeit mit dem Projekt für neue Muslime ihre Mission durch die Stiftung für Neubekehrte fort, die im Jahr 2019 als eine nationale Organisation gegründet wurde welche sich der Unterstützung neuer Muslime in ganz Großbritannien widmete. Diese Stiftung konzentrierte sich auf Verbesserung der Arbeitsweise von auf diesem Gebiet tätigen Organisationen, Festlegen von Standards, Verbreitung bewährter Verfahren, Kapazitätsaufbau, Anbieten von Bildung, Durchführung von Forschungen und Stärkung gemeinsamer Arbeit.
Was Mary Batool Al-Toma über dreiunddreißig Jahre im Dienst an neuen Muslimen, neben den Bemühungen von Dutzenden lokalen Organisationen und Programmen in Großbritannien leistete war ein leuchtendes Beispiel, jedoch nur ein Teil eines weitverbreiteten und wachsenden Bedarfs. Mit der Zunahme der Anzahl von Personen, die sich auf der ganzen Welt dem Islam zuwandten, wuchs der Bedarf an hunderten Organisationen und tausenden Freiwilligen und Experten, die sich für die Aufnahme neuer Muslime und das Anbieten spiritueller, bildungsbezogener und entwicklungsbezogener Unterstützung für sie einsetzten und ihnen halfen den Islam auf eine Weise in ihre Gemeinschaften zu integrieren, die mit ihren Kulturen und Bedürfnissen vereinbar war.
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