
IQNA: In einer kleinen und allmählich wachsenden muslimischen Gemeinschaft stellt sich in einem Umfeld mit Religionsfreiheit, Offenheit und sozialer Integration in Ostasien eine Frage, die über die traditionelle Bildung hinausgeht: Wie kann man die islamische Identität bewahren und ohne Unterbrechung von einer Generation zur nächsten weitergeben? (Quelle: Muslimun ḥaul al-ʿĀlam)
Die Antwort auf diese Frage nahm heute in der Erfahrung der Großen Moschee von Taipeh, der Hauptstadt Taiwans, Gestalt an. Ein Bildungsprojekt das mehr als zwanzig Jahre dauerte. Diese Moschee machte erfolgreich Kinder die an diesem Ort den Koran und Grundlagen des Islam lernten zu Lehrern und Freiwilligen, die zurückkehrten, um die nächste Generation zu unterrichten.
Die Abschlussfeier des Schuljahres 2025–2026 für die wöchentliche islamische Schule der Moschee zeigt, dass der wahre Erfolg nicht in der Anzahl der Schüler oder verliehenen Zertifikate liegt, sondern in der Schaffung eines fortlaufenden Bildungskreislaufs. Einige der heutigen Lehrer befinden sich an denselben Stellen an denen sie vor Jahren als junge Schüler Wissen und Anleitung erhielten.
Dieses Bildungsmodell stellt eine bemerkenswerte Bewährungsprobe für den Erhalt der islamischen Bildung in der muslimischen Gemeinschaft Taiwans dar. Diese Schule verbindet den Unterricht des edlen Korans, der arabischen Sprache und der islamischen Lehren mit der Vorbereitung qualifizierter Personen, die in der Lage sind die Botschaft zu übermitteln und ihre Weitergabe an zukünftige Generationen fortzusetzen und bewahrt dadurch die islamische Identität und stärkt ihre Präsenz von einer Generation zur nächsten.
Die Große Moschee von Taipeh war Gastgeberin der Abschlussfeier der wöchentlichen islamischen Schule für Kinder und Jugendliche bei der die Schüler geehrt sowie Zertifikate und Preise verteilt wurden. Dennoch war der wichtigste Aspekt die Anwesenheit mehrerer Lehrer und Freiwilliger die zuvor in denselben Kinderklassen gelernt hatten.
Diese Entwicklung zeigt den Erfolg der Schule bei der Erreichung eines Zieles das über die traditionelle Bildung hinausgeht; Vorbereitung der Mitglieder der muslimischen Gemeinschaft in Zukunft selbst Teil des Bildungsprozesses zu werden und Gewährleistung der kontinuierlichen Weitergabe von Wissen, Werten und Erfahrungen zwischen den Generationen.
Seit mehr als zwanzig Jahren erfüllt diese wöchentliche islamische Schule ihre Mission und bietet Bildungsprogramme für Kinder und Jugendliche im Bereich des edlen Korans, der arabischen Sprache, der islamischen Kultur und der moralischen Erziehung an.
Im Laufe der Jahre ging die Wirkung dieses Programms über den Abschluss neuer Schülergruppen hinaus. Es bildete auch einen Kreis von Jugendlichen aus den Reihen der Moschee selbst heran, von denen einige Jahre später zurückkehrten um sich am Unterricht, Aufsicht und freiwilliger Arbeit zu beteiligen. Dies verleiht dem Projekt eine strategische Dimension, die über die Grenzen der direkten Bildung hinausgeht.
Dieses Programm beruht auf einer Bildungsphilosophie, die die Vermittlung islamischer Lehren, Sitten und Verhaltensweisen in den Vordergrund stellt und aus Überzeugung hervorgeht, dass der Aufbau einer muslimischen Persönlichkeit dem Erwerb von Wissen und Fähigkeiten vorausgeht.
Daher sind die Lehrer bestrebt Werte wie Respekt gegenüber der Moschee und dem edlen Koran, Disziplin, Zusammenarbeit und Verantwortungsbewusstsein neben dem Unterricht der islamischen Wissenschaften zu vermitteln. Dies hilft den Kindern eine ausgewogene islamische Identität zu entwickeln, die zu einer positiven Interaktion mit der umliegenden Gesellschaft fähig ist.
Diese Schule profitiert von der Mitwirkung von Lehrern und Freiwilligen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen, darunter chinesischsprachige Personen, Konvertiten und Mitglieder der in Taiwan ansässigen muslimischen Gemeinschaft.
Diese Vielfalt bereicherte und erweiterte den Bildungsprozess und ermöglicht es den Kindern die kulturelle Vielfalt in der islamischen Welt in einem einheitlichen Bildungsumfeld zu erleben, das die Bewahrung der Identität mit Offenheit gegenüber der Gesellschaft verbindet.
Kleine muslimische Gemeinschaften stehen vor der ständigen Herausforderung die Weitergabe religiösen Wissens und islamischer Werte von einer Generation zur nächsten zu gewährleisten. Dennoch bietet die Erfahrung der Großen Moschee von Taipeh ein praktisches Modell zur Bewältigung dieser Herausforderung durch langfristige Investitionen in Kinder und Jugendliche.
Kinder, die heute unterrichtet werden, könnten die Lehrer von morgen werden und die Freiwilligen, die heute in der Schule dienen sind oft ihre Absolventen. Dies schafft einen fortlaufenden Kreislauf des Lernens und der Rückkehr, bewahrt die islamische Identität und befähigt die muslimische Gemeinschaft zu Wachstum und Entfaltung.
Taiwan ist eine Insel in Ostasien mit einer Bevölkerung von etwa 23 Millionen Menschen. Die Zahl der Muslime wird auf etwa 300.000 Personen geschätzt. Die Große Moschee von Taipeh ist eine der bedeutendsten islamischen Institutionen des Landes und ein führendes Zentrum für Bereitstellung religiöser, bildungsbezogener und kultureller Dienstleistungen für die muslimische Gemeinschaft. Diese Erfahrung bestätigt, dass der Erfolg islamischer Institutionen nicht an Anzahl Aktivitäten oder Feierlichkeiten gemessen wird, die sie organisieren, sondern an ihrer Fähigkeit neue Generationen vorzubereiten die Generation für Generation den Aufbau der muslimischen Gemeinschaft fortsetzen.
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