IQNA: Der türkische Forscher der islamischen Kultur Osman Çubuk sagte, dass sich die Wahrnehmung des Islams in der taiwanischen Gesellschaft in den letzten zwei Jahrzehnten positiv veränderte. (Quelle: RTI)
In einer Zeit in der sich der globale Diskurs auf Herausforderungen konzentriert denen Muslime in nichtmuslimischen Gesellschaften gegenüberstehen, präsentiert Çubuk auf Grundlage seiner mehr als zwanzigjährigen Erfahrung in Taiwan eine andere Perspektive. Er erklärt wie Wissen, Dialog und Zusammenleben die Wahrnehmungen des Islams verändern können und wie islamische Bildung zur wichtigsten Garantie für die Bewahrung dieses Fortschritts wird.
Çubuk ist einer der Forscher, die ihre islamischen Studien an der Al‑Azhar‑Universität mit akademischer Erfahrung in Taiwan verbinden, wo er als Assistenzprofessor, Dozent und Forscher im Bereich der Islamstudien tätig ist. Dies gab ihm die Möglichkeit die Entwicklung der muslimischen Gemeinschaft auf dieser Insel aus nächster Nähe zu beobachten.
Der Forscher betont, dass sich die Wahrnehmung des Islams in der taiwanischen Gesellschaft in den letzten zwei Jahrzehnten erheblich positiv veränderte. Die Präsenz von Muslimen im öffentlichen Leben ist sichtbarer geworden und die Zahl der Halal‑Restaurants, Gebetsräume und speziell für Muslime bereitgestellten Dienstleistungen stieg.
Er ist der Ansicht, dass diese Entwicklung nicht das Ergebnis kurzfristiger Medienkampagnen ist, sondern Frucht jahrelangen Zusammenlebens, direkter Kontakte und ruhigen Dialogs, die zu einem besseren gegenseitigen Verständnis und zur Korrektur vieler Stereotype über den Islam und Muslime beitrugen.
Er glaubt, dass die Erfahrung Taiwans ein Beispiel dafür bietet wie Vertrauen zwischen Menschen und Kulturen aufgebaut werden kann, was zu einer echten Veränderung der gesellschaftlichen Wahrnehmung des Islams führen kann, wenn Möglichkeiten für gegenseitiges Verständnis und Respekt vorhanden sind.
Trotz dieser positiven Indikatoren warnt Çubuk, dass die Zukunft der muslimischen Gemeinschaft in Taiwan vor einer Herausforderung steht, die nicht weniger wichtig ist als die Verbesserung ihres Images: der begrenzte Zugang zu islamischen Bildungsressourcen für die neuen Generationen.
Er betont, dass die Ausweitung von Halal‑Dienstleistungen oder die Zunahme der Zahl der Muslime allein nicht ausreicht um die Kontinuität der islamischen Identität zu gewährleisten, sofern sie nicht von ernsthaften Investitionen in Bildung sowie in die Entwicklung geeigneter Programme und Materialien begleitet wird.
Er ist der Ansicht, dass der Aufbau religiösen Wissens unter Jugendlichen, Kindern und Konvertiten der Grundstein für die Bildung einer ausgewogenen muslimischen Gemeinschaft ist, die ihre Identität bewahren und gleichzeitig mit der Gesellschaft in der sie lebt interagieren kann.
Er betont außerdem, dass islamische Bildung nicht auf die Vermittlung religiöser Informationen beschränkt ist, sondern auch zur Persönlichkeitsbildung, Stärkung moralischer Werte und Förderung einer Kultur des Dialogs und Zusammenlebens beiträgt.
Çubuk ist der Meinung, dass der Islam ein umfassendes Lebenssystem darstellt, das Gottesdienst, geschäftliche Angelegenheiten und menschliche Beziehungen umfasst und erklärt dass dieses Verständnis beim Aufbau von Brücken zu anderen Kulturen hilft.
Er weist außerdem darauf hin, dass die in Taiwan verbreiteten Religionen wie Buddhismus, Taoismus und Volksglauben durch Vielfalt, Flexibilität und Konzentration auf moralische Aspekte gekennzeichnet sind, was ein geeignetes Umfeld für Dialog und Verständnis zwischen Anhängern verschiedener Religionen schafft.
Er ist der Ansicht: Das Wesen des interreligiösen Dialogs besteht nicht darin sich auf Unterschiede zu konzentrieren sondern gemeinsame Werte zu suchen und Besonderheiten jeder Gemeinschaft zu respektieren, wodurch Stabilität und friedliches Zusammenleben gefördert werden.
Die Ausführungen dieses türkischen Forschers beschränken sich nicht nur auf die Realität der Muslime in Taiwan, sondern sprechen auch ein Thema an mit dem viele muslimische Gemeinschaften weltweit konfrontiert sind: Verbesserung des Bildes des Islams in den Augen anderer und Bewahrung der Identität der neuen Generationen sind zwei ergänzende und untrennbare Wege.
Seine Erfahrung zeigt, dass Bildung in der Lage ist Stereotype zu verändern und dass islamische Bildung die wichtigste Investition für den Aufbau muslimischer Gemeinschaften ist die ihrer Identität vertrauen, gegenüber ihrer Umgebung offen sind und in den Ländern in denen sie leben positiv beitragen können.
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