IQNA: Die Ausarbeitung der ersten nationalen Charta des interreligiösen Dialogs in Italien vereint für den interreligiösen Dialog Italiens 15 religiöse Gruppen dieses Landes. Dieser historische Schritt schafft eine neue Phase der Beteiligung und Zusammenarbeit für Frieden, sozialen Zusammenhalt und Stärkung bürgerlicher Werte. (Quelle: italiatelegraph)
Am 25. Juni 2026 war Rom Zeuge der offiziellen Unterzeichnung der Charta „Der italienische Weg für interreligiösen Dialog“, der ersten nationalen Charta ihrer Art die fünfzehn religiöse Gemeinschaften in Italien in einem gemeinsamen Dokument zusammenbrachte. Dieses Ereignis folgte auf drei Jahre von Sitzungen und Gesprächen, die im Jahr 2023 begonnen hatten und deren Ziel Schaffung einer Kultur des Dialogs, Förderung gegenseitigen Respekts und Ausweitung der Zusammenarbeit zwischen religiösen Institutionen im Dienst der italienischen Gesellschaft war.
Diese Charta basiert auf einer Sichtweise die religiöse Vielfalt als positiven Wert für die italienische Gesellschaft bestätigt und den interreligiösen Dialog als grundlegendes Instrument zur Schaffung von Vertrauen, Förderung des Zusammenlebens und Bekämpfung von Hassrede, Extremismus und Diskriminierung betrachtet.
Diese Charta umfasst außerdem eine Reihe von Prinzipien und praktischen Verpflichtungen die den interreligiösen Dialog zu einer dauerhaften und institutionellen Praxis auf Grundlage von Zusammenarbeit und gegenseitigem Respekt machen und darauf abzielen den gemeinsamen Willen in konkrete Programme und Initiativen umzusetzen, die der italienischen Gesellschaft dienen.
Das Islamische Kulturzentrum Italiens und die Große Moschee von Rom nahmen an dieser nationalen Veranstaltung teil und ihr Vorsitzender Naeem Nasrallah unterzeichnete die Charta im Namen dieses Zentrums.
Der Imam der Großen Moschee von Rom Nader Akkad betonte, dass diese Errungenschaft das Ergebnis von drei Jahren Sitzungen, Gesprächen und kontinuierlicher Arbeit ist. Er äußerte seinen Stolz über die Teilnahme an diesem Prozess, der zur Unterzeichnung der ersten nationalen Charta des interreligiösen Dialogs in Italien führte und stellte fest, dass dieser Schritt den Beginn einer neuen Phase der Zusammenarbeit zwischen den Anhängern verschiedener Religionen darstellt und nicht das Ende des Weges ist.
Nach der Unterzeichnungszeremonie empfing der Präsident Italiens Sergio Mattarella im Quirinalspalast die Vertreter der religiösen Gruppen, die die Charta unterzeichnet hatten und nahm dort die offizielle Version des Dokuments entgegen. Dieser Schritt zeigt die offizielle Unterstützung der italienischen Regierung für den interreligiösen Dialog und betrachtet ihn als Grundpfeiler des sozialen Zusammenhalts und Förderung einer Kultur des Zusammenlebens.
Diese Charta ist das erste gemeinsame nationale Dokument das eine große Zahl religiöser Oberhäupter und Institutionen in Italien um eine einheitliche Vision für Dialog und Zusammenarbeit versammelte. Diese Charta schafft eine neue Phase in der der interreligiöse Dialog zu einem dauerhaften institutionellen Rahmen wird, der dazu beiträgt sozialen Herausforderungen zu begegnen und die Werte von Frieden, Respekt und Zusammenarbeit zwischen allen Teilen der italienischen Gesellschaft zu festigen.
Italien hat ungefähr 59 Millionen Einwohner von denen schätzungsweise 2,8 Millionen Muslime sind, was etwa 4,7 % der Gesamtbevölkerung ausmacht. Die Große Moschee von Rom und das Islamische Kulturzentrum Italiens gehören zu den bedeutendsten islamischen Institutionen in diesem Land, die eine wichtige Rolle im Dialog mit staatlichen Institutionen und religiösen Einrichtungen sowie bei Förderung der Präsenz von Muslimen im öffentlichen Leben spielen.
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