IQNA

10:14 - January 22, 2020
Nachrichten-ID: 3002152
Am letzten Freitag, dem 17.1.2020, war ein kalter Tag aber die vielen Menschen, die sich zum Freitagsgebet in Teheran in der großen Moschee, auf dem Gebetsplatz und in den umliegenden Straßen versammelt hatten, wollten ihrem Revolutionsoberhaupt die Treue bekunden. Vor dem gemeinsamen Freitagsgebet hielt Ayatollah Khamenei zwei Ansprachen.

Ayatollah Khamenei führte in der ersten den Vers 5 der Sure 14 (Ibrahim) an, nämlich

:: « لَقَد أَرسَلنا موسىٰ بِآیاتِنا أَن أَخرِج قَومَکَ مِنَ الظُّلُماتِ إِلَى النّورِ وَ ذَکِّرهُم بِأَیّامِ اللَّهِ؛

(Und Wir sandten ja bereits Mūsā mit Unseren Zeichen: „Bringe dein Volk aus den Finsternissen hinaus ins Licht, und erinnere sie an die Tage Allahs.“ Darin sind wahrlich Zeichen für jeden sehr Standhaften und sehr Dankbaren.)

 

Laut diesem Vers hat Gott den Propheten Moses angewiesen, sein Volk an die Tage Allahs zu erinnern. Er hat gesagt dass die Tage Allahs Zeichen für diejenigen sind, die zwei Eigenschaften besitzen: sie sind standhaft und dankbar; standhaft in jeder Lage und dankbar, weil sie die Gaben Gottes erkennen und demgegenüber Verantwortung verspüren.

Ayatollah Khamenei verwies darauf, dass die obigen Verse in Mekka auf den Propheten herabgesandt wurden, als nämlich die Standhaftigkeit der Muslime gegenüber der Front des Unglaubens ihren Höhepunkt erreicht hatte und er sagte: „Wenn die Menschen und Völker sich aus der Hand der unterdrückerischen Mächte befreien, ist es ein Tag Allahs. Gott wird die Gaben, die er euch verliehen hat, weiter vermehren, wenn ihr euch dankbar zeigt.“

 

die Reihen der Betenden innerhalb der Moschee

 

Das Oberhaupt der Islamischen Revolution bezeichnete, gestützt auf diese Stelle in der Sure Ibrahim, die Trauerzüge von mehreren Millionen Menschen für Schahid Hadsch Qasem Solaimani und die kräftige Ohrfeige, welche das Heer der Revolutionsgarden den Amerikanern erteilt hat, als Zeichen für die Macht und den Willen Gottes und nannte diese Tage anschauliche Beispiele für Tage Allahs. Er sagte: „Ein Tag , an dem der Mensch bei Ereignissen die mächtige Hand Gottes spürt, ein Tag wo Abermillionen von Menschen im Iran und Hundertausende von Menschen im Irak und einigen anderen Ländern auf die Straßen strömen, um des verschütteten Blutes des Befehlshabers der Al-Quds-Einheiten des Sepahs zu gedenken, und ein Tag, an dem das größte Trauergeleit der Welt zustandekommt, ein solcher Tag ist einer der Tage Allahs.

Was geschehen ist kann keinen anderen Urheber haben als die mächtige Hand Gottes. Der Tag, an dem die Raketen des Heeres der Revolutionsgarden den US-Militärsitz zerstört haben, war ebenso ein Tag der Tage Allahs.“

Ayatollah Khamenei fügte hinzu: Die Tage gehen vorbei, aber ihre Wirkung auf das Leben der Völker ist nachhaltig. Die Wirkung dieser Tage auf die Kampfmoral der Völker, auf ihre Vorgehensweise und auf ihren Weg bleibt bestehen, und dies zum Teil für immer.“

Einen Teil seiner Freitagsgebetsansprache widmete Revolutionsoberhaupt Ayatollah Khamenei den jüngsten Ereignissen im Iran. Er sagte: Diejenigen, die bestrebt sind, der Bevölkerung und der öffentlichen Meinung im In- und Ausland ein anderes Bild von unserer werten Nation vorzustellen, gehen nicht aufrichtig und freundschaftlich mit der Bevölkerung um. Seht doch wer das iranische Volk ist! Sind es die wenigen Hundert zählenden Leute, die beleidigend mit dem Foto unseres ehrenvollen Generalleutnants und Märtyrers umgegangen sind, oder sind es die Menschenmengen von mehreren Millionen, die sich auf der Straße zeigen?! Die Sprecher der boshaften US-Regierung wiederholen ständig, sie stünden auf der Seite des iranischen Volkes! Sie lügen! Solltet ihr an der Seite des iranischen Volkes stehen dann nur, um den Menschen im Iran euren Giftdolch in die Brust zu stoßen! Das ist euch bislang nicht gelungen und ihr werdet mit Gewissheit auch nicht in Zukunft irgendeine Dummheit begehen können!“

 

Ansprache des Revolutionsoberhauptes zum Freitagsgebet

 

Ayatollah Khamenei sprach sein Bedauern über den Absturz des ukrainischen Flugzeugs aus und erklärte den Hinterbliebenen sein Mitleid. Er verwies auf die Schadenfreude des Feindes und sagte: „In gleichem Maße wie wir über diesen Flugzeugabsturz bekümmert sind und unser Herz mit Trauer erfüllt ist, freut sich unser Feind über dieses Unglück. Unser Feind hat sich gefreut. Denn er denkt er hätte einen Aufhänger gefunden, um das Heer der Revolutionsgarden und die Bewaffneten Kräfte ebenso wie die islamisch-republikanische Staatsordnung ins fragliche Licht zu rücken. Das hätten sie gerne gemacht, damit sie vielleicht jenes große Ereignis überschatten können. Aber sie haben sich geirrt:

 

. وَ مَکَروا وَ مَکَرَ اللهُ وَ اللهُ خَیرُ الماکِرین؛

Und sie schmiedeten listige Pläne, und (auch) Allah fasste seine Pläne und Allah ist der beste Planer.

(Sure 3 (Al-i Imran, ( Vers 54)

Sie haben Ränke geschmiedet und waren sich nicht bewusst, dass ihre listigen Pläne gegenüber der mächtigen Hand des Herrn nichts ausrichten können … und daher konnten sie nicht das tun, was sie vorhatten. Die Ereignisse am Tag Allahs, am Tag des letzten Geleits für Schahid (Solaimani) und das Geschehen am Tag Allahs in Form der Zerstörung des US-Militärsitzes wird dieses Volk nicht vergessen und diese Erinnerung wir – so Gott will – von Tag zu Tag noch lebendiger werden.“

Jüngst haben die drei europäischen Staaten England, Frankreich und Deutschland gedroht, dass sie die iranische Atomenergiefrage erneut vor den UN-Sicherheitsrat bringen wollen. Auch dazu nahm das Revolutionsoberhaupt in der Freitagspredigt Stellung. Ayatollah Khamenei: „Dies sind genau die drei Länder, die während des Krieges, der uns damals auferlegt wurde, so gut sie konnten, Saddam Husain unterstützt haben. Die deutsche Regierung hat Saddam Husain die Mittel für chemische Waffen zur Verfügung gestellt, damit er Städte und Kriegsfronten mit diesen Waffen angreift, wobei die Folgen noch immer unter unseren alten Kämpfern zu sehen sind. Die französische Regierung hat Saddam Husain mit supermodernen Kriegshubschraubern ausgestattet, damit er unsere Öltanker angreift – das ist es, was sie in der Vergangenheit verbrochen haben ... nachdem die USA aus dem Nuklearvertrag ausgetreten sind, haben diese drei Regierungen ununterbrochen nur geredet und Unsachliches gesagt. Ich habe damals schon erklärt, dass ich ihnen nicht vertraue, und dass sie nichts tun sondern der USA dienen werden. Heute ist ganz offensichtlich, und es hat sich schon nach ungefähr einem Jahr herausgestellt, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes die Laufburschen der USA sind. Das sind sie: die Laufburschen der USA!“

Ayatollah Khamenei erklärte, keinerlei Verhandlungen mit den USA kämen in Frage, und forderte, dass man sich anstelle der Gespräche mit westlichen Ländern auf die Gespräche mit Nachbarländern und den westasiatischen Staaten und Ländern der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten konzentrieren sollte. Er fügte hinzu, wenn die westlichen Länder Verhandlungen führten, gingen diese immer mit Täuschung und List einher, und fuhr fort: „Die Leute die am Verhandlungstisch erscheinen, diese Gentlemen am Verhandlungstisch, sind die Terroristen vom Bagdader Flughafen (die Sulaimani ermordet haben). Es sind dieselben Leute. Da besteht kein Unterschied. Sie wechseln nur die Bekleidung. Aus dem Samtanzug und Samthandschuh tritt eine eiserne Faust hervor. Hinter beiden Äußerlichkeiten verbirgt sich dasselbe Innere. Diesen Leuten kann man nicht vertrauen.“

Das Oberhaupt der Islamischen Revolution betonte, dass Iran ein reiches Land ist und gegenüber den Angriffen und Sanktionen des Feindes angemessen Widerstand leisten kann. Er sagte: „Die werte iranische Nation muss sich anstrengen, stark zu sein. Der einzige Ausweg für das iranische Volk besteht darin, stark zu werden. Wir müssen darum bemüht sein, stark zu sein. Wir fürchten uns nicht vor Verhandlungen: Verhandlungen mit anderen als den USA und zwar Verhandlungen, nicht aus einer schwachen sondern aus einer starken Position heraus. Aus einer Machtstellung heraus. Wir besitzen – Gott sei Preis und Dank – Macht und werden mit Gottes Beistand noch stärker werden. Ayatollah sagte, dass nicht nur die militärische Macht gemeint sei, sondern auch die Macht, die iranische Wirtschaft aus der Abhängigkeit vom Erdöl zu befreien. Er forderte dass die rasche wissenschaftliche und technologische Weiterentwicklung fortgesetzt wird und fügte hinzu: „Der Rückhalt für alle diese Dinge ist die Präsenz unserer geschätzten Bevölkerung auf dem Schauplatz.“

In der zweiten Predigt zum Freitagsgebet vom 17. Januar 2020 forderte Ayatollah Khamenei als erstes die Bevölkerung darauf zu achten, dass der Feind in Sachen Parlamentswahlen im Iran nicht an seine heimlichen Absicht gelangt, nämlich die Bedeutung der Wahlen für die Bevölkerung herunterzuspielen. Dann sprach er auf Arabisch weiter und bezeichnete den Terroranschlag auf Generalleutnant Solaimani als einen feigen Akt, den der Feind ausführte, weil er zu einer Konfrontation auf dem Kampfschauplatz unfähig war. Er verwies darauf, dass das iranische Heer der Revolutionsgarden in seiner Reaktion auf diesen Terroranschlag mit seinen Raketen die Militärbasis der USA zerstören konnte und ernsthaft dem Image und der scheinbaren Größe dieses unterdrückerischen und arroganten Regimes geschadet hat. Die eigentliche Strafe für dieses Regime sei aber erst die völlige Vertreibung aus der Region.

 

Bild von den Resten des US-Stützpunktes Ain ul Asad nach dem Raketenangriff der Revolutionsgarden 

 

Im arabischsprachigen Teil der zweiten Gebetspredigt unterstrich Revolutionsoberhaupt Ayatollah Khamenei nicht nur dass die USA die Region verlassen müsse, sondern sprach auch vom Anbruch einer neuen Islam-Ära, einer Ära in der Palästina aus der Vorherrschaft der zionistischen Fremdlinge befreit wird. Er sagte dieses Ziel werde näher rücken, wenn die Völker sich dafür einsetzen. Das Revolutionsoberhaupt beschrieb die Regeln für die neue Islam-Ära wie folgt: „Die Islamische Welt muss die Dinge, welche Spaltung hervorrufen, beiseite stellen. Dank der Vereinigung der Religionsgelehrten werden die islamischen Wege für einen neuen islamischen Lebensstil entdeckt werden. Die Zusammenarbeit unserer Universitäten wird für die Anhebung des Niveaus von Wissenschaft und Technologie sorgen und die Infrastruktur der neuen Zivilisation aufbauen. Die Koordinierung unserer Medien wird die allgemeine Kultur an den Wurzeln heilen.

Die Beziehungen unserer Bewaffneten Kräfte werden Krieg und Aggression von unserer Region fernhalten. Die Verbindungen zwischen unseren Märkten werden die Wirtschaft unserer Länder aus der Vorherrschaft der ausbeuterischen ausländischen Großunternehmen herausholen. Der Austausch und die Reisen unter unseren Bevölkerungen, Einmütigkeit und gegenseitiges Verständnis werden Einheit und Freundschaft mit sich bringen.“

Das Gemeinschaftsgebet welches im Anschluss an die Ansprachen des Revolutionsoberhauptes am Freitag, dem 17.1.2020 verrichtet wurde, verbildlichte das Bündnis zwischen dem Volk der Gläubigen und ihrem Vorsteher, zwischen Umma und Imam.

 

Luftbild von der Versammlung der Gläubigen zum Freitagsgebet am 17.1.2020 außerhalb der Moschee

 

https://parstoday.com/de/news/iran-i50588-die_standpunkte_des_revolutionsoberhauptes_zu_den_j%C3%BCngsten_ereignissen

 

 

 

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