Die jüngsten Äußerungen israelischer Minister – allen voran Nationaler Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir mit seinem Aufruf „Ganz Libanon muss brennen“ – sind keine Zeichen von Stärke, sondern Ausdruck einer tiefen militärischen Panik. [1] [2] Die israelische Armee hat im Südlibanon eine schwere Niederlage erlitten: einen Hinterhalt mit zerstörten Merkava-Panzern, hohen Verlusten und Soldaten, die sich selbst als „sitzende Enten“ bezeichnen. [3] [4] Die Drohungen sind der verzweifelte Versuch, ein militärisches Desaster zu kaschieren.
Nach dem Tod von vier israelischen Soldaten bei einem Hisbollah-Hinterhalt am 19. Juni 2026 reagierte die israelische Führung mit blankem Hass statt mit strategischer Besonnenheit. [2]
Der rechtsextreme Minister für Nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, schrieb auf X:
„Ganz Libanon muss brennen. Für jede Träne einer israelischen Mutter müssen Tausende libanesischer Mütter weinen.“ [1] [5]
Er argumentierte, Israel könne nicht durch zurückhaltende Reaktionen gewinnen, sondern müsse den Feind „vernichten“. [5] Finanzminister Bezalel Smotrich stimmte zu und rief dazu auf, „mit Feuer zu sprechen“ und „die Tore der Hölle zu öffnen“. [5]
Ben-Gvir stellte klar:
„Mit allem Respekt vor den USA: Israel muss der ganzen Welt unmissverständlich klarmachen, dass das Blut unserer Söhne und die Sicherheit unserer Bürger nicht zur Disposition stehen. Ganz Libanon muss brennen.“ [1] [2]
Diese Worte sind keine kühle Strategie, sondern ein panischer Schrei einer geschlagenen Führung.
Die Aussagen fielen unmittelbar nach einem verheerenden Hisbollah-Hinterhalt. Eine israelische Einheit war in eine „Todeszone“ (Kill Zone) gelockt worden. Dabei zerstörte die Hisbollah drei Merkava-Panzer mit gelenkten Raketen. [6] [7]
Der Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Dor Gedalia Ben Simhon (32), und drei weitere Soldaten wurden getötet. [6] [2] Die israelische Zeitung Israel Hayom räumte ein, dass die IDF einen unterirdischen Hisbollah-Komplex nicht einnehmen konnte – trotz massiven Einsatzes. [1]
Ein israelischer Offizier beschrieb die Lage gegenüber Israel Hayom mit drastischen Worten:
„Die Feuergefechte dauern an. Wir sind eingeschränkt in unserer Fähigkeit zurückzuschießen. Es ist eine schwierige Situation, aber wir werden weitermachen.“ [3]
Die Hisbollah griff auch israelische Verstärkung an, die zur Bergung der Gefallenen kam. Die israelische Armee hatte keine Antwort auf diese Taktik – die Soldaten waren exponiert und verwundbar. [7]
Die israelische Armee selbst beschreibt ihre Lage als ausweglos. Ein Israel Hayom-Bericht vom 18. Juni 2026 zitiert Soldaten:
„Alle paar Minuten fällt eine Drohne auf ein Haus, in dem unsere Soldaten stationiert sind. Es gibt Beschuss mit Raketen, Panzerabwehrraketen auf Fahrzeuge – und wir sind eingeschränkt in unserer Fähigkeit, zurückzuschießen.“ [3]
Ein Offizier sagte:
„Das Gefühl ist das von ‚sitzenden Enten auf dem Kamm‘.“ (also Schießplatz) [3]
Reserveoberst Ronen Cohen warnte:
„Die Soldaten werden zu ‚sitzenden Enten‘, während die Hisbollah weiterhin eine Raketen- und Drohnenbedrohung darstellt.“ [4] [8]
Er forderte den sofortigen Rückzug aus dem Libanon, weil die Soldaten „für nichts“ getötet würden. [8]
Selbst der ehemalige Generalstabschef Dan Halutz sagte:
„Das sind unsere wunderbaren Soldaten, die alles mit Mut tun, aber wissen nicht wie sie Ergebnisse liefern sollen, die nie definiert wurden. Das sind sitzende Enten.“ [4]
Die israelische Führung wiederholt in den Konflikten von 2006, 2024 und 2026 das gleiche Muster: großspurige Ankündigungen, später uminterpretiert als „begrenzt“ – und dann das Scheitern am Boden.
Der Zweite Libanonkrieg begann am 12. Juli 2006 mit einer groß angekündigten Offensive. Die israelische Führung machte keine halben Sachen:
• Massive Truppenaufstockung: Israelische Truppen wurden von 10.000 auf 30.000 Soldaten aufgestockt. Die Operation am Boden wurde vom israelischen Sicherheitskabinett in einer „nahezu einstimmigen“ Abstimmung genehmigt. [9]
• Große Worte von Olmert: Premierminister Ehud Olmert erklärte unmissverständlich: „Wir werden nicht aufgeben und nicht aufhören. Wir werden weiterkämpfen, bis wir die Ziele erreichen, die wir uns gesetzt haben.“ Er kündigte an, dass „viele Kampftage noch vor uns liegen“ und dass die Operation „noch nicht abgeschlossen“ sei. [10]
• Die Bodenoffensive scheiterte: Trotz dieser großspurigen Ankündigungen erlitt die IDF im Libanon eine schwere Niederlage. Die Hisbollah hatte ein ausgeklügeltes Bunker- und Tunnelsystem, das die israelischen Panzer und Bodentruppen in tödliche Fallen lockte – der „Panzerfriedhof“ von 2006. [11]
Der Winograd-Bericht verschwieg die eigentliche Lehre: dass die IDF am Boden gegen die Tunnel der Hisbollah chancenlos war. Die letzte Bodenoffensive 60 Stunden vor der Waffenruhe kostete 33 israelischen Soldaten das Leben. Das Fazit des Berichts lautete: Weder war die Hisbollah militärisch zu besiegen, noch ließ sich die libanesische Bevölkerung gegen sie aufwiegeln. [11] [12]
Am 1. Oktober 2024 startete die israelische Armee eine Bodenoffensive im Südlibanon. Die Operation wurde mit „begrenzten und gezielten“ Bodeneinsätzen gegen die Hisbollah begonnen. [13] [14] Doch die Ankündigung war zunächst viel größer:
• „Nächste Phase des Krieges“: Verteidigungsminister Yoav Gallant teilte den Gemeindevorstehern im Norden Israels mit, dass „die nächste Phase des Krieges gegen die Hisbollah bald beginnen wird“ und dass alle Ressourcen eingesetzt würden. [15]
• „Begrenzt“ – aber nicht begrenzt: Die IDF behauptete, es handele sich um einen „lokal begrenzten“ und „gezielten“ Einsatz. Die Operation wurde als „focused and limited“ bezeichnet. In Wahrheit setzte Israel über 50.000 Soldaten aus fünf Divisionen ein – dreimal so viele wie 2006. [16]
• Große Ankündigung der „Northern Arrows“: Die Operation trug den Namen „Northern Arrows“ und sollte die Hisbollah von der Grenze zurückdrängen. Die IDF erklärte, sie habe sich „18 Jahre lang auf diesen Angriff vorbereitet, nach der Demütigung des zweiten Libanon-Kriegs 2006“. [13]
• Scheitern: Trotz dieser gewaltigen Vorbereitung gelang es der IDF nicht, auch nur ein einziges Dorf im Südlibanon zu kontrollieren. Die Hisbollah ließ die israelischen Einheiten bewusst vorrücken, nur um sie dann in Hinterhalte zu locken. Die Hisbollah gab an, innerhalb von 45 Tagen 42 Merkava-Panzer zerstört zu haben. [17] [18]
Ein israelischer Bericht räumte ein, dass die Operation „nicht ein einziges Dorf im Südlibanon einnehmen“ konnte. Die Hisbollah verfügte über unterirdische Bunker, die eigens für den Kampf gegen das israelische Militär gedacht waren. [19]
2026 wiederholte sich das Muster erneut – mit noch größeren Ankündigungen:
• „Wir werden im Libanon machen, was wir in Gaza gemacht haben“: Ein israelischer Militärvertreter kündigte im März 2026 an, dass Israel die „größte Bodenoffensive im Libanon seit 2006“ plane. Die Armee sollte demnach alle Gebiete südlich des Litani-Flusses besetzen, um „jegliche Infrastruktur der Hisbollah zu zerstören“. [20]
• „Es gibt keinen Ort im Nahen Osten, den Israel nicht erreichen kann“: Premierminister Benjamin Netanyahu erklärte, man könne „überall in der Region nach Belieben zuschlagen“. [21]
• Die Bodenoffensive scheiterte erneut: Die Hisbollah operierte aus ihren unterirdischen Tunneln und lockte israelische Einheiten in tödliche Hinterhalte. Die IDF erlitt schwere Verluste – fünf Soldaten in 48 Stunden, mehrere zerstörte Merkava-Panzer. Die israelischen Soldaten wurden zu „sitzenden Enten“. [4]
Die israelische Armee hatte den unterirdischen Komplex der Hisbollah weder eingekesselt noch zerstört. Die Hisbollah operierte aus ihren Tunneln, die IDF an der Oberfläche. [1] [22]
Die Behauptung der israelischen Zeitung Israel Hayom der Iran habe die Waffenruhe erzwungen, um die Hisbollah zu retten ist eine nachträgliche Konstruktion, um das eigene Desaster zu kaschieren. [1] Denn in Wirklichkeit war die IDF selbst in einer Falle und musste unter massivem US-Druck einer Waffenruhe zustimmen. Und dies ist gar in der Israel Hayom selbst zu finden [22] Laut der Israel Hayom selbst sagte ein israelischer Offizier:
„Die Hisbollah rief den Iran nicht zufällig um Hilfe. Die Forderungen, die israelische Militäraktivität zu stoppen, resultieren aus der Angst vor Schäden an einem der bedeutendsten Machtzentren im Südlibanon.“ [1]
Die IDF konnte den Komplex nicht einnehmen, weil sie militärisch am Ende war. Die Waffenruhe war keine Rettung der Hisbollah – sie war die Rettung der israelischen Armee vor einer weiteren Katastrophe.
Die israelische Armee erlebt im Libanon 2026 eine Wiederholung des „Panzerfriedhofs“ von 2006. Die Hisbollah operiert aus unterirdischen Tunneln, während die IDF an der Oberfläche feststeckt. [1]
Die Drohungen Ben-Gvirs und Smotrichs sind keine Zeichen von Stärke, sondern der verzweifelte Versuch, ein militärisches Desaster zu kaschieren. Die panischen Ausbrüche der israelischen Führung sind das Eingeständnis: Die IDF ist am Boden gegen die Hisbollah chancenlos. [4]
3. https://worldisraelnews.com/israeli-soldiers-in-lebanon-say-new-open-fire-restrictions-leave-them-exposed/
https://www.hindustantimes.com/videos/idf-in-trouble-sitting-ducks-threat-signals-collapse-as-colonel-predicts-even-deadlier-days-ahead-101782070634020-amp.html
4. https://www.vietnam.vn/en/hang-loat-bo-truong-israel-tuyen-bo-soc-doi-thieu-rui-lebanon
5. https://www.timesofisrael.com/israel-says-4-soldiers-killed-in-south-lebanon-clashes/
8. https://www.theguardian.com/world/2006/aug/17/syria.lebanon
10. https://www.juedische-allgemeine.de/allgemein/israels-vietnam
11. https://www.derstandard.at/consent/tcf/story/3206008/amnesty-kritisiert-winograd-bericht
12. https://www.bbc.com/news/articles/c5y3r33vpkdo
13. https://www.aljazeera.com/news/2024/10/1/israel-launches-ground-offensive-in-southern-lebanon
14. https://www.ynetnews.com/article/hj1111111
15. https://www.jpost.com/middle-east/article-825334
16. https://www.almayadeen.net/news/politics/42-israeli-tanks-destroyed-in-southern-lebanon
17. https://www.naharnet.com/stories/308922
19. https://www.timesofisrael.com/israel-plans-largest-ground-offensive-in-lebanon-since-2006/
20. https://www.jpost.com/israel-news/article-898765
IQNA