IQNA: Das Mitglied des Obersten Rates der Kulturrevolution und Vorsitzender des Rates der religiösen Seminare der Provinz Teheran Ayatollah Ali-Akbar Rashad sagte bei der Pressekonferenz der Konferenz „Erfüllung des Versprechens der Vergeltung“, die am Dienstag den 14. Juli im religiösen Komplex Imam Reza (a.s.) stattfand unter Würdigung des Andenkens an die Märtyrer des Widerstands, Militärkommandeure, Revolutionsgardisten, Armeeangehörige, Politiker, einfache Menschen, Frauen, Kinder und Jugendliche, die im jüngsten Krieg den Märtyrertod erlitten: Das Thema dieser Pressekonferenz ist Erläuterung der wissenschaftlichen und zivilisatorischen Dimensionen eines großen Ereignisses, das ab Anfang nächster Woche auf nationaler und internationaler Ebene stattfinden wird.

Unter Hinweis auf die Bedeutung der Frage der Vergeltung für das Märtyrer-Oberhaupt der Islamischen Revolution sagte er: Dieses Thema kann aus verschiedenen Dimensionen untersucht werden. Erstens ist es nationale Forderung, da es als der einheitliche Wunsch der iranischen Nation angesehen wird. Zweitens ist es religiöse Angelegenheit; denn das Oberhaupt der islamischen Gemeinschaft starb den Märtyrertod. Darüber hinaus ist die Vergeltung für ihn eine zivilisatorische und historische Angelegenheit, da dieses Martyrium der Ursprung großer historischer Entwicklungen sein kann. Auch gehört dieses Thema zur Widerstandsfront, da das Märtyrer-Oberhaupt die tragende Säule des Widerstands war und letztendlich ist es ein globales Thema; denn heute verfolgen alle Freien, Gerechtigkeitssuchenden und freiheitsliebenden Menschen in allen Teilen der Welt dieses Verbrechen mit Trauer und fordern die Verwirklichung der Gerechtigkeit in Bezug darauf.
Rashad fügte bei der Vorstellung der Veranstalter der Konferenz hinzu: Der religiöse Komplex Imam Reza (a.s.), der eine Sammlung von Bildungs-, Forschungs- und wissenschaftlichen Zentren der Hawza (religiöses Seminar) in Teheran und Qom umfasst wird diese Konferenz im Laufe der kommenden Woche in Zusammenarbeit mit einer Reihe von wissenschaftlichen, Forschungs- und universitären Institutionen des Landes abhalten. Ihm zufolge ist dieses wissenschaftliche Ereignis in Wahrheit eine Antwort auf Forderung des geehrten Oberhaupts der Islamischen Revolution im Bereich der Vergeltung für den großen Märtyrer des Widerstands und Erfüllung des Versprechens der Vergeltung.
Er fuhr fort: Der geehrte Oberhaupt der Revolution betonte in seinen jüngsten Botschaften wie auch in früheren Positionen die Frage der Vergeltung und Vergeltung an Tätern dieses Verbrechens und die Gruppe der Veranstalter dieser Konferenz beabsichtigt ebenfalls mit der Abhaltung dieses Ereignisses auf diese Forderung zu antworten.
Der Vorsitzende des Rates der religiösen Seminare der Provinz Teheran betonte, dass der Begriff „Vergeltung“ nicht auf eine oberflächliche und begrenzte Auffassung reduziert werden darf und erklärte: Es mag auf den ersten Blick so erscheinen, als bedeute Vergeltung lediglich Töten des Mörders eines Märtyrers oder in der Rechtssprache (Fiqh-Literatur) dem Konzept der Qisas (Vergeltung) gleichsetzen, aber die Realität ist, dass Vergeltung in dieser Konferenz und ihrem Denksystem weitaus umfassender und tiefer ist als eine strafrechtliche und gerichtliche Maßnahme.
Er stellte klar: Zweifellos sind die Täter, Befehlshaber und Ausführenden dieses großen Verbrechens der Bestrafung und Vergeltung würdig und daran besteht kein Zweifel, aber was in dieser Konferenz diskutiert wird ist nicht auf diese Ebene beschränkt. Die Vergeltung für das Märtyrer-Oberhaupt bedeutet nicht lediglich Bestrafung einiger Personen, sondern es geht um eine Bewegung die in der Geschichte fortbestehen muss und Ursprung zivilisatorischer Entwicklungen werden soll.
Rashad erläuterte im weiteren Verlauf das Konzept „Thar-Allah“ in der islamischen Lehre und sagte: In der religiösen Literatur gibt es einen grundlegenden Unterschied zwischen „Qisas“ (Vergeltung) und „Thar“ (Blutrache/Blutforderung). Wenn der Begriff „Thar-Allah“ für den Herrn der Märtyrer (a.s.) verwendet wird, ist nicht allein Vergeltung an seinen Mördern gemeint; denn viele der Täter des Aschura-Ereignisses erhielten in späteren Aufständen ihre gerechte Strafe, aber Imam Hussein (a.s.) ist weiterhin Thar-Allah. Daher bedeutet Thar den Beginn einer historischen Bewegung die im Laufe der Zeit fortdauert und niemals auf eine punktuelle Maßnahme beschränkt bleibt.
Er fügte hinzu: Aus derselben Perspektive kann man auch das Märtyrer-Oberhaupt der Islamischen Revolution in der Position des „Thar-Allah“ in der zeitgenössischen Geschichte analysieren. Sein reines Blut wird Ausgangspunkt einer Bewegung sein deren Auswirkungen nicht nur auf den heutigen Tag beschränkt bleiben, sondern die Zukunft der Region und der Welt beeinflussen werden.
Das Mitglied des Obersten Rates der Kulturrevolution wies auf die Rolle einiger Ereignisse bei der Änderung des Verlaufs der Geschichte hin und sagte: Im Laufe der Geschichte ereigneten sich Vorfälle, die zum Ausgangspunkt einer neuen Ära wurden. Manchmal wurde die Geburt eines Propheten, manchmal die Hidschra (Auswanderung) des Gesandten Gottes (a.s.), manchmal eine Revolution und manchmal das Martyrium eines Freund Gottes zum Ursprung großer historischer Entwicklungen. Unserer Überzeugung nach ist das Martyrium dieses großen Oberhaupts von gleicher Art und die Zukunft wird zeigen, dass dieses Ereignis der Beginn tiefgreifender Entwicklungen in der Welt sein wird.

Er fügte hinzu: Was heute unter den verschiedenen Nationen zu beobachten ist, ist nicht bloß ein emotionales Gefühl sondern Zeichen für Bildung einer zivilisatorischen Welle. Die breite Teilnahme der Menschen an den Beerdigungszeremonien und Abschied von diesem großen Märtyrer zeigt, dass dieses Ereignis in die Tiefe der Seelen der Nationen eingedrang.
Rashad wies auf seine eigene Anwesenheit bei den Beerdigungszeremonien im Iran und Irak hin und erklärte: Was in Maschhad, Teheran, Nadschaf und Karbala zu sehen war, waren Szenen die ihresgleichen suchen und Geschichts-trächtig waren. Wenn es die Umstände erlaubt hätten und dieser Märtyrer in andere islamische Länder und sogar andere Teile der Welt gebracht worden wäre, hätten wir zweifellos dieselbe Leidenschaft und menschliche Präsenz erlebt. Dieser breite Empfang zeigt, dass dieses Martyrium nicht nur ein politisches oder militärisches Ereignis ist, sondern zu einem zivilisatorischen Kapital für die Widerstandsfront wurde.
Er betonte: Die Zukunft wird beweisen, dass dieses Martyrium Wendepunkt in der Geschichte der Region und Welt ist und durch den Willen Gottes werden sich seine Auswirkungen und Folgen in den kommenden Jahren offenbaren.
Der Vorsitzende des Rates der religiösen Seminare der Provinz Teheran sagte im letzten Teil seiner Rede an die Verantwortlichen der Islamischen Republik Iran: Im Namen der religiösen Seminare, Gelehrten, Professoren, Studenten und trauernden Volkes des Iran sowie aller Freien der Welt bringen wir diese Forderung vor, dass die Frage der Vergeltung für die Märtyrer des Widerstands, insbesondere das Märtyrer-Oberhaupt unter keinen Umständen an den Rand gedrängt und durch keinerlei politische Zweckmäßigkeit oder Rechtfertigung vernachlässigt werden darf.
Er fügte hinzu: Die Verantwortlichen des Systems in verschiedenen Bereichen, einschließlich der drei Gewalten, der militärischen, sicherheitspolitischen, diplomatischen, justiziellen Apparate und anderer zuständiger Institutionen müssen diese öffentliche Forderung stets im Auge behalten. Das reine Blut der Märtyrer ist kein Kapital das man gegen irgendeine Erwägung eintauschen könnte und die iranische Nation erwartet, dass der Weg zur Verwirklichung der Gerechtigkeit und Vergeltung mit Entschlossenheit verfolgt wird.
Rashad betonte abschließend: Die Erfüllung des Versprechens der Vergeltung bedeutet nicht nur Bestrafung der direkten Täter dieses Verbrechens, sondern bedeutet Fortsetzung des Weges des Märtyrers, Stärkung der Widerstandsfront, Konfrontation mit Unterdrückung und Arroganz (Istikbar) sowie Bildung einer neuen Zivilisation auf Grundlage von Gerechtigkeit und Widerstand; ein Weg der seiner Überzeugung nach durch den Willen Gottes die Zukunft der Geschichte prägen wird.
4364009