IQNA

Interview:
14:20 - November 15, 2019
Nachrichten-ID: 3001908
IQNA - Der Vorsitzende des Obersten Rates des Weltverbandes für die Annäherung der islamischen Denkschulen betonte, dass der Widerstand gegen die imperialistischen Pläne der Feinde der Islamischen Gemeinschaft (Ummah) die Einheit der Muslime und die Einhaltung der Anweisungen des Korans erfordere. Dann sagte er: „Die fanatische Haltung mancher muslimischer Religionsgelehrten ist das größte Hindernis der Einheit der Muslime.“

Dem IQNA-Bericht zufolge ist Ayatollah Mohammad Ali Taskhiri-Zadeh, geboren 1944 in Nadschaf (Irak), ein iranischer schiitischer Geistlicher, ein von dem Wahlbezirk der Provinz Teheran ausgewählter Kandidat für den Expertenrat in dessen fünften Amtsperiode, Vorsitzender des Obersten Rates des Weltverbands für die Annäherung der islamischen Denkschulen und der Oberste Berater des geehrten Oberhauptes der islamischen Revolution in Angelegenheiten der islamischen Welt. Er ist auch der ehemalige Generalsekretär des Weltverbands für die Annäherung der islamischen Denkschulen und ein von dem Wahlbezirk der Provinz Gilan ausgewählter Kandidat für den Expertenrat in dessen dritten Amtsperiode.

Der IQNA-Reporter hat ihn anlässlich der Woche der Einheit und des Geburtstags des Propheten Muhammad (s.) in seinem Büro besucht und mit diesem hervorragenden Gelehrten, Koranexeget, Autor und Forscher über seine Aktivitäten im Ausland, die Rolle der Al-Azhar-Universität bei der Annäherung der islamischen Denkschulen und die Hindernisse der Einheit der Muslime ein Interview geführt. Hier folgt eine kurze Zusammenfassung des Interviews in deutscher Übersetzung:

Frage: Würden Sie uns bitte Ihre Meinung über die Universität Al-Azhar und ihre Aktivitäten sagen?

Antwort: Die Universität Al-Azhar wurde von Anfang an mit dem Ziel gegründet, die Annäherung der islamischen Denkschulen zu fördern. Die Fatimiden, die damals über Ägypten herrschten, haben die Al-Azhar-Hochschule gegründet. An dieser Hochschule wurden die Lehren von fünf islamischen Rechtsschulen (d.h. Schiitentum und vier Rechtsschulen des sunnitischen Islams, nämlich Schafiiten, Hanefiten, Malikiten und Hanbaliten) vermittelt. Die Universität Al-Azhar hatte bis zum Jahr 1940 das Banner der Annäherung in der Hand. In diesen Jahren kam auch eine erfolgreiche Bewegung zustande, infolge deren einige Gelehrten der Al-Azhar in Zusammenarbeit mit den Gelehrten an der Islamisch-Theologischen-Hochschule (Hauwza) von Ghom „Haus der Annäherung zwischen islamischen Glaubensrichtungen“ errichtet und recht gute Arbeit in diesem Bereich geleistet haben. Die Herausgabe der Zeitschrift „Risalat al-Islam“ und das Unterrichten von Glaubenslehren der Imamiten (Zwölfer-Schiiten) an der Universität Al-Azhar waren einige Ergebnisse, die durch die Errichtung des Hauses der Annäherung zwischen islamischen Glaubensrichtungen erreicht wurden.

Frage: Was ist mit dem „Haus der Annäherung zwischen islamischen Glaubensrichtungen“ passiert?

Antwort: Von den späten 1940er Jahren bis zu den 1970er Jahren und nach dem Ableben der großen Gelehrten der Al-Azhar-Universität und und der renommierten schiitischen Geistlichen in Nadschaf und Qom wurden die Aktivitäten von „Haus der Annäherung zwischen islamischen Glaubensrichtungen“ eingestellt. Nach dem Sieg der Islamischen Revolution im Iran bzw. nach dem Ende des aufgezwungenen Krieges gegen den Irak hat das geehrte Oberhaupt der Islamischen Revolution das „Haus der Annäherung zwischen islamischen Glaubensrichtungen“ wieder ins Leben gerufen. Doch anstelle des Hauses der Annäherung wurde „Der Weltverband für die Annäherung der islamischen Denkschulen“ errichtet, der die gleichen Zielen wie das Haus der Annäherung in Kairo verfolgte. Vor der Errichtung des Weltverbands für die Annäherung der islamischen Denkschulen haben wir versucht, das Kairoer Haus der Annäherung wiederzubeleben, doch ist es uns leider nicht gelungen.

Frage: Was ist Ihrer Meinung nach das wichtigste Hindernis für die Einheit der Muslime in der heutigen Zeit?

Antwort: Darüber lässt sich viel sagen, aber zusammengefasst kann man sagen, dass das größte Hindernis der Annäherung der islamischen Denkschulen der Fanatismus ist. Fanatische Ansichten mancher muslimischer Religionsgelehrten veranlasst sie dazu, gewisse Muslime zu exkommunizieren und sie als Frevler zu bezeichnen oder der Ketzerei zu beschuldigen.

Ein weiterer Faktor gegen die Annäherung der islamischen Denkschulen ist die Unwissenheit, nämlich die Unwissenheit mancher Muslime über die Wahrheit anderer islamischer Glaubensrichtungen. Doch wenn sie zusammenkommen und gut miteinander auskommen, werden sie erkennen, dass sie viele Gemeinsamkeiten haben, aber diese Unwissenheit hat ihre traurigen Folgen hinterlassen und und jeder beschuldigt den anderen öffentlich, und das hat die Einheit der Muslime beeinträchtigt.

Ein anderer Faktor, der als Hindernis für die Einheit der Muslime gilt, ist der, dass die persönlichen Interessen der in den meisten islamischen Ländern herrschenden Regierungen mit der Einheit der Muslime im Widerspruch stehen. Außerdem sind die Ziele des Weltimperialismus mit der Einheit der muslimischen Gemeinde unvereinbar. Daher setzen die arroganten Mächte alles daran, eine Annäherung oder Verständigung zwischen verschiedenen islamischen Glaubensrichtungen zu verhindern. Der religiöse, politische und geografische Zwiespalt kann nur die Ziele des Imperialismus verwirklichen.

 

https://iqna.ir/fa/news/3856095

Nombre:
Correo electrónico:
* Kommentar: