IQNA

Geistige Erbe des Märtyrer-Oberhaupts / 23

Nation mit Muharram wird niemals besiegt

17:26 - June 22, 2026
Nachrichten-ID: 3014949
Teheran (IQNA)- Die Trauerfeier ist aus der Sicht des Märtyrer-Oberhaupts ein Prozess der Verwirklichung der potenziell epischen Fähigkeiten einer Nation. Er beschreibt diese Wahrheit folgendermaßen: „Eine Nation, die den Monat Ramadan hat hat Gott; eine Nation die Muharram hat hat Einsatz und Märtyrertum und eine Nation die mit Mitteln des Einsatzes ausgerüstet ist und sich auf Gott stützt wird niemals besiegt werden.“

IQNA: In diesen bitteren und schweren Tagen in denen der Kalender der zeitgenössischen Geschichte Irans unter der Last des schmerzlichen Verlustes und der Märtyrerschaft des Oberhaups der Islamischen Revolution mit tiefer Trauer umgeblättert wird ein historischer Kloß der Gesellschaft die Kehle zugeschnürt. Sein Märtyrertod war nicht nur Verlust eines politischen Obnerhaupts oder ausführenden Steuermanns; vielmehr war es der Verlust eines Weisen, allseitigen Denkers und Zivilisation schaffenden Theoretikers, der die erkenntnis-mäßige und identitäre Geometrie der Islamischen Revolution inmitten des gewaltigen Sturms der geistigen Angriffe der gegenwärtigen Welt bewahrte.

Nun, da der Gesellschaft die physische Präsenz, die direkten Weisungen und warme Wort dieses weisen Oberhaupts entzogen sind wird eine weitaus schwerere Aufgabe als je zuvor auf den Schultern der Medien empfunden; die Aufgabe einer genauen Wiederlektüre seines geistigen Erbes damit dieses reine Juwel im Staub des Zeitablaufs nicht der Verfälschung oder Vergessen anheimfällt, wird heute mehr denn je empfunden. In diesem Zusammenhang und Ziel der Analyse und Untersuchung dieses Gedankengefüges widmet sich IQNA in einer Reihe von Berichten der erneuten Lektüre der Gedanken dieses Märtyrer-Oberhaupts. Was Sie im Folgenden lesen ist eine analytische und dokumentierte Darstellung der Ansichten des Märtyrer-Oberhaupts über „Muharram“; eine Darstellung in der der Text an vielen Stellen mit seinen Worten, seiner eigenen Ausdrucksweise und seinen direkten Äußerungen wie mit leitenden Sternen erleuchtet ist damit seine klangvolle Stimme im Text der Geschichte lebendig bleibt.

Unter allen Säulen und Begriffen, die die identitäre und glaubensmäßige Struktur einer islamischen Gesellschaft bilden, besitzt kein Element in dem Maße wie der „Monat Muharram“ und seinem Herzen kein Ereignis in dem Maße wie „Ashura“ einen solchen Wirkungsgrad und eine solche Geschichte gestaltende Kraft. Im Gedankengefüge des Märtyrer-Oberhaupts war der Blick auf die Thematik der Trauerfeiern und der Tage des Muharram kein rein ritueller, kultischer oder auf Vergangenheit beschränktes Kalenderereignis. Er betrachtete Muharram als Achse grundlegender Umwälzungen einer Nation und als Motor der islamischen Erweckung. In einer Epoche in der materielle Systeme die Macht der Nationen mit militärischen und wirtschaftlichen Maßstäben messen zog der Märtyrer-Oberhaupt mit der Darlegung der großen Erzählung „Muharram als menschenbildende und gesellschaftsgestaltende Schule“ einen Schlussstrich unter reduktionistische und säkulare Sichtweisen auf das Phänomen Religion.

 

Muharram, Sonne ohne Untergang

Einer der Schlüsselbegriffe, der in der öffentlichen Wahrnehmung oft auf eine jährliche Zeremonie reduziert wurde war der Ausdruck „die Zehn des Muharram“; doch der Märtyrer-Oberhaupt untersuchte die ontologischen und historischen Wurzeln dieser Aussage genau und erinnerte die Gesellschaft daran, dass dies kein punktuelles Ereignis ist, sondern eine reine und fortdauernde Wirklichkeit: „Die Tage des Muharram sind wichtige Tage. Muharram ist nicht nur das Jahrzehnt von Ashura; in den Tagen des Muharram ereignete sich in der Geschichte ein gewaltiges Ereignis und dieses Ereignis ist nicht zu Ende gehend. Nicht in dem Sinne, dass seine Beispiele und Ähnlichkeiten fortgesetzt werden – das ist an seinem Platz bewahrt und eine andere Diskussion – sondern dieses Ereignis selbst ist wie eine Sonne die keinen Untergang hat. Manchmal geschieht ein großes Ereignis, es geschieht heute und morgen verschwindet es; so ist dieses Ereignis nicht. Dieses Ereignis ist wie eine Sonne ohne Untergang, die immer gewesen ist bis heute und auch danach sein wird. Es ist ein lebendiges und wahrhaftiges Bild und Darstellung des Kampfes von Licht und Finsternis, des Kampfes von Recht und Unrecht, des Kampfes von Ehre gegen Niederträchtigkeit und Gemeinheit; freilich war sein Höhepunkt der Tag von Ashura, doch die Voraussetzungen wurden in den Tagen zu Beginn des Muharram vor Ashura geschaffen und nach Ashura – wie an solchen Tagen – wurde das Ereignis von Ashura unter der Führung von Zaynab al-Kubra und Imam Sadschad (Friede sei mit ihnen) vollendet. Daher sind diese Tage sehr wichtige Tage.“

In diesem gedanklichen Rahmen unterscheiden sich diese Tage ihrem Wesen nach nicht von anderen Tagen; vielmehr sind es die Willensentscheidungen Gottes und menschlichen Anstrengungen des Kampfes, die der Zeit eine existentielle Ausdehnung verleihen. Er betont: „Die Tage des Jahres sind von Natur aus und an sich alle gleich; es sind die Menschen, es sind diese Willensentscheidungen und Anstrengungen die einen Tag aus den anderen Tagen herausheben, ihn bestimmen, ihn unterscheiden, ihn verschieden machen und ihn wie eine Fahne hochhalten, damit er anderen als Wegweiser dient. Der Tag von Ashura – der zehnte des Monats Muharram – unterscheidet sich an sich nicht von anderen Tagen; es ist Husain ibn Ali (a), der diesem Tag Leben gibt, ihm Bedeutung gibt und ihn bis zum Himmel erhebt; es sind die Anstrengungen der Gefährten Husains ibn Ali (a), die diesem Tag diese Gefährlichkeit und Bedeutung verleihen.“

Auf dieser Grundlage wird Muharram zum Symbol der Tugenden: „Muharram ist der Monat von Imam Husain, ein husainischer Monat, der Monat all jener Werte, die im Wesen des Herrn der Märtyrer (a) sichtbar und verkörpert sind; der Monat des Märtyrertums, der Monat des Dschihad, der Monat der Aufrichtigkeit, der Monat der Treue, der Monat des Verzichts, der Monat der Sorge um Bewahrung der Religion – der Religion Gottes – und des Standhaltens gegenüber den Mächten, die der Religion entgegenstehen. Die gesegnete Existenz des Herrn der Märtyrer und die Ereignisse von Ashura und Muharram und dergleichen sind der Ausdruck dieser Dinge.“

 

Eine Nation mit Muharram wird niemals besiegt

In der modernen politischen Literatur wird die Macht einer Nation anhand materieller Faktoren gemessen. Doch im Blick des Märtyrer-Oberhaupts ist Muharram eine unerschöpfliche Quelle der Machtbildung und der Identitätsstiftung. Der Prozess der Trauerzeremonien ist aus seiner Sicht ein Prozess der Verwirklichung der potenziell epischen Fähigkeiten einer Nation. Er beschreibt diese Wahrheit so: „Eine Nation die den Monat Ramadan hat hat Gott; eine Nation die den Monat Muharram hat hat Einsatz und Märtyrertum und eine Nation die mit Mitteln des Einsatzes ausgerüstet ist und sich auf Gott stützt wird niemals besiegt werden.“

Diese abschreckende Kraft wurzelt in der tiefen Verbindung der Gesellschaft mit den Idealen des Herrn der Märtyrer, die im Laufe der Geschichte die Fortdauer des Schiitentums gewährleistete: „Muharram ist einer der historischen Abschnitte. Ashura bewahrten die Schiiten mit ihrem ganzen Wesen. Sehen Sie: Im Laufe vieler Jahre, vieler Jahrhunderte sind die Erinnerung an Imam Husain, der Name Imam Husains, die Erde vom Grab Imam Husains und die Trauer um Imam Husain niemals aus dem Volk der Anhänger der Ahl al-Bayt und der Gläubigen an die Ahl al-Bayt verschwunden; sie haben dies nicht aufgegeben, obwohl sehr viel versucht wurde.“

Die Bedeutung dieser Bewahrung und dieses Schutzes ist so groß, dass er das Gedenken an diese Tage als eine eindeutige Pflicht betrachtet: „Die Ehrung von Husainischem Ashura und von Muharram gilt für unser Volk als Pflicht und als große und wichtige Angelegenheit … Der Monat Muharram ist der Beginn des islamischen Mondjahres und der Monat Husains (Friede sei mit ihm), der Monat des Märtyrertums, der Monat des Ruhmes.“ Im Blick des Märtyrer-Oberhaupts sind diese Tage ein Feld zur Vorbereitung der Gesellschaft auf große Rollen: „Der heilige Monat, der geehrte göttliche Monat ist ein Monat in dem die Muslime sich durch größere Aufmerksamkeit gegenüber Gott dem Erhabenen und durch mehr Hingabe darauf vorbereiten sollen in die sensiblen und wichtigen Felder des Lebens einzutreten.“

 

Regierung und Herrschaft des Islam sind Folgen von Muharram

Eine der verborgenen, aber äußerst strategischen Funktionen von Muharram im Blick des Märtyrer-Oberhaupts ist die Verbindung von Tränen und Trauerzeremonien mit dem Feld des Handelns und der Errichtung einer islamischen Regierung. Eine säkulare Trauer die ein Mitbringsel der arroganten Machtsysteme ist macht den Menschen zu einem isolierten Wesen das lediglich in den Ecken der Hinterräume weint. Doch die Aufgabe eines Maßstab gerechten Muharram besteht darin diese husainische Leidenschaft mit dem großen Plan des Fortschritts und Herrschaft der Religion zu verbinden.

Mit Hinweis auf den grundlegenden Unterschied des Muharram in der heutigen Zeit sagt er: „Der Muharram der Revolutionszeit unterscheidet sich von den Muharrams vor der Revolution und aus der Zeit unseres Lebens und vor uns. Diese Muharrams sind Muharrams in denen Bedeutung, Geist und Ausrichtung klar und spürbar sind. Wir sehen die Ergebnisse des Muharram in unserem eigenen Leben. Regierung und Herrschaft und die Erhöhung des Wortes des Islam und die Schaffung von Hoffnung durch den Segen des Islam in den Herzen der Unterdrückten der Welt sind Wirkungen von Muharram. In unserer Zeit haben wir Muharram zusammen mit seinem Ergebnis. Wie sollen wir mit diesem Muharram umgehen? Die Antwort ist, dass wir Gelehrten, alle Religionsgelehrten, alle Prediger und alle Rezitatoren die Angelegenheit von Ashura und die Leiden Husain ibn Alis (Friede sei mit ihm) als ernsthafte und grundlegende Angelegenheit und fern von bloßen Parolen beachten müssen.“

Der Motor dieser gewaltigen Bewegung ist die kluge Nutzung der Kapazität von Muharram, um die Einschüchterung der Tyrannen zu zerbrechen: „Diese große Gnade verbindet die Herzen mit der Quelle des Aufsprudelns des islamischen Glaubens. Sie bewirkt was sie im Laufe der Geschichte bewirkte: Die herrschenden Unterdrücker fürchteten sich vor Ashura und hatten Angst vor der leuchtenden Grabstätte von Imam Husain (a). Die Furcht vor dem Ereignis von Ashura und seinen Märtyrern begann zur Zeit der Kalifen der Banu Umayya und dauert bis in unsere Zeit an und ein Beispiel davon sahen Sie während unserer eigenen Revolution. Wenn Muharram herannahte sah das rückständige, ungläubige, sittenlose und korrupte Pahlavi-Regime, dass ihm die Hände gebunden waren und es nichts gegen das kämpfende Volk von Ashura unternehmen konnte. Tatsächlich führten die Verantwortlichen dieses Systems ihre Ohnmacht auf das Eintreffen von Muharram zurück … Unser großer Imam – möge Gott mit ihm zufrieden sein – jener weise, scharfsichtige Mann, Kenner der Religion, Kenner der Welt und Kenner des Menschen, verstand gut, wie man dieses Ereignis zur Verwirklichung des Ziels von Imam Husain (Friede sei mit ihm) nutzen muss – und tat es. Unser großer Imam stellte Muharram als den Monat dar in dem das Blut über das Schwert siegt und durch den Segen von Muharram ließ er mit eben dieser Analyse und Logik das Blut über das Schwert siegen.“

 

Außergewöhnliche Gelegenheit zur Verkündigung und Darlegung der reinen Lehren

Die präzisen Formulierungen, die der Märtyrer-Oberhaupt für den Monat Muharram verwendet, zeigen eine Kampfaufstellung im Bereich von Kultur und Darlegung. In diesem kognitiven Kampf ist Muharram nicht bloß eine Trauerversammlung, sondern das größte Medium und öffentliche Universität zur Erweckung des öffentlichen Bewusstseins. In der Beschreibung dieser erhabenen medialen und missionarischen Stellung sagt er: „Die Gelegenheit zur Verkündigung im Monat Muharram al-Haram ist eine sehr große und außergewöhnliche Gelegenheit und dies ist dem Segen des Blutes des Herrn der Märtyrer und Imam der Freien der Welt, Abu Abdillah al-Husain (a) und seiner selbstaufopfernden Gefährten zu verdanken … In der Angelegenheit von Muharram … ist eine hervorstechende Dimension eben diese Frage der Verkündigung. Es ist eine Gelegenheit, damit die Menschen durch den Segen des reinen und zu Unrecht vergossenen Blutes von Husain ibn Ali (a) und seiner Gefährten und Familie sowie ihres unterdrückten Ereignisses mit den Wahrheiten jener Religion vertraut und darüber aufgeklärt werden, für die diese reinen Blute vergossen wurden.“

Zur Verwirklichung dieses Ziels legt er besonderen Nachdruck auf vorherige Planung und inhaltliche Organisation: „Die Bedeutung des Monats Muharram und dessen was in diesem Monat geschieht ist so groß, dass deswegen Versammlungen gebildet und Gespräche über die damit verbundenen Fragen geführt werden sollen. So Gott will ist es in Zukunft sehr angebracht und gut, dass vor den Tagen der Verkündigung im Monat Muharram zahlreiche Abstimmungen und Beratungen in verschiedenen Bereichen zur Auswahl der Themen und Art der Verkündigung sowie der wichtigen Aufgaben, die im Monat Muharram bestehen durchgeführt werden … Im Monat Muharram tragt den Menschen die husainischen Lehren und alawitischen Lehren vor, die eben die ursprünglichen und richtigen koranischen und islamischen Lehren sind.“

Adressat dieser erhabenen Lehren ist der nach Wahrheit dürstende Mensch, der durch Oberflächlichkeit nicht von diesem Ozean der Erkenntnis abgeschnitten werden darf: „Die Tage des Muharram haben für uns historische, geistige und menschliche Bedeutung und das Ereignis von Muharram ist kein Ereignis das durch Erzählen und Abhalten wiederholt und abgenutzt wird. Es ist Gedenken und Erinnerung, es ist dauerhaft und immer notwendig … Wir stehen an der Schwelle des Monats Muharram, des Monats der Unterweisung im Kampf auf dem Weg Gottes durch den Besten der Geschöpfe, Abu Abdillah (Friede sei mit ihm).“

 

Bewegliche Gesellschaft voller Gefühl und Mitgefühl

Die Hejʾat-Versammlungen und Trauerzusammenkünfte sind keine von menschlichen Gefühlen isolierten Kasernen. Eine der fortwährenden Betonungen des Märtyrer-Oberhaupts war tiefgehende Wirkung dieser Versammlungen auf die Verfeinerung der Stimmung der Gesellschaft und ihre psychische Immunisierung gegenüber den Grausamkeiten der modernen Welt. Er betrachtet diese Dimension von Muharram als Punkt der Unterscheidung und Überlegenheit der schiitischen Gesellschaft: „Die Tränen, Zusammensitzen, Vortragen der Leidensgeschichten, dieses Muharram und Ashura wirken sich auf die Stimmung und den Lebensraum unseres Volkes aus. Diese Trockenheit und Geistlosigkeit mancher antischiitischer Gesellschaften – leider erziehen manche Regierungen ihr Volk nicht nur nicht-schiitisch, sondern gar anti-schiitisch – gibt es Gott sei Dank in unserer Gesellschaft nicht. Unsere Gesellschaft ist eine bewegliche Gesellschaft, lebendig, mit Geist, voller Gefühl und Mitgefühl.“

Dieses gewaltige emotionale Kapital ist eine Gnade die besonderen Dank erfordert: „Zu den größten Gnaden gehört die Gnade der Erinnerung und des Gedenkens an Husain ibn Ali (Friede sei mit ihm), das heißt die Gnade der Trauerversammlungen, Gnade von Muharram und Gnade von Ashura für unsere schiitische Gesellschaft. Leider machten unsere nicht-schiitischen Brüder unter den Muslimen sich dieser Gnade nicht teilhaftig. Doch sie können von dieser Gnade profitieren und die Möglichkeit dazu besteht … Jetzt, da das Gedenken an Muharram und Ashura und Erinnerung an Imam Husain (Friede sei mit ihm) unter uns verbreitet ist, welchen Nutzen soll man aus diesem Gedenken und diesen Gedenkversammlungen ziehen und worin besteht der Dank für diese Gnade? … Daher müssen sowohl das Volk als auch die Geistlichen von dieser Gnade Gebrauch machen.“

 

Ashura; Garant für Fortbestand des Islam und Gipfel der Selbstaufopferung

Das Verständnis dieses Ausmaßes an Wirkung und Rolle führt uns zwangsläufig zu der Wahrheit, dass ohne Ashura vom reinen muhammedanischen Islam nichts als eine inhaltsleere Hülle geblieben wäre. Das Märtyrer-Oberhaupt erläutert diese Aussage mit einem umfassenden Blick auf die Frühgeschichte des Islam: „Das Fundament der Religion ist mit Ashura verknüpft und ist durch den Segen von Ashura erhalten geblieben. Wäre nicht die große Selbstaufopferung von Husain ibn Ali (Friede sei mit ihm) gewesen, die das Gewissen der Geschichte bereits im ersten Jahrhundert oder in der Mitte des zweiten Jahrhunderts nach der Hidschra (622 n. Chr.) vollständig aufmerksam und wach machte, wäre das Gefüge des Islam vollständig beseitigt worden. Gewiss ist es so … Was das Gewissen der islamischen Gemeinschaft damals erschütterte und zu einem Vorbild und Muster für die Späteren wurde war eben dieses seltsame Ereignis, das es bis dahin im Islam nicht gegeben hatte. Freilich gab es danach viele Ähnlichkeiten; doch keine dieser Ausgaben entsprach dem Original. Die islamische Gemeinschaft gab viele Märtyrer, gab kollektive Märtyrer; doch keiner erreichte die Stufe des Ereignisses von Ashura. Das Ereignis von Ashura blieb auf dem Gipfel der Selbstaufopferung und Märtyrertums und wird bis zum Jüngsten Tag so bleiben. ‚Kein Tag ist wie dein Tag, Abu Abdillah!‘ Wir Schiiten zogen aus diesem Ereignis sehr großen Nutzen.“

Diese historische Nutznießung wirkt auch heute als eine feste Bastion gegenüber den weichen und harten Verschwörungen der Feinde: „Wirklich! Dieser Glaube ist richtig, dass der Islam durch den Aufstand des Herrn der Märtyrer bewahrt wurde; ebenso wie dieses Ereignis im Laufe der Zeit über aufeinanderfolgende Jahrhunderte hinweg von Tag zu Tag lebendiger geworden ist. Heute werden diese Zeremonien im Vergleich zu vor hundert Jahren – als die Frömmigkeit der Menschen dem Anschein nach nicht einmal solche Gegner wie die heutigen hatte – viel intensiver, anziehender, leidenschaftlicher und umfassender abgehalten; all das hat Bedeutung, all das weist auf Wahrheiten und auf einen Strom hin, der unter der Führung von Husain ibn Ali (Friede Gottes sei mit ihm) in der Welt voranschreitet; und so Gott will wird er weiter voranschreiten, problemlösend sein und die Knoten der Völker erlösen.“

Je mehr Zeit vergeht desto deutlicher werden die Dimensionen dieses erstaunlichen Phänomens: „Obwohl über Muharram und Ashura und Wirkungen dieses gewaltigen Phänomens wertvolle Worte und Ausführungen gemacht wurden und wir alle sie hörten und nutzten; doch je mehr Zeit vergeht desto mehr spürt man, dass das unverwelkliche Antlitz dieser leuchtenden Sonne – die man als ‚Sonne des Märtyrertums‘, als ‚Sonne des unterdrückten und einsamen Dschihad‘ bezeichnen kann, die durch Husain ibn Ali (Friede sei mit ihm) und seine Gefährten entzündet wurde – deutlicher hervortritt und die Segnungen von Ashura sichtbarer werden.“

 

Muharram verlässlichster Glauben mäßige Anker des Landes

Die erneute Lektüre des gedanklichen Gefüges des Märtyrer-Oberhaupts zeigt, dass im Diskurs der Islamischen Revolution der „Monat Muharram“ kein einfaches Trauerritual ist, sondern der verlässlichste Glauben mäßige Anker des Landes, Förderer der Bergwerke des Mutes, Architekt islamischer gegen Unterdrückung gerichteter Identitäten und wachrüttelnde Kommandeur des Heeres des gesellschaftlichen Fortschritts gegenüber der Arroganzmacht ist. Wenn eine Gesellschaft schwierige historische Engpässe überwinden und in der Zukunft eine glänzende Zivilisation errichten will, hat sie keinen anderen Ausweg als sich am Seil der Schule von Ashura festzuhalten.

So wie der Märtyrer-Oberhaupt es als Wegkarte für die Zukunft empfahl: „In den Tagen von Muharram und Safar muss unser liebes Volk den Geist der Heldentat, Geist von Ashura, Geist der Furchtlosigkeit gegenüber dem Feind, Geist des Vertrauens auf Gott und Geist des selbstaufopfernden Kampfes auf dem Weg Gottes in sich stärken und von Imam Husain (Friede sei mit ihm) Hilfe erbitten.“ Der Prinzipien geleitete Fortschritt und umfassende Unabhängigkeit einer Nation sind eine eindeutige Funktion eben dieser unauflöslichen Verbindung mit der untergangslosen Sonne von Muharram; jener Wahrheit die heute mehr denn je die Knoten der Völker löst und den Boden für das Aufleuchten der endgültigen Morgendämmerung bereiten wird.

 

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