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Die Große Moschee von Paris: Hundertjährige Attraktion im Herzen Frankreichs

18:31 - July 14, 2026
Nachrichten-ID: 3015062
IQNA- Hundert Jahre nach der Gründung der Großen Moschee von Paris spielt dieses islamische Zentrum weiterhin eine wichtige Rolle bei Vermittlung islamischer Prinzipien und der Verbindung mit der nicht-muslimischen Gesellschaft des Landes.

IONA: Die Große Moschee von Paris fungiert an ihrem hundertsten Jahrestag als weit mehr als nur religiöses Gebäude im Herzen der französischen Hauptstadt; diese Moschee ist Symbol für die lange Geschichte der Beziehungen zwischen Algerien und Frankreich, ein lebendiges Zeugnis der Präsenz von Muslimen in Frankreich und ein Bauwerk dessen Name seit seiner Gründung eng mit Algerien und der historischen Rolle dieses Landes bei der Errichtung dieses Gebäudes verbunden ist, das zu Ehren der muslimischen Soldaten erbaut wurde die am Ersten Weltkrieg teilnahmen. (Quelle: Arabi21)

 

Die Große Moschee von Paris: Hundertjährige Attraktion im Herzen Frankreichs

 

Die Feierlichkeiten und Veranstaltungen im Zusammenhang mit diesem Anlass wurden von einer kulturellen und religiösen Geste von besonderer symbolischer Bedeutung begleitet: Entsendung von zwei Containern mit exquisiten Exemplaren des Heiligen Korans, kalligraphiert vom algerischen Kalligraphen Mohamed Ben Said Charifi, an die Große Moschee von Paris.

 

Große Moschee von Paris: Algerische Erinnerung

Die Große Moschee von Paris nimmt einen besonderen Platz in der Geschichte Frankreichs und Algeriens ein. Ihre Gründung war kein reines religiöses Projekt, sondern mit einem komplexen politischen und historischen Kontext verbunden. Diese Moschee wurde in den 1920er Jahren auf Initiative der damaligen französischen Behörden nach dem Ende des Ersten Weltkriegs errichtet, um der muslimischen Soldaten zu gedenken die in den Reihen der französischen Armee kämpften. Algerien als größte französische Kolonie mit muslimischer Mehrheit spielte dabei eine wesentliche Rolle.

Der Grundstein für diese Moschee wurde 1922 gelegt und sie wurde 1926 im Beisein französischer und algerischer Beamter offiziell eröffnet; sie wurde zur ersten großen Moschee die im modernen Frankreich erbaut wurde und zu einem Symbol für die Präsenz des Islam in der französischen Öffentlichkeit.

Ein Jahrhundert nach ihrer Gründung erfüllt die Große Moschee von Paris weiterhin zahlreiche Rollen, die über ihre direkte religiöse Funktion hinausgehen. Diese Moschee ist ein Ort des Gottesdienstes, Zentrum für religiöse Bildung und Raum für kulturellen Dialog. Sie ist auch ein zentraler Punkt in den aktuellen Debatten in Frankreich über die Organisation des Platzes der Muslime in der Gesellschaft. Die Beziehung zwischen der Moschee und Algerien war jedoch nicht nur symbolisch. Über Jahrzehnte hinweg stand diese Moschee in Verbindung mit religiösen und kulturellen Eliten Algeriens sowie der großen algerischen Gemeinschaft in Frankreich, die sie als Raum für Gottesdienst, Bildung und Pflege kultureller Beziehungen nutzte.

Während der Kolonialzeit hatte die Moschee auch komplexe politische Dimensionen. Die französische Regierung versuchte sie in ihrer Politik gegenüber Muslimen zu nutzen während die Moschee für viele Algerier Symbol für Identität sowie religiöse und kulturelle Zugehörigkeit in einem kolonialen Umfeld war das darauf abzielte das Verhältnis zwischen Gesellschaft und Religion umzugestalten.

 

Koran aus Algerien: Symbol der Kulturdiplomatie

Die Ankunft dieses kostbaren Korans in der Großen Moschee von Paris erfolgt zu einem Zeitpunkt an dem Algerien bestrebt ist seine kulturelle und religiöse Präsenz im Ausland durch den Export eines Produkts von symbolischem und künstlerischem Wert zu stärken, nicht bloß durch eine gedruckte Ausgabe.

Diese von Mohamed Ben Said Charifi kalligraphierte Ausgabe zeigt eine Kombination aus arabischer Kalligraphie und modernen Drucktechniken. Algerien beschreibt diese Ausgabe, die nach hohen Qualitätsstandards produziert wurde, als Ausdruck einer nationalen Industrie, die auf globaler Ebene konkurrenzfähig ist.

Das Nationale Institut für Kunst in Algerien ist der Ansicht, dass dieses Projekt die Entwicklung seiner technischen und künstlerischen Fähigkeiten widerspiegelt und das Potenzial algerischer Erzeugnisse bestätigt internationale Fachmärkte zu erschließen, insbesondere beim Druck von Koranen und Büchern mit hohem künstlerischen Wert.

Diese Initiative ist auch von religiöser und kultureller Bedeutung, da der Koran zu einer Zeit in einer der prominentesten Moscheen Europas eintrifft in der dieses Gebäude sein hundertjähriges Jubiläum feiert und somit symbolische Bindung zwischen der religiösen Institution in Frankreich und Tiefe der algerischen Kultur stärkt.

Die Stellung der Moschee wandelte sich im Laufe der letzten hundert Jahre mit den sich verändernden politischen und sozialen Bedingungen in Frankreich; von einer Institution deren Gründung mit kolonialen Kontext verbunden war entwickelte sie sich zu einer Einrichtung, die die Präsenz von Millionen von Muslimen im heutigen Frankreich widerspiegelt und Phasen durchlief, die Zeuge von Veränderungen im Verhältnis des französischen Staates zu Religion, Migration und Identität waren.

Zwischen der Feier ihres hundertjährigen Bestehens und Erhalt des Korans aus Algerien beweist die Große Moschee von Paris erneut ihre Position als Brücke zwischen den beiden Ufern des Mittelmeers. Diese Moschee trägt ein historisches Erbe voller Komplexitäten in sich, spielt jedoch weiterhin eine symbolische Rolle in der religiösen und kulturellen Landschaft Frankreichs sowie in der Beziehung Algeriens zu seinen Migranten und historischen Präsenz in Europa.

Der in Paris lebende libanesische Autor und Forscher Faisal Jalloul sagte in einem Interview mit Arabi21 über die Große Moschee von Paris: Die Große Moschee von Paris spielt seit ihrer Gründung im Jahr 1920 eine lebenswichtige Rolle als Bindeglied zwischen den Algeriern im Besonderen und den Migranten aus Nordafrika im Allgemeinen sowie zwischen Algerien und dem Rest der westafrikanischen Region.

Jalloul äußerte sich zu den Rollen dieses islamischen Zentrums in Paris: Die Rollen dieser islamischen Institution in Paris waren im Laufe der Geschichte unterschiedlich; sie entwickelte sich zu einer Art weicher Diplomatie zwischen Algerien und Frankreich und zu einem Ort an dem sich Franzosen und Algerier in Krisenzeiten relativ problemlos treffen konnten.

Man darf nicht vergessen, dass dies der einzige Ort in Paris ist an dem sich alle Muslime zum Gebet für Eid al-Adha und Eid al-Fitr versammeln können. Während des Monats Ramadan bereitet diese Moschee bei öffentlichen Iftar-Essen Speisen für Bedürftige zu und vernachlässigt auch nicht ihren kulturellen Auftrag, da sie auch beim Unterricht der arabischen Sprache erfolgreich war.

 

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