IQNA: Die wissenschaftliche Tagung „Imam Hussein (a.s.) aus Sicht von Religionen und Konfessionen“ fand als Teil der Veranstaltungsreihe des Bildungs- und Kulturkomitees des Arba'in-Stabs mit Unterstützung der Internationalen Ashura-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Ahl al-Bayt (a.s.) World Assembly im heiligen Karbala statt. (Quelle: Pressebüro des Arba'in-Kulturkomitees)

Der argentinische schiitische Denker Hodschat al-Islam Scheich Abdul Karim Paz verwies auf den Stellenwert von Jesus (a.s.) im schiitischen Denken und seine Begleitung des Imam Mahdi (a.s.) bei dessen Erscheinen und sagte: Jesus (a.s.) kommt zusammen mit Imam Mahdi (a.s.), bringt dieser Welt die frohe Botschaft und alle verkündeten sein Kommen.
Scheich Abdul Karim Paz betonte, dass das Ziel des Islam dasselbe ist wie das Ziel Jesu (a.s.) und sagte: Die Islamische Revolution ist die Stimme der Gerechtigkeit für freie Menschen und der Westen nennt die Wiederbelebung dieser Gerechtigkeit Terrorismus.
Er bezeichnete die Veröffentlichung des Buches von Professor Chris Hewer als einen wichtigen Schritt für die Verbindung zwischen Islam und Christentum der dazu beiträgt das islamische und christliche Denken für ein heiliges Ziel zu erweitern.
Der christlicher Ashura-Forscher aus Irland Professor Chris Hewer sprach zu Beginn der Tagung über seine Forschungsmethode. Er stellte zunächst die Frage wie wir die Weisheit von Imam Hussein (a.s.) mit der ganzen Welt teilen können, die nicht einmal weiß, dass es einen Hussein gab?
Chris Hewer sagte: Imam Hussein (a.s.) ist nicht nur für die Schiiten und nicht nur für die Muslime, sondern für die gesamte Menschheit und wenn Imam Hussein Gott gehört, da Gott der gesamten Menschheit gehört, so gehört auch Imam Hussein (a.s.) der gesamten Menschheit. Ich nenne Imam Hussein (a.s.) als jemanden, über den wir mit allen Menschen sprechen können, ob Muslim oder Nicht-Muslim, ob religiös oder nicht-religiös.
Diese christliche Persönlichkeit fügte hinzu: Das Buch das Sie sehen besteht aus 18 Kapiteln und in jedem Kapitel wird eine Lebenserfahrung sowie Lektionen, die wir von Imam Hussein (a.s.) lernen, wiedergegeben und ich lade alle ein das Leben von Imam Hussein (a.s.) zu studieren, während sie gleichzeitig auf sich selbst und ihr eigenes persönliches Leben blicken.
Dieser irische christliche Denker betonte: Wir leben in einem Jahrhundert in dem Menschen nicht einfach eine Verbindung zu jemandem aufbauen wollen. Viele Menschen im Westen haben kein Interesse mehr daran zu heiraten und Kinder zu haben und mit dieser Annahme betrachten wir nun das Leben von Imam Hussein (a.s.) in Medina. Die erste Lektion ist, dass sie ein Oberhaupt brauchen und ein Oberhaupt wie Imam Hussein (a.s.) sagt: Wenn ich nicht aufstehe und mich entgegenstelle, lernen die Menschen nicht wie sie sich entgegenstellen und aufstehen können. Das ist die erste Lektion die Imam Hussein (a.s.) uns gibt: wie wir uns verpflichten können, eine vollständige Verpflichtung die Hussein (a.s.) vollzog und uns die Lektion der Verpflichtung lehrte.

Chris Hewer sagte: Einer der negativen Punkte die heutzutage über den Islam gesagt werden ist, dass der Islam eine Religion der Gewalt und Blutvergießens sei und sehen in dieser Ära Regierungen, die Menschen ohne jeden Grund und jede Entschuldigung töten. Wir sahen bei dem Ereignis von Karbala wiederholt, dass Imam Hussein (a.s.) jeglichen Angriff von sich aus auf den Feind und Vergießen von Menschenblut ablehnte. Selbst am Tag von Ashura wollte er nicht derjenige sein der den Krieg beginnt. Mit diesen Lektionen, die wir von Imam Hussein (a.s.) lernen, müssen wir erstens mit der Menschheit über diese Gewissenslektionen von Imam Hussein (a.s.) sprechen und zweitens ihnen verständlich machen, dass die Wahrheit des Islam in der Achtung der Existenz und Lebens der Menschen liegt und dass kein Blut vergossen werden sollte und dies war genau zur Zeit des Propheten und sogar nach der Zeit des Propheten in der Zeit der Imame stets aktuell und gültig.
Chris Hewer erachtete die Verbreitung der Botschaft von Arba'in als wichtig und sagte: Arba'in ist eine große Herausforderung für das kapitalistische System des Westens, das alles nur unter dem Aspekt des persönlichen Profits sieht. Im Westen ist Wasser ein sehr lebensnotwendiges und teures Gut das verkauft werden muss und der persönliche Profit wird dabei sehr stark berücksichtigt. Aber hier bei Arba'in sehen wir, dass Wasser kostenlos ist und jedem gegeben wird und die Menschen bereiten es für alle vor und geben ihre Nahrung und alle ihre Ressourcen ohne daran zu denken, dass sie mit dieser Speisung Einkommen erzielen und das ist eine Herausforderung für das westliche Denken. Außerdem sehen wir in allen Moukibs (Zelten/Stationen), dass von Essen bis hin zu medizinischen, technischen Diensten usw., alles ohne jegliche Vorurteile gegenüber der Person, der sie ihre Dienste anbieten wollen, vorhanden ist.
Über die Vielfalt der Anwesenheit aller Religionen und Ethnien bei Arba'in sagte er: Bei Arba'in sehen wir, dass Menschen aller Religionen vom Islam bis zu Christen, Juden und sogar diejenigen die keine Religion haben anwesend sind und alle zusammen gehen und an diesem Arba'in-Marsch teilnehmen, aber im Westen ist das nicht so und jede Gruppe kümmert sich nur um ihre eigene und hat nur Kontakt mit ihr. Ich sage zu Ihrer Beachtung, dass jene zur Zeit der Herrschaft des Imam Mahdis (a.s.) existierenden Kriterien in diesem Ereignis von Arba'in vorhanden sind, von denen ich einige erwähnte.
Im weiteren Verlauf der Zeremonie erläuterte der Professor an der medizinischen Fakultät der Universität Mansoura in Ägypten einer der schiitischen Aktivisten in jenem Land Ahmed Rasim al-Nafis die Geschichte der Schiiten in Ägypten und erachtete die Rolle neuer Forschungen in diesem Bereich als notwendig.

Ahmed Rasim al-Nafis bezeichnete die interreligiöse Tätigkeit von Denkern als einen Schritt zur Förderung islamischer Ziele in der heutigen Welt und sagte: Gemeinsame Anstrengungen zur Erkenntnis unbekannter, dunkler oder fragwürdiger Punkte müssen gestärkt werden, um neue Errungenschaften in der Forschung zu erzielen.
Ahmed Rasim al-Nafis verwies auf eine wichtige Maßnahme in Ägypten und sagte: Über das Mausoleum von Ra's al-Hussein (a.s.) wurden viele Forschungen durchgeführt. Eine der bedeutendsten Untersuchungen beweist, dass sich der heilige Kopf des Imams an eben diesem berühmten Ort in Ägypten befindet. Dies war ein Punkt historischer Uneinigkeit, ob der Kopf von Imam Hussein nach Damaskus mit seinem heiligen Körper in Karbala wieder vereint wurde oder ob er in Damaskus oder Ägypten begraben wurde.
Dieser ägyptische schiitische Aktivist erklärte: Zur Zeit von König Faruq I. wurde von der Al-Azhar aus ein Komitee bestimmt, sie öffneten das Mausoleum von Ra's al-Hussein in Ägypten und sahen den heilige Kopf an diesem Ort.
Der Vorsitzende des Gelehrtenrates der Haydar-Bash-Strömung (Alawiten) Scheich „Ali Nazir“ wies ebenfalls bei dieser Tagung auf die Bedeutung des Studiums des Ereignisses von Ghadir Khumm hin und sagte: Durch Erkenntnis von Ghadir Khumm verstanden und analysierten wir das Thema Kultur. Sogar das Martyrium unseres Imam Hussein (a.s.) muss mit dem Fokus auf Ghadir Khumm verstanden werden. Dass es unter Muslimen viele Unruhen gab und warum Probleme und Unruhen wegen des Kalifats und Herrschaft entstanden und warum Imam Hussein (a.s.) für das Recht gegen Yazid aufstand hat alles seine Wurzeln in Ghadir Khumm und der darauffolgenden Wahl des Kalifen nach dem Propheten (s.a.w.). Imam Hussein (a.s.) stand nur auf um das Recht zu etablieren und der Islam ist dieses Recht. Das Recht ist eins und das Recht auf das Kalifat gehört dem Fürsten der Gläubigen, Ali (a.s.).
Er fuhr fort: Leider wissen viele Sunniten nichts über ihre Jafari-schiitischen Brüder; sie kennen nur das was sie hörten. Sie kennen die Wahrheit nicht und sind Opfer von Unruhen und Verleumdungen. Sie sagen die Schiiten hätten eine andere Religion oder einen anderen Koran; Nein! Unsere Religion ist eine, unser Prophet ist einer und unser Koran ist einer! Warum zerreißen wir uns selbst? Der Koran ist unser Buch und der Prophet (s.a.w.) sowie seine Familie und Gefährten sind für uns das Höchste. Wir Türken, wenn Sie in der Türkei jeden fragen, nehmen wir die meisten Namen von ihnen; zum Beispiel verwenden wir den Namen Ali sehr oft. Während wir Sunniten sind. Wenn Sie jeden Türken fragen egal ob er Alavit, Schiit, Sunnit oder Wahhabit ist, wenn Sie sie fragen ob sie die Namen Yazid oder Muawiya verwenden? Sie werden sehen, dass Sie einen solchen Namen nicht hören können! Niemand verwendet sie. Die Türken haben sehr großen Respekt für die Ahl al-Bayt (a.s.).
Der Generalsekretär der Ahl al-Bayt (a.s.) World Assembly und Vorsitzender des Kuratoriums der Internationalen Ashura-Stiftung Ayatollah Reza Ramezani wies auf die Sichtweise und Forschungen von Professor Chris Hewer hin und sagte: Man muss ihn einen Ashura-Forscher nennen. Sein wertvolles Buch ist eine gute und tiefgründige Untersuchung und der wichtige Punkt den er in diesem Buch verfolgt ist der Kampf um das Etablieren der Gerechtigkeit.
Der Generalsekretär der Ahl al-Bayt (a.s.) World Assembly fügte hinzu: Wenn die menschliche Gesellschaft gerettet werden will ist ihr Rezept Imam Hussein (a.s.). Alle Bewegungen von Imam Hussein (a.s.) basieren auf der menschlichen Natur (Fitra) und Vernunft. Der Islam ist sowohl eine Religion der Barmherzigkeit als auch Religion des Widerstands. Eine korrekte Analyse der Wahrheit erfordert eine umfassende Betrachtung der Bewegung von Imam Hussein (a.s.).
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