IQNA

13:32 - November 26, 2021
Nachrichten-ID: 3005104
Teheran (IQNA)- Josef van Ess war ein deutscher Islamwissenschaftler. Bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1999 lehrte er an der Universität Tübingen. Er starb am 20. November 2021 in Tübingen.

Josef van Ess hat sich wie kein Anderer der Erforschung der islamischen Theologie, insbesondere der ersten Jahrhunderte in allen ihren Ausprägungen gewidmet. Damit gehört er im Kreis der Islamwissenschaftler zu den wenigen Gelehrten, die nicht nur ein ausgesprochenes Interesse an theologisch-philosophischen Fragestellungen haben, sondern darum auch immer wieder das Gespräch mit den christlichen Theologien und mit der Philosophie gesucht haben und fortwährend suchen.

Im Jahre 1959 promovierte van Ess in Bonn mit einer Arbeit über islamische Mystik und habilitierte sich im Jahr 1963 in Frankfurt mit einer Arbeit über Erkenntnistheorie in der islamischen Scholastik, mit der er sein Thema, die Entstehung und Entfaltung der islamischen Theologie, Rechtgläubigkeit und Häresie gefunden hatte. Es folgten Gastprofessuren an der University of California Los Angeles (1967) und an der Amerikanischen Universität Beirut (1967/1968). 1968 folgte er Rudi Paret als Ordinarius. (orden-pourlemerite.de)

Nur wenigen Orientalisten wird die Ehre zuteil, ihre Nebenwerke als Kleine Schriften veröffentlicht zu sehen. Josef van Ess, der von 1968 bis 1999 in Tübingen Orientalistik lehrte, ist sie zuteilgeworden: In drei Bänden, verlegt bei Brill, hat sein neun Jahre jüngerer Bochumer Kollege Hans Hinrich Biesterfeldt 150 Arbeiten des Gelehrten versammelt. Als den Schwerpunkt seiner Forschung hat van Ess immer die Entfaltung der islamischen Theologie in den ersten Jahrhunderten nach Mohammeds Tod angesehen. Insbesondere das Denken der Mu’taziliten hat ihn ein Forscherleben lang fasziniert. (faz.net)

Er starb am 20. November 2021 in Tübingen.

 

 

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