IQNA

Grüne Moscheen; Erfolgreiches Modell der Verbindung von Spiritualität und Umwelt

18:01 - June 24, 2026
Nachrichten-ID: 3014960
IQNA- Die Länder am Persischen Golf versuchten in den letzten Jahren mit einem neuen Ansatz die Architektur von Moscheen im Hinblick auf Umweltverträglichkeit und Energieeffizienz zu verändern.

IQNA: Moscheen sind in den Ländern am Persischen Golf nicht mehr lediglich Räume für den Gottesdienst; sondern werden nach und nach zu praktischen Plattformen zur Verkörperung des grünen Wandels und spiegeln das Konzept des Schutzes der Umwelt wider, das sich von einem Slogan zu einer täglichen Praxis entwickelte, die sich in den Details des öffentlichen Lebens zeigt. (Quelle: Al‑Khalij Online)

In den letzten Jahren erweiterten die Regierungen dieser Länder das Konzept umweltfreundlicher Gebäude, sodass es auch Gebetshäuser einschließt und den beträchtlichen Verbrauch von Energie und Wasser in ihnen – besonders in Zeiten des Spitzenverbrauchs, insbesondere im Monat Ramadan – reduziert.

Dieser Wandel ist nicht im luftleeren Raum entstanden, sondern basiert auf nationalen Visionen, die im Rahmen umfassenderer Strategien zum Schutz der Umwelt eine Verbesserung der Lebensqualität und eine Verringerung des CO₂‑Fußabdrucks anstreben.

Mit der Ausweitung der Initiativen sind intelligente und grüne Moscheen als inspirierende Modelle entstanden, die moderne Technologie mit der spirituellen Dimension verbinden und die Beziehung zwischen Menschheit und Umwelt in einem traditionellen religiösen Raum neu definieren.

Es ist bemerkenswert, dass dieser Trend in den Ländern des Persischen Golfs nicht überall die gleiche Form annimmt, sondern die einzigartigen Besonderheiten jedes Landes widerspiegelt – durch umfassende Programme zur Umwandlung von Tausenden von Moscheen, geplante Pilotprojekte oder gesellschaftliche Initiativen, die in erneuerbare Energien und Ressourcenschutz investieren.

Die Erfahrungen der Golfstaaten laufen auf ein gemeinsames Ziel hinaus: Moscheen zu einem Teil der Umweltlösung zu machen und nicht zu einer zusätzlichen Belastung für Ressourcen. Dieser Ansatz zeigt eine Entwicklungsstrategie und Integration von Religion und ökologischer Nachhaltigkeit.

 

Kuwaits Plan für 1700 Moscheen

In Kuwait wurde das Konzept der grünen Moscheen zu einem großen Projekt. Laut der Zeitung Al‑Qabas wurde im Januar 2025 ein staatliches Entwicklungsprojekt vorgestellt, dessen Ziel es ist etwa 1700 Moscheen in nachhaltige grüne Moscheen umzuwandeln. Das Projekt wird in drei Phasen durchgeführt von denen jede drei Jahre dauert und soll voraussichtlich bis zum Jahr 2033 abgeschlossen werden.

Dieses Projekt, dessen Kosten auf etwa 30 Millionen kuwaitische Dinar geschätzt werden, wird mit folgenden Zielen umgesetzt:

Reduzierung des Strom‑ und Wasserverbrauchs um bis zu 40 Prozent pro Jahr.

Reduzierung der Verwaltungs‑ und Wartungskosten um etwa 50 Prozent.

Beendigung der Kohlenstoffemissionen und Verbesserung der Luftqualität in den Moscheen.

Einsparung von mehr als 5,2 Millionen Dinar bei Wasser‑ und Stromkosten.

Die Förderung nationaler Talente und Schaffung von Arbeitsmöglichkeiten im Bereich nachhaltiger Gebäude erhöhen die langfristige wirtschaftliche Rendite.

 

Moscheen in Katar auf dem Weg zur Beseitigung von Kohlenstoffemissionen

In Katar beschloss die Gemeinde Al‑Wakra Moscheen in ihren Plan „Al‑Wakra auf dem Weg zu Null‑Kohlenstoff“ einzubeziehen.

Im Juni 2025 begann in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Awqaf und islamische Angelegenheiten ein Projekt zur Umwandlung einer der Moscheen der Stadt in eine nachhaltige grüne Moschee mit dem Schwerpunkt auf Reduzierung von Kohlenstoffemissionen ohne den Komfort der Betenden zu gefährden.

Dieses Projekt – das erste seiner Art im Land – wählte nach technischen Studien, die in Zusammenarbeit mit spezialisierten Unternehmen und Abstimmung mit den zuständigen Ingenieurbehörden durchgeführt wurden, die Scheich‑Hassan‑bin‑Abdulrahman‑Al‑Thani‑Moschee als Pilotprojekt für die erste Phase des Programms „Grüne Moscheen“.

Dieser Schritt ist Teil eines umfassenderen Fünfjahresprogramms, das mit der Nationalen Vision Katars 2030 im Einklang steht und einen schrittweisen Ansatz zur Verbesserung der betrieblichen Effizienz von Moscheen und zu ihrer Umwandlung in umweltfreundliche städtische Modelle widerspiegelt.

 

Erneuerbare Energie; Tor zum Wandel im Oman

Im Sultanat Oman wurde mit der Einführung des Programms „Grüne Moschee“, das sich auf erneuerbare Energien spezialisiert ein praktischer und direkter Schritt zur grünen Transformation von Moscheen unternommen.

Dieses Programm wird mit dem Ziel umgesetzt den Strombedarf der Moscheen durch Solarenergie zu decken, in einem Land mit mehr als 16 000 Moscheen.

Die im November 2020 begonnene Pilotphase zeigte ermutigende Ergebnisse, die zur Ausweitung des Projekts auf 100 Moscheen innerhalb von drei Jahren mit einer Investition von etwa 5 Millionen omanischen Rial führten.

Das angewandte Modell ermöglicht es den Moscheen sofort bei ihren Stromkosten zu sparen und das Eigentum an den Solarenergiesystemen wird ihnen nach Ablauf der Investitionsperiode übertragen.

Dieses Projekt steht im Einklang mit der Oman‑Vision 2040 mit dem Ziel etwa 30 Prozent des Energiebedarfs dieses Sultanats aus erneuerbaren Quellen zu decken und zugleich das öffentliche Bewusstsein für die Vorteile sauberer Energie zu erhöhen.

 

Grüne Moscheen in Saudi‑Arabien, vom Verbrauch zur Produktion

In Saudi‑Arabien entwickelten sich Projekte der „grünen Moscheen“ in verschiedenen Richtungen, darunter Versorgung der Moscheen mit Solarenergie, Pflanzen von Bäumen in ihrer Umgebung und Wiederverwendung von trüben Wasser zur Bewässerung als Teil von Programmen, die sich auf Lebensqualität und Ressourcenschutz konzentrieren.

Das Ministerium für islamische Angelegenheiten, Daʿwa und Rechtleitung verfolgt folgende Ziele:

Umwandlung einer Reihe von Moscheen in energieerzeugende Gebäude.

Befähigung dieser Moscheen sich an der Einspeisung überschüssigen Stroms in das nationale Netz zu beteiligen.

Stärkung der gesellschaftlichen Beteiligung an freiwilligen Umweltaktivitäten und dadurch Festigung des Konzepts der Partnerschaft zwischen Moschee, Gesellschaft und Umwelt.

 

Fortschrittliche Modelle mit neuem Ansatz in den Moscheen der Vereinigten Arabischen Emirate

In den Vereinigten Arabischen Emiraten manifestierte sich der Wandel der Moscheen in Modellen fortschrittlicher Architektur. Zu den bekanntesten gehören:

Die erste Moschee in Abu Dhabi die LEED‑Platin‑Zertifizierung erhielt ist die „Moschee der Nachhaltigkeit“.

Die Khalifa‑al‑Tajer‑Moschee in Dubai, erste umweltfreundliche Moschee in der islamischen Welt, die auf Lösungen mit Solarenergie, Wiederverwertung des Wudu‑Wassers und fortschrittlicher Wärmedämmung setzt.

Die Al‑Rayyan‑Moschee in Dubai, die erste Moschee der Welt, die die LEED‑Platinum‑Zertifizierung für grüne Gebäude erhielt, verfügt über Ladestationen für Elektrofahrzeuge und intelligente Technologien zur Reduzierung des Energieverbrauchs.

In Schardscha und Ras al‑Khaimah werden Initiativen weiterhin durch intelligente Moscheen umgesetzt, die energiesparende Kühlsysteme und Sensoren zur Steuerung von Wasser und Beleuchtung nutzen und damit ein Bild der Vereinigten Arabischen Emirate widerspiegeln, das einen klaren Ansatz zur Verbindung von Gottesdienst und Nachhaltigkeit zeigt.

Die Erfahrungen der Golfstaaten mit grünen Moscheen zeigen einen stillen, aber tiefgreifenden Wandel, der Gebetsstätten in das Zentrum der Umweltgleichung stellt und dem Schutz der Umwelt eine menschliche und spirituelle Dimension verleiht.

Inmitten umfassender Programme und beispielhafter Projekte machen die Moscheen am Persischen Golf einen weiteren Schritt in Richtung Zukunft in der der Gottesdienst zu einer Handlung im Einklang mit der Natur wird und nicht zu deren Zerstörung beiträgt.

 

4359323

Stichworte: moschee ، Kuwait
captcha